The Hills Have Eyes 2 Poster

Fakten und Hintergründe zum Film "The Hills have Eyes 2"

Kino.de Redaktion  

Mehr zum Film? Wir haben die wichtigsten Hintergründe und Fakten für Dich gesammelt: detaillierte Inhaltsangaben, Wissenswertes über die Entstehung des Films, ausführliche Produktionsnotizen. Klick rein!

Produktionsnotizen

In der Geschichte des modernen Horrorkinos haben wenige Filme einen so bleibenden Eindruck hinterlassen wie Wes Cravens Kult-Klassiker THE HILLS HAVE EYES („Der Hügel der blutigen Augen“,1977). 2005 wurde die Gruselstory von den Filmemachern Alexandre Aja und Gregory Levasseur bluttriefend neu inszeniert und begeisterte, erschreckte und ängstigte eine ganz neue Generation von Horrorfans. Neben dem Erfolg an den Kinokassen gab es auch Lob von Kritikerseite. The San Francisco Chronicle schrieb: „Wenn Studios weiterhin Remakes klassischer Horrorfilme produzieren wollen, müssen sie es genau so machen… THE HILLS HAVE EYES ist ein Hammer!“

Unterstützt von weltweitem Publikumsinteresse entwickelte Filmlegende Wes Craven, gemeinsam mit seinem Sohn Jonathan, eine böse, blutige und durch die Bank hoch-spannende Story über eine Truppe unerfahrener Nationalgardisten, deren schlimmste Albträume wahr werden, als sie in die Fänge kannibalistischer Mutanten geraten. Martin Weisz, dessen jüngster Film ROHTENBURG (deutscher Originaltitel) („Butterfly: A Grimm Love Story“ – Internationaler Titel) mit seiner expliziten Kannibalismus-Darstellung sowohl Beifall wie kontroverse Diskussionen auslöste, empfahl sich als idealer Regisseur für das Projekt THE HILLS HAVE EYES 2. Gemeinsam schufen Wes Craven und Martin Weisz das ultimative Horrorerlebnis, das niemand, der es gesehen hat, jemals vergessen wird.

Die Künstler hinter der Kamera

In seiner mehr als drei Dekaden umspannenden Karriere konnte Wes Craven weltweit phänomenale Anerkennung für seine künstlerische Arbeit für Kino, Fernsehen und Literatur erwerben. 1984 erneuerte er als Autor und Regisseur des Kult-Klassikers A NIGHTMARE ON ELM STREET („Nightmare – Mörderische Träume“, 1984) das Genre des Teeny-Horror, um es im folgenden Jahrzehnt mit der äußerst erfolgreichen Scream-Trilogie wieder zu dekonstruieren. Die SCREAM- und NIGHTMARE-Reihen allein haben international fast eine Milliarde Dollar an den Kinokassen eingespielt und sind ein eindrucksvoller Beleg für Cravens unergründliches Verständnis der oftmals unbewussten Begierden und Ängste, die der menschlichen Psyche inne wohnen.

„Er ist ein großartiger Geschichtenerzähler, ein unwiderstehlicher Autor und ein ausgezeichneter Regisseur“, meint THE HILLS HAVE EYES 2-Produzent Peter Locke, der 1977 bereits den Original-Film produziert, finanziert und vertrieben hat. Er ist der Großmeister des Horrorgenres, der schon früh Erfolge damit feiern konnte und sich inzwischen besser damit auskennt als irgendwer sonst.“

Cravens Karriere als Herausforderer unbewusster Ängste begann Anfang der siebziger Jahre mit seinem Erstling THE LAST HOUSE ON THE LEFT („Mondo brutale“, 1972) und erreichte bereits mit seinem zweiten Film THE HILLS HAVE EYES meisterliche Qualität. Die nervenzerreißende Story über eine Mutanten-Sippe, die eine erbarmungslose Jagd auf Touristen in der endlosen Wüste New Mexicos unternimmt, erreichte aus dem Stand den Status eines Kultfilms.

Nach dem Riesenerfolg des Remakes THE HILLS HAVE EYES im Jahr 2005, schien ein Sequel unausweichlich. Vom Studio, Fox Atomic, war zu hören, dass sie Interesse an einer Fortsetzung hatten und ich dachte, so ein Projekt würde Spaß machen“, erzählt Wes Craven und ergänzt, „ich sagte den Studio-Leuten, dass mein Sohn Jonathan und ich das Drehbuch in einem Monat schreiben könnten, und sie sagten ‚ok’ und ich sagte ‚ok’.“

Obwohl Craven die Idee, das Buch gemeinsam mit seinem Sohn zu schreiben, gut gefiel, war er doch unsicher, wie produktiv eine solche Zusammenarbeit unterm Strich sein würde. „Es wirkte immer so, als ob ich in dieser Welt versunken war und darin arbeitete, während Jonathan für Magazine und Internet-Publikationen schrieb und wir hatten selten zusammen gearbeitet. Und plötzlich war da diese Gelegenheit … und ich hatte keine Ahnung, wie es gehen würde. Und wissen sie was? Es war einfach cool. Er hat diesen ungebremsten Sinn für Humor. Es gibt diesen dunklen, dunklen Humor, der offenbar in den Genen der Cravens steckt – wir ließen es einfach laufen… Das Buch entwickelte sich in einer Art, die uns beide überraschte und wir schrieben die erste Fassung in ziemlich genau einem Monat. Da waren einfach zwei Leute in einem Raum, zwei Erwachsene, gar nicht so sehr Vater und Sohn. Es waren einfach zwei Typen, die etwas zu Ende bringen mussten. Es war eine schöne Erfahrung, die uns einander näher gebracht hat.“

Die Produzenten von THE HILLS HAVE EYES 2 waren begeistert, dass die beiden Cravens zusammen arbeiteten. „Wes beschloss, das Buch zu schreiben, gemeinsam mit Jonathan – besser konnte es nicht sein“, sagt Peter Locke. „Ich kenne Jonathan seit seinem fünften Lebensjahr und es ist herrlich, dass es zu dieser Zusammenarbeit kam.“

Wegen der kurzen Zeit, die ihnen für das Schreiben des Drehbuchs blieb, mussten die beiden sich an einen sehr rigiden Zeitplan halten, um den ersten Entwurf zu beenden. „Wir entwarfen oder schrieben jeden Tag nach unserem ersten Treffen“, erinnert sich Jonathan Craven „wir fingen bei ihm zuhause an, warfen uns die ersten zwei Wochen Ideen zu und schrieben die grobe Linie auf. Dann arbeiteten wir die nächsten vier Wochen in einem Hotelzimmer, um nicht alle fünf Minuten durch Anrufe oder ähnliches unterbrochen zu werden. Wir schrieben sieben Tage die Woche von morgens 9 Uhr bis 9 Uhr am Abend, bis wir nach etwa einem Monat eine erste Fassung fertig hatten. Wir arbeiteten getrennt und gemeinsam an zwei Schreibtischen in zwei aneinander grenzenden Räumen – nahe genug, um Blickkontakt zu haben und uns unterhalten zu können ohne zu brüllen – aber dennoch mit ausreichender Eigenständigkeit. Jeder arbeitete für sich an den Szenen und danach tauschten wir sie aus.“

Wes Craven erklärt, wie die Storyline für den Film entstand: „Kurz nachdem das Remake in den Kinos war, hatte ich die Idee, einen weiteren Teil zu machen, in dem Brenda Carter, die von Emilie de Ravin gespielte Tochter der Familie, bei der National Guard anheuert, um ihre Ängste zu verarbeiten und schließlich zurück in die Wüste New Mexikos geschickt wird. Das klappte nicht, weil Emilie für einen anderen Film vor der Kamera stand und keine Zeit hatte.“

Ohne die Schauspielerin der Brenda Carter zur Verfügung zu haben, um die man eine Geschichte hätte bauen können, mussten die Cravens sich einen anderen Aufhänger für die Fortsetzung ausdenken – einen, der den Grusel des Vorgängers noch übertreffen sollte.

