„The Irishman“ auf einem Smartphone: Martin Scorsese rät dringend davon ab

Hy Quan Quach |

„The Irishman“ ist das neue Gangster-Epos von Star-Regisseur Martin Scorsese. Und da der Film über Netflix abrufbar ist, sieht er sich mit der Möglichkeit konfrontiert, dass sein Film auf einem Smartphone gestreamt wird. Davon hält Scorsese aber rein gar nichts.

Schon weit vor den wichtigen Preisverleihungen für Filme im kommenden Frühjahr hat das National Board of Review die besten Filme des Jahres 2019 gekürt. Die New Yorker Filmorganisation bestehend aus Filmkritikern, Filmwissenschaftlern und Filmschaffenden hat dabei Martin ScorsesesThe Irishman“ als bester Film des Jahres ausgezeichnet. Das war aber auch noch nicht alles: Steven Zallian erhielt den Preis für das beste adaptierte Drehbuch, während Scorsese gemeinsam mit Robert De Niro und Al Pacino mit dem neu kreierten Icon Award ausgezeichnet wurden.

Unter den Netflix-Abonnenten selbst ist die Meinung zu „The Irishman“, der seit dem 27. November über den Streamingdienst verfügbar ist, ja eher gespalten: Die einen sehen ihn ebenfalls als Meisterwerk an, die anderen wiederum empfinden Scorseses neuen Film als langweilig. Aber eine eigene Meinung zu haben, ist ja ihr gutes Recht.

Und das gute Recht eines jeden Netflix-Abonnenten ist es ebenso, die Filme und Serien auf die Art und Weise zu konsumieren, wie er oder sie es für richtig hält. Das bedeutet bei Netflix auch eventuell auf einem 5-Zoll-Display als Download in Standard-Qualität. Einer, der etwas dagegen haben dürfte – könnte er darüber entscheiden – ist Scorsese selbst. Interessanterweise, so der Regisseur im Gespräch mit Peter Travers in seiner Youtube-Sendung, habe er den Film auf eine Art und Weise inszeniert, dass man ihn sich auf unterschiedliche Weise ansehen könne: Egal ob auf die herkömmliche Weise von Anfang bis Ende, in Häppchen, erst das Ende und dann zurück zum Anfang – im Kino oder zuhause.

„Idealerweise möchte ich, dass man sich den Film im Kino ansieht. Auf einer großen Leinwand und von Anfang bis Ende. Und ich weiß, der Film ist lang – man muss aufstehen, man muss auf die Toilette und so. Ich kann das nachvollziehen. Dasselbe zuhause. Ich denke, wenn man sich einen Abend oder einen Nachmittag lang Zeit nehmen kann und man weiß, dass man in der Zeit nicht ans Telefon geht und man nicht allzu oft aufstehen muss, kann das auch funktionieren.“

„The Irishman“ ist fast so lang wie mancheMini-Serie auf Netflix:

Martin Scorseses Rat: Mindestens ein großes iPad

Dass jemand den knapp dreieinhalb Stunden langen Film auch mal pausieren muss, um auf die Toilette zu gehen, das könne er verstehen. Nur die Vorstellung, dass sich jemand den Film auf einem kleinen Smartphone-Display ansieht, bereitet Scorsese Kopfzerbrechen und Unbehagen. Darüber habe er auch gar nicht erst nachgedacht, wie er zugibt: „Ich kann mit Sicherheit sagen, dass ich in den vergangenen 20 Jahren Filme für das Fernsehen und – in Bezug auf die Größe – für das Kino gemacht habe. Niemals für ein Smartphone. Ich weiß nicht, wie man das machen sollte. Ich wünschte, ich wüsste es, ich weiß nur nicht, wie. Nein. Das verstehe ich nicht.“

Er sei sich aber sicher, dass in naher Zukunft Filme ganz speziell nur für Smartphone-Displays produziert würden, aber das gelte sicher nicht für ihn: „Nun, sollte man wirklich einen meiner Filme oder überhaupt Filme schauen wollen, dann bitte, bitte schaut es nicht auf einem Smartphone, bitte. Auf einem iPad, einem großen iPad vielleicht.“

Aber dieses Risiko war es wohl wert für Scorsese. Genauso wie der Umstand, dass Netflix „The Irishman“ nur rund drei Wochen in den nordamerikanischen Kinos zeigte. „Ich habe eine Zahl an Filmen gemacht, die ohnehin nur eineinhalb Wochen lang in den Kinos liefen. Außerdem wollte kein Studio diesen Film produzieren. Netflix bot sich an und es war ein Kompromiss.“

Es muss nicht immer Netflix sein. Welcher Anbieter würde zu euch passen? Testet es aus:

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