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Fakten und Hintergründe zum Film "The Happening"

Kino.de Redaktion |

The Happening Poster

Mehr zum Film? Wir haben die wichtigsten Hintergründe und Fakten für Dich gesammelt: detaillierte Inhaltsangaben, Wissenswertes über die Entstehung des Films, ausführliche Produktionsnotizen. Klick rein!

Über die Produktion

Mit einer Serie von vielschichtigen Hitfilmen, die alle die für ihn charakteristische Mischung aus Spannung, Dramatik, Humor und großen Gefühlen auszeichnet, hat sich M. Night Shyamalan als einer der herausragenden Erzähler zeitgemäßer Kinofabeln etabliert. Seit seinem Debüt mit der innovativen Geistergeschichte THE SIXTH SENSE („Sixth Sense“, 1999) hat er diesen Erfolg mit einer Reihe packender moderner Filme fortgesetzt, die provokante menschliche Mysterien erforschten und sich zu einem Phänomen entwickelten - an der Kasse wie auch in der Akzeptanz durch die Medien. THE HAPPENING führt Shyamalan jetzt zurück zu seinen Wurzeln - mit einem herzzerreißenden intensiven Thriller, der die Geschichte einer großen Katastrophe, einer erschütternden Flucht und eines tödlichen Konflikts zwischen Mensch und Natur erzählt.

Im Kern ist diese Geschichte vielleicht Shyamalans unmittelbarste und direkteste, denn sie folgt nur drei Menschen - einem Mann, einer Frau und einem Kind - die vor einer unbenannten, nicht festzumachenden Katastrophe flüchten. Gleichzeitig ist es aber auch eine Geschichte, die mutig die unvergessliche Vision einer Apokalypse unvorstellbaren Ausmaßes präsentiert, die nicht der Mensch direkt, sondern die Natur ausgelöst hat. Eine Geschichte, die nach den Folgen fragt, wenn der menschliche Überlebensinstinkt ausgeschaltet wird, die erforscht, wie Liebe und Zärtlichkeit uns in den düstersten und bedrohlichsten Zeiten vielleicht am Leben erhalten können. Die Idee für THE HAPPENING kam Shyamalan, als er durch die ländlichen Regionen von New Jersey durch üppige grüne Landschaften fuhr. „Ich war auf dem Weg nach New York“, erinnert sich der Regisseur. „Es war ein wunderschöner Tag, die Bäume streckten sich über den Highway und mir kam plötzlich der Gedanke, was wohl wäre, wenn sich die Natur eines Tages gegen uns wenden würde. In diesem Augenblick hatte ich die gesamte Struktur der Story von THE HAPPENING im Kopf, ich sah die Charaktere schlagartig vor mir. Das war ein großartiges Gefühl, denn Filme sind um so viel zugänglicher, wenn die Struktur im Mittelpunkt steht. Schon in diesem frühen Moment, noch bevor ein einziges Wort auf dem Papier stand, war Shyamalan klar, dass er für diesen Film einen ganz speziellen Stil wollte: „Ich wusste, dass ich einen elektrisierenden, ganz klaren und dynamischen Film drehen wollte.“

Bereits die ursprüngliche Drehbuchversion war von beträchtlicher Intensität. Als aber 20th Century Fox sich zur Zusammenarbeit mit Shyamalan entschloss, schlug das Studio vor, die Geschichte noch weiter zu forcieren. Es sollte ein Film für ältere Jugendliche oder Erwachsene werden, mit dem Shyamalan in puncto Spannung und Terror in Extrembereiche vordringen konnte, in die er sich bisher nicht gewagt hatte. Das war eine Überraschung für Shyamalan, der von dem Versprechen größerer kreativer Freiheit begeistert war und seiner Fantasie fortan fast keine Grenzen mehr setzte. „Als ich darüber nachdachte, erschien mir das die ideale Strategie für diese Geschichte, in der sich ja ohnehin bereits alles um Tabus dreht. Schließlich ist es schwer vorstellbar, dass man THE EXORCIST („Der Exorzist“, 1973) auch für 12-Jährige hätte drehen können.“