Die Beiden beschlossen, sich an den gruseligen Schlagzeilen der Nachrichtenmedien zu orientieren. „Was im Moment passiert ist, historisch gesehen, so wichtig – der Krieg im Irak und der Kampf gegen den Terrorismus“, erklärt Wes Craven. „Der Widerstreit der Kulturen! Vor dem Hintergrund dieser schrecklichen Realität, fand ich es interessant, eine Geschichte zu entwickeln, in der amerikanische Jugendliche in Uniform gegen einen Feind kämpfen, der vollkommen unerklärlich ist. Sie werden auf ein bestimmtes Feindbild hin trainiert, aber dann mit etwas gänzlich Unbegreiflichem konfrontiert.“

Auch Jonathan Craven fand die Idee mit den Soldaten faszinierend. „Ich musste diese Geschichten und Bilder von Teenagern, die in so grässliche Situationen in Irak und Afghanistan geschickt werden, in der Fantasie durchspielen… Der Horror, mit dem sie konfrontiert werden ist 1000-mal schlimmer als das, was man in Horrorfilmen zeigen könnte. Und doch glaube ich, dass ein wenig davon bereits in der HILLS-Mythologie verwurzelt ist. Das Original spielt auf einer Militärbasis und wir dachten, das Militär sollte eine größere Bedeutung bekommen.“

Um das Mutanten-Gemetzel der Cravens in Szene zu setzen, suchten die Produzenten nach einem visuell wirklich innovativen Regisseur. Sie begannen nach jemandem mit einem eigenen und originellen Sinn für Geschichten und Stil Ausschau zu halten, einem der Gänsehaut-Suspense mit künstlerischer Sensibilität verbinden könnte. Die Suche nach dem richtigen Kandidaten erforderte extremen Einsatz.

„Wir suchten mit Hochdruck nach unserem THE HILLS HAVE EYES 2-Regisseur“, erzählt Ko-Produzent Cody Zwieg. „Das Problem bestand darin, jemanden zu finden, der Spannung und Angst aufbauen konnte, ohne die Figuren des Films aus den Augen zu verlieren. Innerhalb von sechs Wochen interviewten wir an die zwanzig Regisseure und nahmen schließlich drei in die engere Auswahl.“ Nach einem intensiven und anstrengenden Auswahlprozess fiel die Wahl auf den Deutschen Martin Weisz.

Weisz kommt aus der Werbe- und Music Video-Szene und hat Clips mit Künstlern wie Puff Daddy, Brandy, Meatloaf und LL Cool J in Szene gesetzt. Nach großen Erfolgen in diesem Bereich erhielt Weisz immer häufiger Angebote, Spielfilme zu inszenieren. „Ich glaube, die Leute identifizierten mich wegen meines Music Video-Backgrounds immer wieder mit dem Horror-Genre“, sagt Weisz. „Ich liebe Suspense und Horror. Es ist ein wunderbares Genre, aber leider gerät es immer mehr in die Popcorn-Ecke, um es kommerzieller zu machen.“

Das Produktionsteam wurde auf ihn aufmerksam, als sie von seinem provokativen und kontrovers diskutierten Film ROHTENBURG hörten. Der psychologische Horrorthriller basiert auf der wahren Geschichte zweier Männer, die sich im Internet kennenlernen und schließlich ein kannibalistisches Ritual vollziehen. Erste Vorführungen des Films machten Schlagzeilen, nachdem manchem Zuschauer einige der recht naturalistischen Szenen des Films schlecht bekommen waren. In Deutschland wurde die Aufführung des Films verboten, nachdem der wegen Mordes verurteilte Überlebende des Kannibalismus, auf Verletzung seiner Persönlichkeitsrechte geklagt hatte. Von der Kritik sehr kontrovers diskutiert, gewann ROHTENBURG 2006 den Großen Preis des Internationalen Film Festivals Luxemburg und Weisz wurde beim prestigeträchtigen Internationalen Katalanischen Film Festival in Sitges, Spanien als Bester Regisseur ausgezeichnet. Es scheint wie eine Ironie des Schicksals, dass Wes Craven 30 Jahre zuvor ebenfalls in Sitges als Bester Regisseur und THE HILLS HAVE EYES als Bester Film ausgezeichnet wurde. Kein Wunder also, dass sich Weisz als Regisseur für Wes Cravens neuestes Werk empfahl.

„Weisz ist ein Filmemacher der sicherlich keine Angst vor Kontroversen hat“, meint Craven. „ROHTENBURG handelt von menschlichem Kannibalismus aus sexuellen Motiven und hat allen Nervenkitzel, der Menschen den Schweiß aus den Poren treibt. Das zeigte mir, dass er keine Berührungsängste mit heiklem Material hat. Außerdem zeichnet ihn ein großer Enthusiasmus und eine grenzenlose Energie aus. Er ist ein sehr erfahrener Filmemacher im Bereich der Werbe- und Musicclips. Das ist ein hartes Geschäft und verlangt ein großes Maß an visueller Fantasie.“

Das Angebot, THE HILLS HAVE EYES 2 zu inszenieren, war für Weisz eine ziemliche Überraschung. „Ich steckte gerade in der Vorbereitung zu einem anderen Film, als mein Agent anrief und fragte, ob ich Lust hätte das Drehbuch zu lesen“, erinnert sich Weisz. „Ich las es dann am Wochenende. Es war wirklich das Script, das mich für den Film begeisterte. Es war wirklich gut geschrieben und ganz anders, als ich erwartet hatte. Ich fühlte mich sofort an einen meiner absoluten Filmfavoriten ALIENS („Aliens – Die Rückkehr“, 1986) erinnert. Soldaten, Höhlen, Minen, Mutanten! Ich war sofort begeistert!“

Um das Buch drehfertig zu bekommen, verbrachte Weisz viel Zeit mit dem Produktionsteam und ging jeden Aspekt mit den Kollegen durch. „Ich sagte Marianne, Wes, Peter und Jonathan was ich von dem Script hielt, dann trafen wir uns alle bei der Fox und legten alle Gedanken und Einwände auf einen Haufen“, erzählt der Regisseur. „90 Prozent davon zielten in die gleiche Richtung und so war es nicht schwer, zu einem einheitlichen Ergebnis zu gelangen.“

Die Musterung der National Guard-Soldaten

Als Weisz unter Vertrag genommen war, lag der Fokus der Filmemacher darauf, eine möglichst authentische Besetzung für die National Guard-Rollen zusammen zu stellen. Beim Casting wurde nicht nur Wert darauf gelegt, die jeweilige Rolle mit dem richtigen Schauspieler zu besetzen, es ging vielmehr darum, ein Ensemble zu engagieren, das gemeinsam die unterschwelligen Konflikte ausdrücken konnte, die unter der disziplinierten, streng kontrollierten militärischen Haltung schlummern.

„Wir wussten, dass es hier um ein Ensemble ging“, erzählt denn auch Ko-Produzent Cody Zwieg. „Natürlich suchten wir Darsteller, die aussahen wie richtige Soldaten und Leute dieses Alters auch spielen konnten. Oft sieht man Darsteller, die mit Ende 20/Anfang 30 Soldaten spielen sollen, dabei wissen wir, dass die Leute, die nach Irak oder Afghanistan geschickt werden, gerade aus der Schule gekommen sind und somit im College-Alter sind. Also suchten wir nach Gesichtern dieses Alters.“

Die Produzenten wollten außerdem die multi-ethnische Zusammensetzung des amerikanischen Militärs spiegeln. „Wir wollten einen Cast, der alle Ethnien und Rassen repräsentierte, die wir in der Realität finden und in den Nachrichtensendungen sehen“, erklärt Zwieg.

