Die Wirklichkeit ist noch absurder als der Film, um den es geht …

"The Interview": James Franco und Seth Rogan wollen Kim Jong Un befragen - und meucheln Bild: Foto: Sony Pictures

Mit der Veröffentlichung der ersten Bilder aus „The Interview“ zogen dunkle Wolken über Nordkoreas Hauptstadt Pjöngjang auf - der dort gepflegte, aus westlichem Blickwinkel oft brüllend komisch wirkende Führerkult duldet keinen Humor.

Schon gar nicht, wenn er auf Kosten des Staatsoberhauptes Kim Jong Un geht, den Seth Rogen und James Franco in ihrer Groteske um die Ecke bringen wollen. „The Interview“ sei zu stoppen, forderte Nordkorea, legte bei den Vereinten Nationen Beschwerde ein und drohte den USA im Falle eines Kinostartes mit Krieg.

Dabei stammen die Regisseure Seth Rogen und Evan Goldberg aus Kanada und das Studio, Sony Pictures, ist Teil eines japanischen Konzerns. Der veranlasst jetzt, was Barack Obama und der UN herzlich egal war: eine Abänderung der Komödie.

In der Schenkelklopferkomödie geben Seth Rogen und James Franco zwei debile Journalisten, die einen Scoup gelandet haben: Sie dürfen Kim Jong Un interviewen. Als die US-Regierung davon erfährt, heuert sie das Duo an, den Diktator beim Termin zu ermorden.

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Keine Eiszeit wegen eines Filmes

Sony möchte nun verhindern, dass „The Interview“ zum Pulverfass wird. Grund dafür ist wohl die Entspannung, die sich zwischen den seit Jahrzehnten verfeindeten Nationen Nordkorea und Japan abzeichnet. Aus dem diplomatischen Frühling soll nicht ausgerechnet wegen eines Filmes wieder eine waffenklirrende Eiszeit werden.

Interessant ist dabei, dass sich das Studio nicht den kompletten Film, sondern nur Details zur Brust nimmt. So sollen die Abzeichenspiegel an den (ständig!) gezeigten nordkoreanischen Uniformen digital geändert werden. Die sind nämlich knallbunte Ehrerbietungen an Kim Jon Un und seinen Vater Kim Jong Il. Sie zu zeigen empfindet die nordkoreanische Führung als Blasphemie.

Außerdem soll eine Szene, in der das Gesicht von Kim Jong Un - übrigens gespielt von Randall Park - langsam schmilzt, komplett herausgeschnitten werden. Um die Änderungen ausführen zu können, wurde der Filmstart in den USA vom Oktober in den Dezember verschoben. In unseren Kinos startet „The Interview“ erst am 12. März 2015.

Kim Jong Un, wie sein Vater ein großer Filmfan, ließ schon vor Wochen bestellen, er würde sich den Film möglicherweise ansehen. Woraufhin ihm Seth Rogan per Twitter viel Vergnügen wünschte.

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