Produzent Barry Mendel fasst zusammen: „Das große Konzept des Films war immer, die Düsternis im Shyamalan-Universum voranzutreiben. Das Studio ermutigte uns, alle Beschränkungen hinter uns zu lassen, die Samthandschuhe auszuziehen und alles zu wagen. Und genau das haben wir getan.“ Und Kollege Sam Mercer fügt hinzu: THE HAPPENING hebt viele der übernatürlichen und emotionalen Elemente, für die Nights Film bekannt sind, auf ein neues Level. Und diese Geschichte stellt eine faszinierende Frage von größerer Tragweite: „Sind wir Menschen zu weit gegangen?“

Shyamalan hatte eine zeitgemäße Variation der vom Kalten Krieg geprägten Paranoiathriller der Fünfziger- und Sechzigerjahre im Auge. Das waren Filme, die unterhielten und mit einer gruseligen Atmosphäre vom unmittelbar bevorstehenden Verhängnis die Angst schürten, die aber auch unter der aufgewühlten Oberfläche subtil hinterfragten, ob der Weg, den die moderne Gesellschaft einschlug, vernünftig sei. Von den rachsüchtigen Krähen in Alfred Hitchcocks THE BIRDS („Die Vögel“,1963), über GOJIRA („Godzilla“, 1954), der durch Nukleartests zum Leben erweckt wurde, bis hin zu den aggressiven pflanzenähnlichen Gewächsen in Don Siegels INVASION OF THE BODY SNATCHERS („Die Dämonischen“, 1956) sind diese klassischen Spannungsgeschichten in der Tradition von Horrorfilmen erzählt. Aber sie lassen den Zuschauer auch verwirrt zurück, mit dem Gefühl, die Erde könnte fortbestehen, der Mensch aber vielleicht nicht. Shyamalan wusste, dass – wie auch in diesen Filmen – die treibende Kraft von THE HAPPENING ein alles durchdringendes Gefühl von Ungewissheit und Angst sein würde. Aber er ging noch einen Schritt weiter, um sich ein Untergangsszenario für die Menschheit auszudenken, das unvorstellbar war.

„Was ich an THE HAPPENING wirklich furchterregend finde“, erzählt Shyamalan, „ist der Umstand, dass sich die Menschen plötzlich total konträr zu dem verhalten, was man eigentlich erwartet. Unerklärliches Verhalten ist immer sehr verstörend, und in unserer Geschichte gibt es viele Verhaltensweisen, die eigentlich tabuisiert sind. Was ist schließlich der eine Faktor, der den Bestand einer Spezies sichert? Es ist der Instinkt, Gefahren zu meiden, sich und andere zu schützen. Was aber passiert, wenn man dem Menschen diesen Instinkt nimmt? Dann wird alles, was man kennt, sehr, sehr schnell auf dem Kopf stehen.“ Shyamalan intensivierte das Mysterium der Geschichte noch um ein Vielfaches, indem er vermied, bis ins letzte Detail durchdachte Erklärungen zu den Ursachen des Phänomens von THE HAPPENING zu geben. Stattdessen deutete er nur einen ökologischen Vorfall an, der Auswirkungen auf den menschlichen Verstand hat. „Der Film ist eine Gewissensprüfung“, so Shyamalan, „aber ich glaube, der Zuschauer wird selbst die Antworten ergänzen. Der Film muss nicht hundertprozentige Klarheit darüber bringen, was hier vor sich geht. Einige Figuren sprechen darüber, was sich hier tatsächlich abspielt, aber ihre Argumente werden von anderen oft abgetan und negiert. Trotzdem glaube ich, dass die menschliche Verantwortung für die Ereignisse sehr wohl im Film deutlich wird - wie auch der Gedanke, dass dies ein Tag der Abrechnung ist. Shyamalan genoss es und empfand es als befreiend, auf das zu verzichten, was ihn bekannt gemacht hatte: den überraschenden finalen Clou.

In seiner Vorstellung trugen sich die Geschehnisse von THE HAPPENING innerhalb von 36 Stunden zu, führten die ersten Anzeichen der Katastrophe ohne jede Abzweigung in rasanter Geschwindigkeit zum dramatischen Höhepunkt. „Ich fühlte mich wohl in diesem Genre vom Untergang der Welt, denn wenn ich etwas schreibe, bei dem sich der Eindruck vermittelt, es würde ein Schachspiel mit dem Zuschauer stattfinden, dann wird der Zuschauer genau das erwarten, selbst wenn ich einmal nicht Schach mit ihm spiele. Manchmal ist eine Story eben nur eine Story“, führt Shyamalan fort. „Im Fall von THE HAPPENING geht es vor allem um eine Familie, die versucht zu überleben und lernt, einander zu lieben. Dieser Aspekt hat mich angezogen. Mein Ziel war es immer, einen temporeichen Film zu drehen, den man als Zuschauer paranoid verlässt, beunruhigt über Dinge, die in unserer Welt geschehen, über die man sich aber vorher nie Gedanken gemacht hat.“