Für die Rolle von Sarge, dem Anführer der Einheit, suchten die Produzenten einen Schauspieler, der nicht nur einen ruppigen Kommandeur porträtieren konnte, sondern ständig einen Unterton von Angst und Vorahnung vermittelte. In Flex Alexander fanden sie diesen Darsteller. „Ich bewunderte ihn in SNAKES ON A PLANE („Snakes on a Plane“, 2006)“, sagt Peter Locke. „Ich fand ihn hervorragend. Er spielte ein wirkliches Arschloch, aber das mit allen Facetten seiner Rolle… Bei den Proben betrat er den Raum und wirkte wie ein Typ, der gerade zum Sergeant ernannt worden war – irgendwo zwischen den Soldaten und einem Offizier.“

Alexander wusste, dass er eine ganz eigene Figur spielen musste, wenn er der Rolle gerecht werden wollte. „Sarge sollte mit sich im Reinen sein, friedlich. Ich wollte nicht, dass er wie ein Roboter wirkt. Ich legte los und mein Schauspiel-Coach sagte ‚sei ruhig und finde deine Mitte’. Mir war klar, dass jeder bei der Probe meiner Rolle sehr laut gegenübertreten würde, also begann ich zu modulieren. Wenn du schreist oder brüllst, verlierst du tatsächlich an Kraft. Meine Großmutter ist sehr geerdet, von ihr schaute ich mir das ab. Sie konnte mir Blicke zuwerfen, vor denen ich erschauerte. Das kannte ich aus meiner Kindheit und übernahm es für meine Rolle.“

Besonders schwierig gestaltete sich die Besetzung der Rolle Napoleons, des etwas schmuddeligen Kriegsgegners der Truppe, dessen Figur das ganze emotionale Spektrum von Pazifismus bis zu ungezügelter Aggression ausdrücken muss. Nachdem die Filmemacher dutzende Schauspieler für diese schwierige Rolle gesichtet hatten, waren sie erleichtert, als Michael McMillian (“Saved”) vorsprach. Produzentin Marianne Maddelena erinnert sich: „Ich war so deprimiert, weil alle diese Schauspieler in L.A. so sonnengebräunt und muskulös aussehen, selbst wenn sie eigentlich Streber, Langweiler oder geborene Verlierer sind – alle gehen ins Fitnesscenter. Micheal betrat den Raum, er ist groß und schlank und plötzlich wurde mir klar, dass Wes selbst so eine Art Napoleon in dem Alter um die zwanzig gewesen war. Und ich dachte: ‚Jetzt verstehe ich, um wen es hier geht.’ Wes entstammt einer Arbeiterfamilie und war der erste aus seinem Clan, der zum College gehen durfte. Die Napoleon-Figur kommt auch aus der Unterschicht, ist sehr intelligent, möchte zum College gehen und heuert bei der National Guard an, um eine Ausbildung zu bekommen. Als Michael damals zur Tür hereinkam war uns klar, dass wir unseren Napoleon gefunden hatten.“

Napoleon und McMillan verband einiges: „Napoleon und ich haben eine Menge gemeinsam“, meint der Schauspieler, „wir haben sehr ähnliche Meinungen über die Bush-Regierung. Wir sind beide Pazifisten. Er ist alles andere als ein Held. Es ist sicher kein Zufall, dass THE HILLS HAVE EYES 2 in dieser Situation gedreht wurde. Napoleon reflektiert die derzeitige Sicht der Gesellschaft auf das Militär und das Töten. Es war interessant diesen düsteren Punkt zu finden – es gibt ganz ursprüngliche Instinkte, auf die man zurückgreift, wenn man seine gewohnte Sicherheitszone verlässt. Ich finde es gut, Leinwandfiguren einer Charakterveränderung zu unterziehen.“

Für die Rolle des aufbrausenden Crank, des Unruhestifters in der National Guard-Einheit, wollten die Produzenten einen besonders charismatischen Darsteller um beim Publikum wenigstens den Anschein von Sympathie zu wecken. Nach seinen Rollen in Filmen wie JARHEAD (Jarhead – Willkommen im Dreck“, 2005), FLIGHT OF THE PHOENIX („Der Flug des Phoenix“, 2004), TRAFFIC („Trafic – Die Macht des Kartells“, 2000) und GET SHORTY („Schnappt Shorty“, 1995) war das Produktionsteam schnell entschlossen, den altgedienten Schauspieler Jacob Vargas mit der Rolle zu betrauen. „Er hat eine unglaubliche Energie“, sagt Cody Zwieg. „Wir hatten ihn in einigen anderen Filmen gesehen und er ist einer von den Leuten, die haargenau auf eine Figur passen… Er kann so viele Variationen anbieten. Wir waren uns sicher, dass er für unseren Film die nötige Intensität und das militärisch-übereifrige Verhalten ausstrahlen würde. Er repräsentierte diese Seite des Militärs und spielte das mit bewundernswerter Präzision.“

Vargas beschreibt seine Rolle: „Crank ist ein urwüchsiger Action-Held. Es gibt eine Menge Szenen die physische Präsenz fordern, vom Umgang mit Waffen, über das Wegrennen vor den Mutanten, das Überspringen von Erdspalten bis zum Herunterschliddern an matschigen Steilhängen. Immer beginnt er hitzköpfig, allzeit bereit, aber schließlich verliert er die Nerven und bricht zusammen. Er hat soviel gesehen an diesem einen Tag, dass es ihn umhaut. Es ist ein allmählicher Abstieg. Alles an Crank ist eine Nummer zu groß. Er flucht die ganze Zeit. Er ist so cholerisch, es kostete unglaublich viel Energie und ich ging immer völlig erschöpft vom Set.“

Nach einer ganzen Reihe dramatischer Rollen, war Vargas froh, in diesem Film auch physisch stark gefordert zu werden. „THE HILLS HAVE EYES 2 ist Unterhaltung – es geht um Soldaten, die von Mutanten durch die Gegend gejagt werden. Sie lauern auf uns, denn wir sind ihr Mittagessen! Es ist ein Heidenspaß, darum wollte ich unbedingt dabei sein!“ Da Frauen auf dem Schlachtfeld inzwischen einfach Realität sind, war es den Produzenten wichtig, auch Frauen unter den Dienstgraden der National Guard zu haben. Entsprechend viel Gewicht lag auf der Besetzung der beiden weiblichen Figuren, Amber and Missy, für die dutzende junge Schauspielerinnen zum Vorsprechen eingeladen wurden. Schauspieler Michael McMillian beschreibt die erstaunlichen Veränderungen, die die beiden Frauen im Film durchmachen: „Amber erinnert ein wenig an Sigourney Weaver in ALIENS („Aliens – Die Rückkehr“ 1986), das Mädchen, dem man am wenigsten Durchsetzungskraft zugetraut hätte. Missi ist ein starkes und mutiges Mädchen. Es macht Spaß, die Entwicklung der beiden Figuren zu beobachten. Die Mädchen in unserem Film treten einigen in den Hintern. Ich denke, das Publikum wird überrascht sein, wohin das Drehbuch die beiden Frauen treibt.“

