Filmhandlung und Hintergrund

Verzwickt konstruierter Mysterythriller über fünf Freunde, ihre Affären und eine junge Frau, die einer von ihnen im gemeinsam gekauften Luxusloft ermordet haben soll.

„The Loft“ ist das Hollywood-Remake des belgischen Thrillers „Loft“ aus dem Jahr 2008. Regie führe erneut Erik Van Looy, der seinen eigenen Überraschungserfolg sechs Jahre später nochmals mit größerem Budget in der Traumfabrik realisieren durfte. Ebenfalls erhalten blieb Schauspieler Matthias Schoenaerts, der bereits im Original eine der Hauptrollen inne hatte.

Fünf verheiratete Männer versuchen, dem Alltagsstress zu entfliehen und sind auf der Suche nach der Art von Abenteuer, die wohl kaum eine Ehefrau auf der Welt widerstandslos hinnehmen würde. Also beschließt die Clique um Chris (James Marsden), Luke (Wentworth Miller), Vincent (Karl Urban), Marty (Eric Stonestreet) und Filip (Matthias Schoenaerts), eine Wohnung anzumieten,  in der sie ihren verschiedenen Gelüsten ungestört nachgehen können.

Die Männer mieten sich bald das titelgebende „Loft“ und pflegen ihre Affären und Abstürze, doch der Spaß ist jäh vorbei, denn plötzlich liegt eine tote Frau im Bett des Appartements. Diese Ausgangssituation ist der Startschuss für ein erbarmungsloses Katz und Maus-Spiel, denn nur Chris, Luke, Vincent, Marty und Phil haben einen Schlüssel für die geheime Wohnung. Wer ist also für den Tod der jungen Frau verantwortlich?  Ihre Pulsadern sind zwar aufgeschnitten, dennoch könnte es sich auch um ein perfekt getarntes Verbrechen handeln, dass den Herren untergeschoben wird. Werden die Männer etwa erpresst oder ist der Mörder gar in den eigenen Kreisen zu suchen? Die Freundschaft der Clique wird auf eine harte Probe gestellt und schnell entfacht sich ein erbitterter Kampf um Leben und Tod, garniert mit gegenseitigen Vorwürfen und stetig wachsendem Misstrauen.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

    1. Wendungen und Überraschungen zeichnen diesen sexy Thriller aus.
    2. The Loft: Verzwickt konstruierter Mysterythriller über fünf Freunde, ihre Affären und eine junge Frau, die einer von ihnen im gemeinsam gekauften Luxusloft ermordet haben soll.

      Mit dramaturgischen und physischen Enthüllungen verführt auch das US-Remake des erfolgreichsten belgischen Films aller Zeiten.

      Nach dem Original von 2008 und der holländischen Kopie von 2010 ist diese englischsprachige Adaption bereits die dritte Version eines clever konstruierten Drehbuchs von Bart De Pauw. Die Qualitäten der Erstverfilmung, ein Parcours von präsentierten Fragezeichen und überraschenden Auflösungen, wie auch dessen vor allem in den Figuren begründete Schwächen, bleiben in diesem gut besetzten Remake erhalten, mit dem Erik Van Looy, Regisseur von „Loft – Tödliche Affären“, sein US-Debüt gibt.

      Der zentrale Anreiz der Story liegt in der Enträtselung eines Masterplans, ein eher kühler Prozess, ohne nachhaltiges Mitfiebern, weil echte Sympathiefiguren fehlen. Vor allem unter den fünf männlichen Protagonisten mit ihrem Verhaltensspektrum zwischen untreu, berechnend oder vulgär, aber auch bei einigen Frauenfiguren, unter denen man manipulative, eisige oder auch psychisch gestörte Exemplare findet. Die Täterfrage bei diesem Thriller, der aufgrund seiner Bauform erst in der letzten halben Stunde richtig Spannung entwickeln kann, wird aber exklusiv unter den Männern gelöst – unter fünf Freunden, die sich ein exklusives Apartment für sexuelle Abenteuer gekauft haben, die sie ohne ihre Ehefrauen erleben möchten. Als sie eines Morgens dort eine offensichtlich ermordete nackte junge Frau vorfinden, mündet Panik in gegenseitige Beschuldigungen, weil es nur fünf Schlüssel zu diesem geheimen Loft gab und der Mörder somit einer von ihnen sein muss.