Obwohl Shyamalan mit THE HAPPENING in mancher Hinsicht neue Wege geht, wie er das bei jedem seiner Filme getan hat, dient die monumentale in der Story gezeigte Apokalypse auch dazu, zwei Charaktere in einer persönlichen Krise auf einem sehr intimen Level zu beobachten. Im Mittelpunkt stehen der Naturwissenschaften unterrichtende Lehrer Elliot und die Therapeutin Alma – ein Paar, das sich mit Fragen auseinandersetzt, wie man einander beschützt und sich um den anderen sorgt, obwohl die Welt in Auflösung begriffen ist. „Für mich sind Ideen, die in einer Story angelegt sind, immer Katalysatoren für Charaktere, die sie dazu bringen, über Glauben, Liebe und das Leben zu sprechen und dabei ihr Innerstes, spirituell und emotional, preiszugeben“, erklärt Shyamalan. „Die Beziehung zwischen Elliot und Alma sagt eine Menge darüber aus, wie Liebe funktioniert, wer wir wirklich in Beziehungen sind, was es bedeutet, in einer Beziehung der Aktive oder Passive zu sein, was wir zueinander sagen würden, wenn wir glauben, das letzte Gespräch miteinander zu führen. An Elliot interessiert mich, dass er wirklich an seine Frau glaubt, überzeugt ist, dass sie es überstehen könnte.“

Wenn die Ereignisse ihren Lauf nehmen, sind Elliot und Alma völlig überraschend Teil einer neu entstandenen Kleinfamilie geworden. Einer Familie, die in einer schrecklichen Zeit entstanden ist, aber von einem Hoffnungsschimmer erfüllt ist, der ihr in der Dunkelheit genug Licht gibt, um weiterzuleben. „Ich hoffe, dass diese neue Familie als Metapher für die Menschheit dient, für unsere Fähigkeit, positiv und voller Hoffnung weiterzumachen. Gleichzeitig habe ich die Hoffnung“, zieht Shyamalan sein Fazit, „dass der Film das Gefühl erzeugt, wir könnten diese Chance vielleicht gar nicht bekommen, wenn wir nicht anfangen, etwas zu verändern.“

Produktion: Die Charaktere

Als die ersten Vorboten von THE HAPPENING in den TV-Nachrichten gemeldet werden, ist Lehrer Elliot Moore bereits durch jüngste Anzeichen beunruhigt, dass sich die Natur verändert. Das zeigt sich besonders im unerklärlichen (und auf Fakten beruhenden) weltweiten Massensterben der Bienen, über das er mit großen Mühen eine Diskussion unter seinen Schülern anzuregen versucht. Nicht weniger beunruhigend ist sein häusliches Leben. Wie es den Anschein hat, ist die Beziehung zu seiner geliebten Frau Alma in Auflösung begriffen, ohne dass Elliot wirklich die Gründe dafür verstehen könnte. Als sich eine Welle von schrecklichen Todesfällen auszu- breiten beginnt, verändert sich Elliot, wird zu einem entschlossenen Mann auf der Flucht, der schnell herausfinden muss, wer er wirklich ist. Doch die Fäden der Vergangenheit verweben sich mit den Lösungen, die er findet, um zu überleben. Von Anfang an dachte M. Night Shyamalan für die Rolle des Elliot an Mark Wahlberg. Dessen Karriere hatte im Musikgeschäft begonnen, bevor Wahlberg schließlich auch im Film seinen Durchbruch feierte mit überraschenden und unvergesslichen Rollen in Filmen wie THREE KINGS („Three Kings“, 1999), BOOGIE NIGHTS („Boogie Nights“, 1997) und THE PERFECT STORM („Der Sturm“, 2000).