Nach dem Lesen des Scripts wollte Jungstar Jessica Stroup unbedingt Amber spielen, eine hübsche, 19jährige Soldatin. Sie erinnert sich: „Viele Menschen sind gar nicht in des Lage, sich eine Frau als eine Person vorzustellen, die stark ist und loszieht um ihr Land im Kampf, mit einer Waffe zu verteidigen. Trotz allem, was momentan im Irak passiert, habe ich in letzter Zeit keine Filme mit kämpfenden Frauen gesehen.“ Über ihre Auswahl erzählt Stroup: „Nach dem Vorsprechen hörte ich zwei Monate lang überhaupt nichts. Ich fragte meinen Manager, ob ich es nochmal versuchen solle. Ich wurde für die Rolle gecoached, veränderte einiges, und versuchte es erneut. Das Lesen klappte sehr gut. Ich war überrascht, dass die Produzentin Marianne Maddalena sich die Zeit nahm, mit mir zu probieren, bis es stimmte. Sie glaubte an mich und ich war ihr so dankbar. Am nächsten Tag hatte ich die Rolle.“

Stroup freute sich über die Chance in einem Actionfilm mitzuspielen und war geradezu begeistert, sich Meriten im Horrorgenre verdienen zu können. „Als Kind war ich ein ziemlich burschikoses Mädchen. Ich habe vorher schon in ein paar Horrorfilmen mitgespielt, aber die waren hart am Rande der Unglaubwürdigkeit. Ich wollte etwas Härteres machen, richtigen Hardcore-Horror. Da gab es diese Szene, in der ich mein Bajonett benutzen musste, um jemanden umzubringen. Nichts hat mich je in meinem Leben soviel Kraft und Energie gekostet. Man muss komplett abschalten und sich sagen ‚Ich muss diesen Typen umbringen’. Das war der Psycho-Wahnsinn! Es war die intensivste Erfahrung meines ganzen Lebens – Szene für Szene.“

Die zweite weibliche Hauptrolle besetzten die Produzenten mit der talentierten jungen Schauspielerin Daniella Alonso als Missy – eine Einzelgängerin, die ihren Sohn zuhause zurückgelassen hat. „Als Missi wollten wir jemanden vom Typ ‚raue Schale, weicher Kern’,“ erklärt Cody Zwieg. „eine Mutter, der man den Mutterinstinkt abnimmt und die gleichzeitig glaubhaft eine Kämpferin verkörpert. Das ist nicht ganz einfach, besonders wenn man so hübsch ist wie Daniella. Nicht jede Schauspielerin hat diese Bandbreite, aber sie hat einerseits diese Unnahbarkeit und andererseits eine weiche Seite, wenn sie über ihren Sohn spricht. Würde ihre Figur nicht funktionieren und die Zuschauer sich nicht mit ihr als Mutter und als Soldatin identifizieren, hätte der Film ein großes Problem.“

Daniella Alonso suchte zuerst den emotionalen Kern ihrer Figur. „Die Rolle Missi hat viele Ebenen.“ erläutert sie. „Für ihre persönliche Sicherheit braucht sie Leute denen sie vertrauen kann. Nach einigen schlechten Erfahrungen in ihrem Leben ist sie wählerisch geworden. Sie hat diese starke Seite, die sagt ‚hau ab, mir dir will ich nichts zu tun haben’ und plötzlich passiert etwas, das sie komplett zusammenbrechen lässt. Und dann sieht man ihre sehr sensible und verletzliche Seite.

“Für Alonso war es sehr wertvoll, Wes Craven während der Dreharbeiten zu THE HILLS HAVE EYES 2 am Set zu haben. „Wes Craven ist ein sehr praxisorientierter Produzent.“ meint Alonso. „Es war wundervoll, er war hier in Marokko jederzeit bereit, uns Tipps und Ratschläge zu geben. Er respektierte uns als Schauspieler und war mit all seiner jahrelangen Erfahrung einfach da, wenn wir ihn brauchten.“

Der talentierte Jungschauspieler Lee Thompson Young (FRIDAY NIGHT LIGHTS, 2004) spielt Delmar – den Friedensstifter der Gruppe. Young ergriff die Herausforderung, sich voll und ganz in die anspruchsvolle Rolle zu verbeißen. „Delmar ist durchaus gerissen, aber man merkt es ihm kaum an. Er weiß, dass er einen Menschen getötet hat und damit weiß er, eher als die anderen, wozu er fähig ist. Und er ist bereit, sein eigenes Leben zu riskieren, um sicherzustellen, dass alle anderen mit heiler Haut aus der Mine herauskommen. Ich kann seine Entscheidungen bestens nachvollziehen.“

Die Produzenten waren voll des Lobes über Youngs Arbeit. „Lee Thompson Young ist einfach fantastisch“, sagt Peter Locke. „Er sieht gut aus, er ist stark und seine darstellerischen Fähigkeiten sind enorm. Er ist der Fels in der Brandung und trägt eine Menge Verantwortung.“

Schauspieler und Comedian Eric Edelstein spielte Spitter, einen Gefreiten Mitte dreißig, mit Sprachfehler. Mit seinen fast zwei Metern Länge und erheblichem Übergewicht, demonstriert Edelstein, dass Soldaten der National Guard in allen Größen, Konturen und Lebensumständen vorkommen. Eric suchte bei seiner Familie, bei Freunden und Kollegen Rat, bezüglich der Darstellung eines Soldaten. „Ich war mal zwei Wochen lang Pfadfinder – das war mein erster Kontakt mit soldatischem Auftreten und wahrscheinlich auch mein letzter“, scherzt Edelstein. „Mein Vater und mein Großvater waren beide beim Militär und ich wollte, dass sie stolz auf mich sind. Bei der Vorbereitung auf die Rolle beriet mich ein Freund, der bei der National Guard im Irak war. Es ist wichtig, den Unterschied zwischen der National Guard und den normalen Soldaten zu kennen. Sehr hilfreich waren die zahlreichen Hinweise von Jacob Vargas. Jacob war für seine Rolle in JARHEAD im Trainingslager gewesen und zwei seiner Brüder sind bei den Marines, dadurch kannte er sich mit militärischen Dingen bestens aus.“

Die Produzenten engagierten Ben Crowley für die Rolle Stump. Crowley beschreibt die Figur als „etwas aufmüpfig und rustikal.“ “Stump fühlt sich oft einsam. Er hat Ecken und Kanten, und es macht Spaß, so eine Figur zu spielen.“ Als bekennender Horrorfilm-Fan war Crowley begeistert, in einer Wes Craven-Produktion dabei zu sein. „Wes Craven ist eine Instanz im Unterhaltungsgeschäft. Wer sich im Kino auskennt – und das dürfte mehr oder weniger die ganze moderne Welt sein, der kennt das Genre des Horrorfilms und damit den Namen Wes Craven. Es ist unglaublich, nur sehr wenige Menschen kommen in ihrem Leben an den Punkt, an dem sie so gut sind bei dem, was sie tun. Wes Craven ist das Markenzeichen für Grusel.“

Für die Rolle von Mickey, dem gut aussehenden Sonnyboy der Gruppe, übernahm der australische Neuling Reshad Strik die schauspielerische Verantwortung. „Reshad betrat den Raum und er war Mickey“, sagt Cody Zwieg. „Er hatte den albernen Charme, der die Figur so liebenswert macht.“ Strik, der sein amerikanisches Filmdebüt mit THE HILLS HAVE EYES 2 gab, war begeistert von der Arbeit. „Als sie mir die Rolle anboten, konnte ich nicht sprechen, so aufgeregt war ich“, sagt Strik. „Ich bekam die Rolle 5 Monate nachdem ich nach L.A. gezogen war. Eine solche Rolle war in meinem persönlichen 5-Jahresplan vorgesehen, nicht in meinem 5-Monatsplan.“

