The Immigrant Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

1920 will die Polin Ewa mit ihrer Schwester in die USA auswandern. Schon bei der Ankunft in Ellis Island werden die beiden Frauen voneinander getrennt, Ewa muss sich allein in New York durchschlagen, wo sich der verschlagene Kleingauner Bruno ihrer annimmt. Er bringt sie in einer Burleskshow unter, wo die Frauen mehr machen sollen als nur tanzen. Aber er verliebt sich auch in die Frau, die er gängelt und unterdrückt, und kann es nicht ertragen, als sie Interesse an dem Illusionisten Orlando zeigt.

Eine polnische Einwanderin landet 1920 in Ellis Island, wo sich ein zweifelhafter Typ ihrer annimmt und sich in sie verliebt. Beeindruckendes Drama, mit dem James Gray einen Abgesang auf den Amerikanischen Traum liefert.

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Kritikerrezensionen

  • Mit seinen letzten beiden Arbeiten "Two Lovers" und "The Immigrant" kehrt James Gray seinem bisherigen Stammthema – dem Einfluss organisierter Kriminalität auf private und familiäre Beziehungen – den Rücken. Während er mit seinem vierten und bislang besten Film "Two Lovers" zumindest weiter an den Porträts der New Yorker Randbezirke wie Brooklyn oder Queens anknüpfte, legte der amerikanische Regisseur mit "The Immigrant" seinen ersten Kostümfilm vor. Zwar fielen die Reaktion zur Cannes-Premiere und dem US-Kinostart etwas verhalten aus, doch dem New Yorker gelang hier erneut eine subtile, vielschichtige Stadt- und Charakterstudie, die Themen wie Machtverhältnisse und Klassenunterschiede anschneidet.

    Geblieben ist sein Stammschauspieler Joaquin Phoenix, der außer in Grays Debüt "Little Odessa" (1994) in allen Filmen die Hauptrolle und mitunter auch die Co-Produktion übernahm. Phoenix mag eine ungewöhnliche Wahl sein, da er im Part des aufstiegswilligen Einwanderers Bruno Weiss zurückhaltend und still agiert. Doch ihm gelingt ein durchaus vielschichtiges Porträt eines Mannes, der glaubt, in seinem Reich alle Fäden in der Hand zu haben. Phoenix zeigt keinen eindimensionalen Schurken, sondern verleiht dem intriganten Mogul stets eine Spur an Verletzlichkeit. Auch Marion Cotillard liefert ein glaubwürdiges Bild einer auf sich gestellten Frau, die zwischen Angst, Misstrauen und Zuneigung hin und her gerissen wird. Viele der Nebenfiguren bleiben dagegen eher an der Oberfläche, da ihnen wenig Raum zur Entfaltung geboten wird, wozu auch Jeremy Renner in einem eher eindimensionalen Part als Retter in der Not gehört.

    Gray wählte den Stoff aufgrund autobiografischer Bezüge aus, denn manche Details speisten sich aus Erzählungen seines Großvaters, der auf ähnliche Erfahrungen zurück blicken konnte. Im Stil vergilbter Fotos verleiht Darius Khondjis den Bildern einen sepiafarbenen Anstrich. Häufig ordnet Woody Allens aktueller Kameramann die Figuren in Rahmen und hinter Glasscheiben an, um die Isolation und Gefangenschaft in ihren Rollen zu unterstreichen. Neben einem Geflecht aus Anziehung und Ausbeutung zwischen der religiös geprägten Ewa und Bruno bringt James Gray mit einer (etwas zu) langen Beichtsequenz noch religiöse Motive von Schuld und Sühne, Aufopferung und Erlösung mit ins Spiel.

    Daneben glänzt "The Immigrant" mit einer authentischen Ausstattung und dem glaubwürdig eingefangenen Zeitkolorit. Gray verdeutlicht den Spießrutenlauf vieler Einwanderer, die sich in einer neuen, ungewissen Umgebung zurecht finden und viele Enttäuschungen oder Rückschläge wegstecken müssen. Nicht jedem geling die Eingliederung, wenn er nicht dem vorgegebenen Raster entspringt. Doch das Erzähltempo des knapp zweistündigen "Period Picture" erweist sich als sehr gediegen und langsam. Im Gegensatz zum einfühlsamen Vorgänger "Two Lovers" kommt man den Charakteren nie völlig nahe und bleibt trotz der Darstellerleistungen auf Distanz. Jenseits aller formalen Qualitäten fehlt James Grays Zeitgemälde doch der emotionale Zugang zu seinen Figuren.

    Fazit: "The Immigrant" liefert ein authentisches, mitunter sozialkritisches Bild der Schwierigkeiten und Abhängigkeiten, denen sich USA-Einwanderer um die Jahrhundertwende ausgesetzt sahen, krankt jedoch am zu ruhigen Erzähltempo und den skizzenhaften Nebenfiguren.
  • Oscar-Preisträgerin Marion Cotillard, deren überragende Performance in “Der Geschmack von Rost und Knochen” 2012 in Cannes übergangen wurde, landet 1920 als polnische Einwanderin auf Ellis Island, wo sie von der Schwester getrennt wird und vom anfangs zärtlichen Bruno (Joaquin Phoenix) zu Burlesque Shows, Vaudeville und in die Prostitution gedrängt wird. Ihre einzige Hoffnung im historischen Drama von James Gray (“Helden der Nacht”, “The Yards“) ist Brunos Cousin, der von Jeremy Renner verkörperte Zauberer Orlando. Die Produktion verspricht ein “unglaubliches Ende”.
  • Die Franzosen lieben James Gray als einen der wenigen Regisseure, die noch "klassisch" inszenieren. Hier ist er fast noch ein Unbekannter. Sein letzter Film The Immigrant bricht aus dem bevorzugten Milieu Grays aus (dem New York der russisch-stämmigen Juden) und erzählt eine Einwanderungsgeschichte aus den 20er Jahren. - Zwei Schwestern aus Polen mussten mitansehen, wie ihre Eltern umgebracht wurden. Dem amerikanischen Traum folgend, wandern sie aus in die USA. Für Magda (Angela Sarafyan) ist die Reise 1921 bereits auf Ellis Island zu Ende. Ihr Husten legt den Verdacht auf Tuberkolose nahe. Bestätigt sich der, wird sie abgeschoben werden. Ewa (Marion Cotillard) dagegen scheint einen rettenden Engel in Bruno Weiss (Joaquin Phoenix) gefunden zu haben, der eine Gesellschaft für Flüchtlingshilfe leitet. Er besorgt ihr eine Unterkunft und eine Arbeit. Weiss leitet aber nicht nur einen Nachtclub, sondern arbeitet nebenbei auch als Zuhälter seiner Mädchen. Ewa widersteht zunächst dem Angebot von Weiss, doch dann verspricht er ihr, Magda aus Ellis Island zu holen. Während Ewa immer aufrecht wirkt, ist Weiss voller unkontrollierter Gewalt. Eine wilde intensive Liebe zu Ewa treibt ihn. Für mich ist der Charakter von Ewa fast wie der einer Heiligen. Vielleicht hätte man ihr ein paar menschliche Gefühle wie Wut oder zumindest Ungeduld verpassen können? So wirkt sie etwas zu gut, um wahr zu sein. Akzeptiert man die Figur aber so, bietet The Immigrant eine ganze Reihe kraftvoller und zärtlicher Momente zwischen Ewa und Weiss. James Gray hat keine Furcht vor Melodram und grossen Gefühlen und so reiht sich The Immigrant nahtlos ein in sein Werk.
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