Die Krönung als Schauspieler erlebte Wahlberg mit den Oscar®- und Golden-Globe- Nominierungen als „Bester Nebendarsteller“ in Martin Scorseses DEPARTED („Departed – Unter Feinden“, 2006). Mit Hauptrollen in INVINCIBLE („Unbesiegbar – Der Traum meines Lebens“, 2006) und SHOOTER („Shooter“, 2007) wurde er auch ein gefragter Actionheld. Doch eine Figur wie Elliot hatte Wahlberg, der in einer Gegend aufwuchs, in der es rauh zuging, bisher nicht gespielt: einen ruhigen, sensiblen Lehrer, den unerklärliche Ereignisse zwingen, innerhalb weniger Stunden an seine Grenzen zu gehen.

Trotzdem war Shyamalan überzeugt, dass Wahlberg für die Rolle der Richtige wäre. „Ich kenne Mark, für mich war er immer genau dieser Typ“, erklärt Shyamalan. „Der harte Bursche aus Boston, der in Prügeleien gerät, ist mir unbekannt. Ich kenne nur den anderen Mark. Und wenn ich Szenen sehe, in denen Mark diese sanfte Persönlichkeit erkennen lässt, etwa in der Szene in THREE KINGS, in der er aus dem Irak seine Frau in der Heimat anruft, dann liebe ich ihn einfach. Ich wollte schon immer einen Film mit ihm drehen, in dem er diese Persönlichkeit durchgehend zeigen kann. Außerdem ist Mark meiner Ansicht nach einer der sympathischsten Menschen in Hollywood. Das macht ihn zum perfekten Kontrapunkt zu all den düsteren tabuisierten Dingen, die sich um Elliot herum ereignen. Ein Hauptdarsteller, der eine düstere Note in diesen Film einbringt, das wäre einfach zuviel. Mark aber bringt Licht und Leichtigkeit in das Dunkel.“

Wie sich herausstellte, hatte Wahlberg schon lange darauf gewartet, mit Shyamalan drehen zu können. „Er hat mit meinem Bruder und Joaquin Phoenix zusammengearbeitet – und beide habe ich darum beneidet“, gibt Wahlberg zu. „So war ich natürlich begeistert, als er für diese Rolle vor allem mich im Auge hatte.“ Um detailliert die Rolle besprechen zu können, lud Shyamalan Wahlberg zu einem großen Sushi-Dinner ein. „Damals fiel mir sofort auf, dass Night diese Geschichte bis ins letzte Detail kannte“, erinnert sich Wahlberg. „Welche Frage ich ihm auch immer stellte, er hatte eine Antwort darauf, über die er allem Anschein nach bereits einen ganzen Nachmittag nachgedacht hatte.“

So verführerisch Shyamalans Erzählkunst auch war, wusste Wahlberg trotzdem, dass es für ihn als Schauspieler eine der härtesten Herausforderungen seiner Karriere werden würde, Elliot zum Leben zu erwecken. „Ich mag es, gefordert zu werden“, erklärt Wahlberg, „aber eine so anspruchsvolle Rolle habe ich bisher noch nicht gespielt. Night war absolut überzeugt davon, dass ich diese sehr unschuldige Persönlichkeit in mir hatte, aber ich bin ganz sicher nicht so unschuldig wie Elliot. Ich hatte meine Zusammenstöße mit dem Gesetz und schon jede Menge Ärger, aber ich schätze, Night hat immer meine guten Absichten dahinter erkannt. Trotzdem musste ich mich intensiv auf diese Rolle vorbereiten und vieles von dem, was ich mir über die Darstellung von Elliot aneignete, schnappte ich in der Zeit auf, die ich mit Night verbrachte.“

Produzent Sam Mercer ist überzeugt, dass Wahlberg perfekt zum Erzählstil Shyamalans passt: „In Nights Filmen stehen immer ganz normale Menschen im Mittelpunkt, und Mark hat eine Persönlichkeit, zu der man schnell eine Beziehung aufbauen kann. Ich glaube, der Zuschauer wird sich wirklich mit ihm und dem identifizieren, was in seinem Leben passiert, als die Katastrophe eintritt.“ Je intensiver sich Wahlberg mit seiner Figur beschäftigte, desto mehr berührte ihn Elliot. „Das ist ein sehr positiv eingestellter optimistischer Mann“, erklärt der Schauspieler. „Er ist immer überzeugt davon, dass sich alles schon regeln wird und damit das genaue Gegenteil zu seiner Frau Alma. Sie nimmt alles sehr ernst. Interessant ist aber, dass beide durch diese schrecklichen Ereignisse gezwungen werden, sich darauf zu konzentrieren, worum es im Leben wirklich geht. In der Folge verstehen sie einander besser und finden wieder zueinander.“