Um die militärischen Aspekte des Films so authentisch wie möglich spielen zu können, unterzogen sich die Darsteller der Soldaten einer intensiven militärischen Unterweisung für ihre Rollen. Die Schauspieler verbrachten einige Zeit mit einem militärischen Schnellkurs, in dem sie den Umgang mit Waffen ebenso lernten, wie das Verhalten in einer Kampfzone. Da bei den Dreharbeiten knapp 8.000 kg Pyrotechnik zum Einsatz kam, schreibt das Gesetz vor, dass ständig drei königlich-marokkanische Gendarmen die Waffen und das andere hochexplosive Material am Set bewachen mussten.“

Die physischen Anstrengungen, die die Dreharbeiten eines Action- und Horrorfilms unter der brütenden Wüstensonne mit sich brachten, waren schlimmer als alles, was die Darsteller jemals zuvor erlebt hatten. „Das war wohl die physisch herausforderndste Rolle, die ich je gespielt habe“, gibt Jacob Vargas unumwunden zu. „Ich musste Cranks unermüdliche Energie hochhalten. Das bedeutete, dass ich mich täglich neu aufrappeln musste, um der Figur gerecht zu werden. Ich war jeden Tag vollkommen erledigt. Ich habe mich selber krank gemacht. Im Film schreie ich so laut wie es meine Lunge hergibt, und ich reiße diese hölzernen Planken um… Ich musste die Energie halten. Als ich am zweiten Tag aufwachte, tat mir alles weh und ich wollte nicht aufstehen. Ich hatte Fieber und dafür war ich selbst verantwortlich. Ich habe mich buchstäblich aufgerieben.“

Die wochenlange Arbeit in dieser abgeschiedenen Bergregion schweißte die Gruppe zusammen, denn sie mussten lernen, sich aufeinander zu verlassen – wie die Soldaten der Nationalguard im Film. Die Produzenten unterstützen sie, indem sie dafür sorgten, dass sie genug Zeit füreinander hatten – ohne Kamera.

Produzentin Marianne Maddalena erinnert sich gern: „In unserem National Guard-Ensemble entwickelten sich enge Freundschaften – es wurde eine eingeschworene Gemeinschaft, und das sieht man ihrem Spiel auch an.“

Auch die Schauspieler waren begeistert, wie schnell sie zu einer Gruppe wurden. „Ich habe noch nie einen Cast erlebt, der so gut miteinander ausgekommen ist, wie wir“, meint Jessica Stroup. „Wir waren zwei ganze Monate in Marokko zusammen. Wir verbrachten den Morgen, den Mittag und den Abend gemeinsam – schließlich saßen wir bei irgendwem im Zimmer und unterhielten uns. Wir sind uns sehr nahe gekommen.“

Mutanten und Minen

Die Besetzung der National Guard-Soldaten war für die Qualität des Films von großer Bedeutung. Aber auch für die Auswahl ihrer furchterregenden Gegenspieler, der in der alten Mine hausenden Mutanten, gab es einen höchst ungewöhnlichen Kriterienkatalog. „Wir mussten Schauspieler finden, die nicht nur anspruchsvolle Stunts beherrschen, mit der umfangreichen Maske spielen und klarkommen, sondern auch die wilden Urinstinkte der grimmigen Wesen glaubhaft darstellen konnten“, erklärt Cody Zwieg. „Das ist eine ganz schöne Herausforderung.“

Aufgrund der physischen und künstlerischen Anforderungen an die Schauspieler, die prothetische Masken in der Wüstenhitze Marokkos tragen mussten, entschlossen sich die Produzenten und das Maskenteam von K.N.B. EFX Group, Inc., Darsteller zu engagieren, die sich durch jahrelange Erfahrung auf diesen schwierigen Prozess spezialisiert hatten. „Von unserem vorherigen Dreh in Marokko kannten wir die Stunt-Leute dort, die mit dieser Art von Maske umgehen können“, erklärt K.N.B.-Mann Gregory Nicotero. „Mit Michael Bailey Smith als Papa Hades und Derek Mears für die Rolle von Chameleon hatten wir eine gute Basis. Die Qualität der Maske ist abhängig von der Fähigkeit der Schauspieler, damit zu arbeiten. Da hatten wir großes Glück! Die Schauspieler wissen ganz genau, wie man die Maske und die darunter schlummernde Figur zum Leben erweckt.“

Horror-Veteran Michael Bailey Smith (NIGHTMARE ON ELM STREET 5: THE DREAM CHILD/„Nightmare 5 – Das Trauma“, 1989) genießt das Privileg, sowohl in THE HILLS HAVE EYES, als auch im zweiten Teil dabei zu sein, wenn auch in verschiedenen Rollen. Sein schauerhaft-abartiges Porträt des geistig wirren Pluto im ersten Film schrieb Horrorfilm-Geschichte und wurde mit dem Fangoria Chainsaw Award For Best Fight ausgezeichnet. Smith hatte Spaß an der Darstellung dieses „unglaublich bösartigen Charakters, der gleichzeitig von kindlicher Unschuld war. Kaum hat er seinem Widersacher ein Bein ausgerissen und genüsslich verzehrt, verfällt er schon wieder in diese zarten, kindlichen Bewegungen und feuert mitreißende Lachsalven ab. Diese Rolle habe ich sehr genossen.“ Im zweiten Teil spielt er den Familienpatriarchen Hades, den sadistischsten aller Mutanten.

Smith sagt zur Unterscheidung der beiden Charaktere Papa Hades und Pluto: „Hades ist vollkommen bösartig und dominant, während Pluto noch diese kindliche Seite an sich hat. Ohne den schlechten Einfluss von Papa June wäre vielleicht ein ganz netter Typ aus ihm geworden. Er wurde auf den falschen Weg gebracht. Hades ist der Silber-Rücken, der große Gorilla, einfach cool.“

Chameleon, der diabolische Mutant, der sich optisch fast unsichtbar der hügeligen Wüstengegend angleichen kann, wenn er auf seine unglücklichen Opfer wartet, schließt sich dem Clan von Papa Hades an. Derek Mears, der in Wes Cravens CURSED den Werwolf spielte, wurde für diese Rolle ausgewählt. Er sagt: „Meine Figur hat keine Super-Power… sie kann ihr Aussehen so verändern, dass sie aussieht, wie die herumliegenden Steine. Damit kann sie Angreifer täuschen, einfach fantastisch! Ein Teil sieht ganz normal aus und der andere ist übersät mit Blasen.“

Um Mears in dieses monströse Wesen zu verwandeln, lief das berühmte K.N.B. Special Effects-Team zur Höchstform auf. „Wir sind sehr stolz auf Chameleon“, sagt Tami Lane, die bei K.N.B. für prothetische Masken verantwortlich ist. „Am ersten Tag kam er ans Set und wurde sofort zu einem Stein, er verschwand einfach! Und plötzlich entdeckt man, wie sich etwas bewegt. Wir waren sehr zufrieden und alle waren begeistert. Er ist definitiv meine Lieblingsfigur, besonders weil er so groß und muskulös ist.“

Hansel, ein eklig entstellter Kind-Mann, der an der Peripherie des blutdürstigen Clans lebt, wird von David Reynolds gespielt, der sich durch Rollen in Filmen wie Rob Zombies HOUSE OF 1.000 CORPSES („Das Haus der lebenden Leichen“, 2003) oder NIGHT OF THE DEAD: LEBEN TOD (2006) für ein Engagement empfahl. Er war begeistert endlich einmal mit Craven arbeiten zu dürfen. „Ich bewundere ihn“, sagt Reynolds. „Die THE HILLS HAVE EYES-Version von 1977 hat eine Direktheit, die mir sehr gefallen hat. Viele seiner Filme waren bahnbrechend, weil sich niemand zuvor in so dunkle Ecken des Filmemachens vorgewagt hatte.“

Über den von ihm porträtierten Hansel sagt Reynolds: „Für mich ist er der sympathischste der Mutanten. Ich war auf mich selbst gestellt, hatte meine Höhle abseits von den anderen Mutanten und ziemlich weit entfernt von Chameleon und Hades…Hansel ist in der Lage, die Schmerzen anderer Leute nachzufühlen. Emotional ähnelt er einem acht- oder neunjährigen Kind, aber sein biologisches Alter ist zwischen 35 und 40.“

Das Mutanten-Ensemble wird von Tyrell Kemlo als Stabber, Gasbar Szabo als Grabber und Jason Oettle als Letch vervollständigt.