      Von diesem Punkt aus springt der Film in die Zukunft, aber auch in die Vergangenheit zurück, bekommt man durch Verhöre der Polizei unterschiedliche Perspektiven auf die Ereignisse, lernt Verbindungen untereinander und mögliche Motive kennen. Die Strategie der cleveren Inszenierung liegt in der Aussparung von entscheidenden Details, die später nachgereicht werden und so für neue Wendungen im Plot sorgen. Ob man das Ganze in der Rückbetrachtung schlüssig oder überkonstruiert findet, hängt von der Disposition des Zuschauers ab, der sich resistent gegenüber den Manipulationen und Reizen von „The Loft“ zeigen kann, ihnen aber, wie es schon die Protagonisten erfahren müssen, in den meisten Fällen erliegen wird. kob.
      1. Längst handelt es sich um keine Seltenheit mehr, wenn europäische Regisseure ihre eigenen, erfolgreichen Werke noch einmal für den amerikanischen Markt neu auflegen. So geschehen etwa bei Georg Sluizers "Spurlos verschwunden/Spurlos", Liza Azuelos "LOL – Laughing Out Loud" oder Michael Hanekes "Funny Games". Nun nahm sich ebenso Eric Van Looy ("Mörder ohne Erinnerung") seinen geschickt konstruierten belgischen Thriller "Loft – Tödliche Affären" (2008) für ein US-Remake vor. Schon bei der holländischen Version von 2010 drehte er einige Szenen nach dem Ausfall von Regisseurin Antoinette Beumer.

        Für die aktuelle Version gewann Regisseur Looy einige seiner früheren Mitstreiter. Darunter taucht Matthias Schoenaerts, durch "Bullhead" zu Ruhm gekommen, wieder in seinem ehemaligen Part als unberechenbarer Verdächtiger auf. Remake-Spezialist Wesley Strick ("Kap der Angst", "A Nightmare on Elm Street") amerikanisierte Bart De Pauws Drehbuch, wobei er im Wesentlichen den ursprünglichen Plot bei behielt. Bewusst glatter und weniger düster, aber auch freizügiger angelegt, funktioniert der verschachtelt aufgebaute Whodunit-Thriller dank überraschender Wendungen und falscher Fährten auch in der dritten Auflage.

        Es beginnt mit einem fatalen Sturz eines Mannes aus einem Hochhaus auf ein Auto, der im Finale wieder aufgegriffen wird. Bei der enervierenden Suche nach der Identität von Täter und Opfer geben die mehrfachen Rückblenden das Geschehen aus unterschiedlicher Sicht preis und enthüllen erst allmählich die wahren Zusammenhänge. In Kauf nehmen muss man den konservativen Unterton, dass Seitensprünge und Untreue auf Dauer die eigene Existenz zerstören. Letztlich dienen die Frauen nur als schmucke Stichwortgeberinnen oder undurchsichtige Gespielinnen, die das Dasein der männlichen Protagonisten allmählich gefährden. Die US-Besetzung mit weitgehend attraktiven Stars wie James Marsden ("X-Men") oder Wentworth Miller ("Prison Break") passt sich dem durchgestylten Tonfall an. Da hatte das Original mit Stars wie Filip Peeters oder Koen De Bouw, mit dem Van Looy mehrfach drehte, noch eher unverwechselbare Charakterköpfe zu bieten.

        Doch der undurchsichtige Plot des Mörderspiels vermag gleichfalls in der schnittigen US-Fassung zu fesseln.. Stets hält Eric Van Looy die Fäden der Intrige in der Hand, setzt auf Tempo und bissigen Witz. Zudem passt der Erotikthriller "The Loft" besser ins Programm des auf Horror-Remakes spezialisierten Studios "Dark Castle" als den Action-Ausschuss, mit dem man unlängst das Publikum langweilte.

        Fazit: Bei "The Loft" handelt es sich um die US-Hochglanzversion eines raffiniert angelegten belgischen Thrillers, der erneut auf seinen geschickt konstruierten Plot bauen kann.

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