Wahlberg war besonders glücklich, dass er diese emotional intensive Reise mit Zooey Deschanel antreten konnte, mit der er sich auf Anhieb bestens verstand. „Ich spürte einfach, dass es zwischen uns eine starke emotionale Bindung gab. Ich hatte immer das Gefühl, dass alles stimmig zwischen uns war und wir auch ohne Worte viel ausdrücken konnten. Die Beziehung zwischen Alma und Elliot musste unbedingt glaubwürdig sein, denn meiner Ansicht nach macht sie den Unterschied von THE HAPPENING zu anderen Katastrophen- oder Horrorfilmen aus. Und weil Zooey so liebenswert ist, erleichterte das alles. Von einer anderen Schauspielerin dargestellt, hätte man Alma vielleicht als böse oder gemein empfinden können. Dank Zooey wird aber deutlich, wie sehr sie sich tatsächlich lieben. Beziehungen sind einfach harte Prüfungen. Mit Zooey aber stimmte immer die Chemie, ganz gleich was passierte.“

Auch Shyamalan fühlte sich von Deschanels lebhafter einnehmender Persönlichkeit angezogen, die sich bereits in Filmen wie ALMOST FAMOUS („Almost Famous – Fast berühmt“, 2000), THE HITCHHIKER’S GUIDE TO THE GALAXY („Per Anhalter durch die Galaxis“, 2005) oder auch ELF („Buddy – Der Weihnachtself“, 2003) zeigte. „Zooeys Figur hat viele Probleme in dieser Geschichte“, erklärt Shyamalan, „aber für diese Rolle wollte ich keine grüblerische Darstellerin. Ich suchte jemanden, den der Zuschauer auf Anhieb sympathisch finden würde, jemanden, für den man Mark sogar noch mehr mögen würde, weil er sie geheiratet hatte. Zooey und Mark wirken im Film so verletzlich und charmant zusammen, dass man wirklich um sie zittert, dass sie das alles überleben werden.“

Deschanel war fasziniert davon, wie Shyamalan ihre Rolle sah. „Wir unterhielten uns ausgiebig darüber, wie wir es erreichen konnten, dass Alma sehr mitfühlend wirkte, dass man sie verstand, dass die Beziehung zwischen ihr und Elliot einen Kontrapunkt zu den viel größeren Problemen darstellte, die für die Menschheit auf dem Spiel standen. Ich fand das sehr aufregend“, gibt Deschanel zu. Dieses Gefühl setzte sich in der Zusammenarbeit mit Mark Wahlberg fort. „Mark hat es mir so leicht gemacht, er ist so großzügig, privat und als Darsteller. Ich glaube, es ist uns gelungen zu zeigen, dass Alma und Elliot genauso sind wie viele andere Paare. Sie lieben sich, aber sie müssen eine neue Perspektive gewinnen, um sich wieder daran zu erinnern, was sie eigentlich miteinander verband. Es ist auch faszinierend, wie ihre Beziehung in Zusammenhang mit dieser großen bevorstehenden Katastrophe steht, in der es um Menschen geht, die ihren Bezug zur Erde vergessen haben.“

Auch Almas psychologische Differenziertheit zog Deschanel an. „Alma bietet mir als Schauspielerin eine viel erwachsenere Rolle, und ich glaube, dass auch die Figur selbst erwachsener wird. Es ist also schön, dass sich in dieser Hinsicht meine Arbeit mit meiner persönlichen Entwicklung überschneidet. Mir gefällt, dass sie so smart ist und viele Situationen mit Humor nimmt. Sie besitzt so eine nervöse Energie, diesen Aspekt herauszuarbeiten, fand ich sehr interessant.“

Die Zusammenarbeit mit Shyamalan ermutigte Deschanel, Alma noch facettenreicher darzustellen. „Als Regisseur ist er ein Ausnahmekünstler, denn vor dem ersten Drehtag hat er bereits den ganzen Film fertig im Kopf. Er hat ein ausgeprägtes Vorstellungsvermögen, aber er ist auch eine wirklich einfühlsame Persönlichkeit, die jeder einzelnen Dialogzeile im Film auf den Grund gehen will. Es war großartig, mit ihm zusammenzuarbeiten, es war ein Vergnügen, weil er immer zu Späßen auf- gelegt war. Gleichzeitig aber war es eine intellektuell sehr stimulierende Erfahrung“,schwärmt Deschanel.