Mutant Make-Up

Einer der wesentlichen Gründe für den Erfolg der HILLS-Version aus dem Jahr 2006 war der kreative Beitrag der für CHRONICLES OF NARNIA („Die Chroniken von Narnia – Der König von Narnia“, 2005) Oscar-prämierten K.N.B. EFX Group, Inc. und natürlich waren sie auch bei dieser Produktion wieder dabei. Ko-Produzent Cody Zwieg ist voll des Lobes: „Die Leute von K.N.B. sind unschlagbar… sie sind es, die den Figuren durch die Maskenbildnerei letztlich ihre Persönlichkeit geben.“

K.N.B. und Wes Craven verbindet eine langjährige und sehr spezielle Partnerschaft, die eine Reihe unvergesslicher Filmmonster hervorbrachte. „Wir arbeiten mit Wes und Marianne seit mehr als 10 Jahren zusammen“, erklärt Gregory Nicotero. „Unser erstes gemeinsames Projekt war THE PEOPLE UNDER THE STAIRS („Das Haus der Vergessenen“, 1991)… seitdem haben wir an allen Filmen von Wes mitgearbeitet. Er hat ein gutes Auge für die Figuren, schließlich lebt er ja schon lange mit ihnen. Wes weiß ganz genau was er will, er sieht einen Entwurf und kann sagen ‚das gefällt mir, und das da überhaupt nicht’ und das war’s. Wir arbeiten schon so lange zusammen, dass wir nicht viel reden müssen. Wir haben so viel Zeit miteinander verbracht, dass ich glaube, Wes inzwischen gut zu kennen. Ich weiß er vertraut mir und das bedeutet mir sehr viel, schließlich ist er einer der bedeutendsten Horror-Regisseure Hollywoods.“

K.N.B., Regisseur Martin Weisz und das Produktionsteam verbrachten Wochen damit, den gruseligen Look der Mutanten zu entwerfen. Weisz erinnert sich: „Wir trafen die K.N.B.-Leute und sie zeichneten auf, was ihnen eingefallen war, als sie das Drehbuch gelesen hatten. Wir holten Marianne Maddalena und Peter Locke dazu und besprachen noch einige Änderungen. Für Chameleon stellten wir uns vor, dass er zu einer Hälfte wie ein Mensch und zur anderen wie ein Felsen aussehen sollte – allerdings ziemlich gruselig. Mit Hades taten wir uns etwas schwer, weil wir mit Chameleon, Stabber und Hansel angefangen hatten. Hades war die letzte Figur und sollte gleichzeitig die größte sein. Da die anderen schon ziemlich beeindruckend geraten waren, mussten wir die natürlich noch übertreffen. K.N.B. hat eine hervorragende Arbeit abgeliefert.“

Für das Design der Mutanten benutzten die K.N.B.-Künstler anfangs 3-D Photoshop Design Equipment – eine Software mit der zum Beispiel Bildhauer ihre Modelle im Computer entwerfen. Aus diesen digitalen Modellen wurden Formen entwickelt – für jedes Monstergesicht einzeln. Schließlich wurden die Körper und Köpfe der Darsteller genau vermessen, um die Prothesen und Masken individuell anzupassen.

Für die Dreharbeiten übertrug K.N.B. die Verantwortung den Künstlern Mark Killingsworth, Clare Mulroy und Ben Rittenhouse. Zusätzlich verpflichteten sie Tami Lane, deren Arbeit bei CHRONICLES OF NARNIA mit dem Oscar gekrönt worden war als verantwortliche Maskenbildnerin für die Prothetik. „Als K.N.B. mir diesen Job anbot, war ich ziemlich aufgeregt, denn mir hatte der erste Film sehr gefallen, für mich war er ein Muster für die Darstellung von Gewalt“, erklärt Lane. „Man wollte wegschauen, aber man konnte nicht. Nach dem Erfolg des Vorgängers war ich ganz begeistert, beim neuen Film mitzumachen.“

Craven hatte eine sehr genaue Vorstellung davon, wie er die Entwicklung der Mutanten vom ersten zum zweiten Teil haben wollte. „Für mich repräsentierten sie die nächste Generation. Die Beleuchtung hat sich verändert, sie sind genetisch modifiziert und sie haben sich damit abgefunden, sozusagen unterhalb der Kultur zu leben, die um sie herum herrscht.“

K.N.B.-Mitarbeiter Gregory Nicotero erklärt den Unterschied zwischen den Kreaturen in den beiden Filmen: „Wir waren sehr zufrieden, wie gut die Maske im ersten Teil funktioniert hatte, also mussten wir uns für den zweiten Teil doppelt anstrengen… Im ersten Film waren die Mutanten eher sauber. Wir wollten, dass sie im neuen Film anders aussehen – schon wegen der Natur dieser Wesen: Sie sind Bewohner der Unterwelt, sie leben in Höhlen, also sind sie immer schmutzig. Für Teil zwei mussten wir sie also viel dreckiger und blutiger aussehen lassen. Da gab es viel mehr Verschleiß.“

Tami Lane kommentiert deren abstoßendes Aussehen so: „…sie sehen nicht wirklich viel Tageslicht. Dadurch verformen und krümmen sie sich, denn ohne Sonne kann nichts wachsen, alles verkümmert. Es gibt nur wenige von ihnen und das führt zu inzestuösem Verhalten. Das alles unterstützt die Mutationen. Für Chameleon hatten wir uns noch eine Besonderheit ausgedacht: Seine Haut sollte aussehen wie Stein, so dass er mit seiner Umgebung verschmelzen kann und man nicht weiß, ob er überhaupt da ist. Plötzlich sieht man, wie sich etwas bewegt, aber man ist sich nicht sicher. Das trägt erheblich zum Unheimlichen der Figuren bei.“

Visual Effects

Neben den K.N.B.-Künstlern arbeitete der innovative Visual Effects-Supervisor Jamison Goei (THE HILLS HAVE EYES, HANSEL AND GRETL, HALLOWEEN: RESURRECTION) mit seinem Team von Hightech-Künstlern an den optischen Effekten. „Wir wollten die Effekte so in den Film integrieren, dass der Zuschauer sie nicht als solche wahrnimmt, aber umso mehr von ihnen überrascht wird“, sagt Regisseur Martin Weisz.

Goei genoss die Zusammenarbeit mit dem Regisseur. „Oft arbeite ich mit Regisseuren, die nicht die geringste Ahnung von optischen Effekten haben. Weisz hingegen hat selber im Bereich der Postproduktion gearbeitet und hatte eine zeitlang eine eigene Firma, die sich auf Effekte spezialisiert hatte. Er weiß, was passieren muss. Ich habe sogar einige Tricks von ihm gelernt, die er bei Werbefilmen oder Video-Clips probiert hatte, und die ich noch nie ausprobieren konnte. Wir haben eine sehr ähnliche Wahrnehmung und hatten eine Menge Spaß dabei, gemeinsam Ideen und kreative Lösungen zu testen. Ich mag Denkanstöße und Herausforderungen. Es ist sehr angenehm, jemanden zu haben, der auf das, was man sagt, mit Fachkenntnis antwortet.“

Das Produktionsteam war dankbar für Goeis ansteckenden ‚das kriegen wir hin’-Enthusiasmus am Set. „Es ist eine große Freude mit Jamison zu arbeiten“, sagt Produzentin Marianne Maddalena. „Ich war an große Spezialeffekt-Firmen gewöhnt und immer wirkte es wie eine Riesenproduktion – so kompliziert. Dann engagierten wir Jamison. Er kriegt es immer irgendwie hin. Er hat großartige Ideen, will niemanden enttäuschen und am Schluss sind alle zufrieden.“

Die ganz eigene Welt von Hills Have Eyes 2

Um die Welt von THE HILLS HAVE EYES 2 auf der Kinoleinwand zum Leben zu erwecken, mussten die Produzenten eine eigene visuelle Handschrift entwickeln. Der Film spielt in sonnengebleichten Wüstenlandschaften und klaustrophobisch-engen und düster beleuchteten Tunnels und Minen. Um diese Bilder einzufangen, bedurfte es eines Kameramannes von außergewöhnlichem Talent und großer Vielseitigkeit. Produzentin Marianne Maddalena fand ihn in Sam McCurdy, dessen Arbeit sie im englischen Horrorfilm THE DESCENT (2005) gesehen hatte. „Seine Innenbeleuchtung der Höhlen ist sehr schön und düster“, sagt Maddalena. „Das bringt eine ganz unheimliche und schaurige Atmosphäre – ein Horrorfilm braucht nun mal viel Schatten und dunkle Ecken, um die Spannung zu erhalten.“

McCurdy freute sich über die Gelegenheit, mal wieder in Höhlen und Tunnels zu drehen. Er erinnert sich: „Es gab bedeutende Unterschiede zwischen dem Dreh von THE DESCENT und THE HILLS HAVE EYES 2. Bei letzterem arbeiteten wir an erheblich größeren Sets und dadurch gab es viel mehr Platz für besondere Kameraaufbauten… es erlaubte mehr Fantasie und mehr Kreativität. Bei diesem Film haben wir uns erlaubt, alles auf die Spitze zu treiben – wenn es dunkel ist, ist es wirklich dunkel… vieles spielte sich im Untergrund ab, zu dem aber immer noch ein Lichtstrahl hindurchkam. Es gibt Schatten, man kann nichts sehen und man fragt sich, was da wohl aus dem Dunkel kommt. Das hat mit Urängsten zu tun – man steigt ungern unter die Oberfläche, man geht nicht gern in den Keller und man meidet, wenn immer möglich, dunkle Ecken. Wir haben versucht, alles was unten spielt, so klaustrophobisch wie möglich erscheinen zu lassen, weil das einfach niemand gern hat.“

McCurdy war auch sehr angetan von der Chance mit Wes Craven arbeiten zu dürfen: „Für mich ist Wes eine Legende und es ist großartig, dabei zu sein… Ich habe etliche Horrorfilme fotografiert und ich mag das Genre. Das Wichtigste für mich als Horrorfilm-Fan ist es, einen Film zu machen, den ich selbst gerne im Kino sehen möchte. Und wenn das gelingt, dann bin ich glücklich.“

Produktions-Design

Da ein großer Teil des Erfolgs von THE HILLS HAVE EYES mit seinen endlosen und fantastischen Wüsten-Locations zu tun hatte, beschloss das Produktionsteam, die Fortsetzung wieder in Marokko zu drehen. Die nicht enden wollenden marokkanischen Wüsten und Bergregionen gaben ein wunderbares Double für die Drehbuch-Location New Mexico ab.

Die Crew kam nach Ouarzazate, die Film-Hauptstadt Marokkos, zurück, in der bereits Filmgrößen wie David Lean, Ridley Scott, Bernardo Bertolucci, Martin Scorsese und Oliver Stone gedreht haben. „Ouarzazate ist eine unglaublich Filmstadt“, sagt Wes Craven. „Jeder in dem Ort ist Statist oder baut Sets oder näht Kostüme, alle haben irgendwie mit dem Thema zu tun. Wir benutzten noch mal das de Laurentiis-Studio ein paar Meilen außerhalb.“

Da große Teile des Films auf den Hügeln mitten in der Wüste spielen, war ein Production Designer unerlässlich, dem die Gegend vertraut war. Produzentin Marianne Maddalena erzählt: „Wir stießen auf Keith Wilson, weil er bei einer ganze Reihe von Filmen in Ouarzazate mitgearbeitet hat. Als wir uns seine Website ansahen, waren wir sicher, dass er genau zu unserem Projekt passen würde. Das sieht man jetzt im Film – seine Sets sind fantastisch!“

Wilson, der für seine Arbeit bei „Stalin“ mit einem Emmy Award ausgezeichnet wurde, und der sonst hauptsächlich das Design familienfreundlicher Fernsehfilme wie „Mary, Mother of Jesus”, „Oliver Twist” oder „A Christmas Carol” entworfen hatte, brannte darauf, endlich mal zur Sache kommen zu können. „Ich war schon immer Fan von Horrorfilmen“, gesteht Wilson. „Wenn man sich meine Zeichnungen anschaut, ist das unübersehbar. Vor vielen Jahren habe ich bei THE REVENGE OF DR. DEATH („Das Schreckenshaus des Dr. Death“, 1975) mit Vincent Price und Peter Cushing, den großen Horror-Stars jener Zeit, mitgearbeitet.“

Wilsons großer Erfolg ist auch dem talentierten Team geschuldet, mit dem er arbeitet. „Mein Art Director Alistair Kay ist großartig, wir arbeiten seit mehr als zwanzig Jahren zusammen“, erzählt Wilson. „Er setzt alle meine Ideen um. Ich lege ihm einen Entwurf vor und er fängt an zu arbeiten. Er ist das Bindeglied zwischen mir und den zu bauenden Sets. Außerdem toleriert er mein schlechtes Benehmen und meine cholerischen Anfälle – er weiß gut mit mir umzugehen.“

Ein weiteres wichtiges Mitglied in Wilsons Team, das mit einem Oscar für ihre Arbeit bei THE AVIATOR („Aviator“, 2004) ausgezeichnet wurde, ist Set Decorator Luca Tranchino. „Ich habe drei Filme mit ihm gemacht und er passt sehr gut in unsere Familie“, sagt Wilson. „Luca versteht sehr viel von Geschichte und ist sehr genau, was historische und stilistische Details angeht. Er kann meine Zeichnungen interpretieren, er greift meine Anregungen auf und entwickelt sie weiter. Wir arbeiteten die ganze Zeit sehr eng zusammen.“

Marokko wie New Mexico aussehen zu lassen, brachte seine ganz eigenen Herausforderungen mit sich. Auch wenn der Film in der Gegenwart spielt, reicht der zeitliche Rahmen der Minen-Sets von der Jahrhundertwende bis zurück zu den 1950er Jahren. Zehn Container voll mit Ausstattungsgegenständen wie Fernsehapparate, Sofas, Schuhe usw. wurden aus den USA herübergebracht, um den Sets einen authentischen Look zu verleihen. Chefkameramann Sam McCurdy findet: „Das Production Design ist wunderbar. Es vermittelt ein echtes Gefühl vom Amerika der 50er und 60er Jahre. Man meint, die Mutanten seien schon seit einer Ewigkeit da.“

Da viele Sequenzen des Films in verschiedenen Sektionen der Mine spielen, wurde viel Energie in die Recherche für deren Design investiert. Alistair Kay erklärt: „Laut Drehbuch wurde in der Mine zuletzt vor dem Zweiten Weltkrieg gearbeitet, aber einige Teile stammen aus der Zeit der Jahrhundertwende. Dann kam das Militär und die Regierung übernahm die Mine, um darin Atombombentests durchzuführen.“

Das Produktionsteam arbeitete sich durch tausende von Bildern von Minen aus aller Welt und sammelte die besten Ideen für unseren Film. „Wir wollten, dass man sehen kann, dass die Tunnels von Menschen gegraben wurden“, sagt Alistair. Das wurde dadurch erreicht, dass die Designer ein revolutionäres Baumaterial namens Armadillo Foam benutzten, das vorher schon bei THE DESCENT zum Einsatz gekommen war. Das stabile Schaummaterial kann in jede beliebige Form gebracht und anschließend angemalt werden. „Man kann fantastische Formen herstellen“, sagt Alistair. „Das ermöglicht Tiefe, Winkel und Strukturen. Der Tunnel, in dem gekämpft wird, hat Schlupfwinkel, hinter denen man sich verstecken und Schatten werfen kann. Dieser Tunnel hat fast die Qualität einer Kathedrale.“

Die größten technischen Herausforderungen waren der obere und der untere nasse Tunnel, die bis zu vier Tonnen Wasser auf zwei Ebenen halten konnten. „Bezüglich der Flächen, die wir benutzen konnten, waren wir Beschränkungen unterworfen. Wir mussten aus der Fläche herausholen, was möglich war. Es musste alles in einen Tank passen, der etwa 10 x 20 m groß und ca. 3 m tief war. Glücklicherweise wirken die Tunnel richtig gut, richtig gruselig!“

Die Kostüme

Ein entscheidender Aspekt für den furchterregenden Look des Films sind die Kostüme der mit einem Emmy Award für den Film DEADWOOD („Deadwood“, 2004) ausgezeichneten Kostümbildnerin Janie Bryant. Man braucht eine lebhafte Fantasie und gute technische Fähigkeiten um die passende Kleidung für die Monster zu entwerfen, die schließlich auch den schwierigen Drehbedingungen gerecht werden muss. Zwischen Bryant und Regisseur Martin Weisz gab es von Anfang eine große Übereinstimmung bezüglich des Kostümdesigns. Bryant erklärt: „Der wesentliche Punkt, über den Martin und ich diskutierten, war unser Vorhaben, die Mutanten so dreckig wie möglich zu machen. Ich wollte, dass das Publikum sie förmlich riechen kann und bereits von dem Schmutz, dem Schweiß und ihrem ekligen Aussehen abgestoßen wird. Ich wollte, dass die Zuschauer sagen ’Oh Gott, ich würde sterben, wenn ich nur in die Nähe so eines Monsters käme’. Das würde die Reaktionen verstärken, wenn unsere Soldaten von den Mutanten angegriffen, verschleppt oder gar getötet werden. Je ekliger, desto besser – oder nicht?“

Zur Vorbereitung sichtete Bryant Bilder von Ölarbeitern, Bergwerkkumpels und Schlachtern in Büchern, Magazinen und dem Internet und sammelte sie in einem Buch, das sie mit Martin und den Kollegen von K.N.B. gemeinsam benutzte. „Kumpel aus Kohlengruben haben mich sehr inspiriert und es gab viele Verweise zu der Mine im Drehbuch“, sagt Bryant. Diese Mutanten könnten ja Kleidung von Minenarbeitern der 40er und 50er Jahre geklaut haben… Auch Ölarbeiter mit all den hellen und dunklen Flecken auf ihren Arbeitsklamotten, brachten uns auf gute Ideen. Mich beschäftigten alle Berufe, bei denen man sich richtig dreckig macht. Aber die Mutanten mussten auch etwas kriegerisches haben. Und alle Monster sollten viel Haut zeigen, denn erst im Zusammenspiel mit der Maske erzielte man schließlich dieses groteske Aussehen.“

In Marokko beschäftigten Bryant und ihr Assistent Allison Leach eine Crew von sieben Näherinnen und Schneidern, die mehrere Monate an den Kostümen arbeiteten. Als sie fertig waren, begann der aufwändige Prozess, ihnen diesen abgetragenen und verdreckten Look zu geben. „Die Kostüme auf alt zu trimmen ist ein sehr arbeitsintensiver Prozess“, sagt Bryant. „Manchmal braucht es drei Tage und zwei oder drei Leute, um ein Kostüm derart altern zu lassen. Als erstes waschen oder bleichen wir das Kleidungsstück, dann kommen Drahtbürsten und Sandpapier zum Einsatz, um die Löcher an die richtigen Stellen zu kriegen. Dann tragen wir Flecken oder auch Schweiß auf – manchmal benutzen wir Vaseline für den richtigen ‚wet look’. Wir experimentieren mit allen möglichen Chemikalien bis die Klamotten richtig dreckig und abgerissen aussehen.“

Für die National Guard-Kostüme informierte sich Janie sehr ausführlich darüber, was Soldaten tatsächlich im Wüstenklima tragen. Abgesehen von der originalen, fast zwanzig Kilo schweren Kevlar-Weste tragen die Soldaten genau das, was ihre „richtigen“ Kollegen in Afghanistan und Irak tragen. Die Westen füllte Janie mit federleichtem Schaum anstelle des schweren Kevlarmaterials, damit die Darsteller keinen unnötigen Ballast mit herumschleppen mussten.

Die Kostümcrew war sehr zufrieden mit den Darstellern. „Sie hätten gar nicht umgänglicher sein können. Sie mussten eine Menge aushalten. Es war unerträglich heiß in den Uniformen und schwer waren sie zudem. Aber das hatte auch einen Vorteil in dem ganzen kämpferischen Chaos am Set: Die unbequemen Kostüme erinnerten alle ständig daran, was sie zu sein hatten: zwei Gruppen von Kriegern.“

Bryant arbeitete sehr eng mit anderen Abteilungen zusammen, um Kostüme, Maske und Ausstattung wie aus einem Guss scheinen zu lassen. „K.N.B. und ich haben Seite an Seite gearbeitet“, sagt Bryant. „Bevor ich nach Marokko kam hatte ich mich mit Howard Berger getroffen und ihm mein Ideenbuch gezeigt, damit wir eine gleiche kreative Ausgangsbasis bezüglich der Mutanten hatten. Es geht um eine weitgehende Zusammenarbeit zwischen Maske und Kostüm.“ Das gleiche gilt für Kostüm und Set Design. Production Designer Keith Wilson ergänzt: „Wir diskutierten die ganze Zeit. Sie hatte sehr kreative Ideen für ihre Kostüme. Um einen einheitlichen Look herzustellen arbeiteten wir sehr eng miteinander.“

Produzentin Marianne Maddalena lobt Janie Bryants sehr eigenen persönlichen Stil und ihr makelloses Design. „Unter der sengenden Sonne Marokkos trägt Janie hochhackige Schuhe und verzichtet auf Hut oder Sonnenschutz“, erinnert sich Maddalena. „Sie sieht umwerfend aus und macht einen perfekten Job. Sie kümmert sich um jedes Detail und arbeitet sehr hart – nie muss man auf etwas warten. Nicht einmal war ich enttäuscht. Sie hat einen sicheren Blick und verliert nie ihre Begeisterung, egal wie müde sie ist. In DEADWOOD sieht man, wie brillant sie arbeitet. Und die Mutanten-Kostüme in unserem Film sind wirklich einzigartig. Sie ist sehr, sehr begabt.“

Zu den Kommentaren

News und Stories

Kommentare