In der Rolle des Julian bringt der multitalentierte Emmy-Preisträger John Leguizamo sowohl eine komische als auch berührende Note ein. Julian ist Elliots quirliger bester Freund, der sich mit seinem eigenen herzzerreißenden Dilemma konfrontiert sieht, als er um das Überleben seiner Familie kämpft. „Bei dieser Rolle ging es mir um eine heroische ergreifende Darstellung, in die sich komödiantische Töne mischen, die auch zu Mark passen“, erklärt Shyamalan. „Deshalb entschied ich mich für John Leguizamo. Julian ist eine wirklich faszinierende Figur, denn er wird vor diese schreckliche Wahl gestellt, seine Tochter oder seine Frau zu beschützen. Und Johns Vorsprechen war einfach großartig. Es kristallisierte sich dabei sofort heraus, dass er Mark sehr gut ergänzen würde.“

Leguizamo, bekannt für seine komischen Solo-Shows wie auch viele unvergessliche Darstellungen im Kino, wollte die Rolle sofort annehmen, als er das Drehbuch gelesen hatte. „Ich glaube, ich konnte wirklich diese elterliche Angst in apokalyptischen Zeiten nachfühlen, ganz besonders, weil ich mich am 11. September in New York aufgehalten hatte. Meiner Ansicht nach leben wir alle mit der Angst, dass uns jederzeit Schreckliches zustoßen könnte. Ein Film wie dieser hilft uns, diese Angst in gewisser Weise auszutreiben. Ich mag es einfach, wie Night diese phantastischen Albträume kreiert, die uns dabei helfen, all diese Emotionen auszudrücken.“

Leguizamo gefiel es auch, einen ganz normalen Mann zu spielen, den eine nationale Krisensituation zu außergewöhnlichen Taten zwingt. „Julian ist High-School-Lehrer, ein smarter Typ mit einer guten Ehe, aber ich glaube, in solchen Zeiten zeigt sich der wahre Charakter eines Mannes. Wenn man nämlich für sich die Frage beantwortet, welche Persönlichkeit man wirklich ist, wie weit man für die Menschen gehen würde, die man wirklich liebt.“

Zur Vorbereitung auf seine Rolle frischte Leguizamo seine mathematischen Kenntnisse auf, las sich in einige Lehrer-Blogs ein, um Schul-Atmosphäre zu schnuppern. Vor allem aber verbrachte er viel Zeit mit Mark Wahlberg, dadurch wurde das Gefühl einer engen Freundschaft aufgebaut, was dem Duo sehr leicht fiel. Wahlberg fand es großartig, wie gut er sich mit Leguizamo verstand. „Mir gefällt, dass diese Typen miteinander immer Klartext reden, dass ihre Feundschaft sehr offen ist. Elliot hat nie das Gefühl, dass er nicht immer sagen kann, was er denkt und empfindet. Und durch John, der so witzig und smart ist, hat sich die Figur sogar über das Drehbuch hinaus weiterentwickelt. Die Chemie stimmte zwischen uns und unsere Freundschaft wirkte immer wahrhaftig und ganz natürlich.“

Wie auch alle anderen Darsteller, von denen keiner zuvor mit Shyamalan zusammengearbeitet hatte, wurde auch Leguizamo von der Atmosphäre inspiriert, die der Regisseur am Set entwickelte und förderte. „Er ist so ziemlich der freundlichste, sanfteste Regisseur, dem ich je begegnet bin“,schwärmt Leguizamo. „Aber er beobachtet die Schauspieler auch sehr genau, um zu wissen, ob sie aufrichtig in ihrer Darstellung und konzentriert bei der Sache sind. Was auch immer in seinen Filmen passiert, geht es doch jedes Mal um persönliche Entwicklungen und Beziehungen. Es sind ständig mehrere Genres in einen Film komprimiert.“

Nachdem er mit Leguizamo einen Schauspieler gefunden hatte, der Humor und Biss in die Rolle des Julian einbringen konnte, brauchte er noch eine junge Darstellerin, die sich an der Seite dieses Schauspielers, in der Rolle seiner Tochter Jess, mit fesselnder kindlicher Unschuld würde behaupten können. Shyamalan fühlt sich schon immer angezogen von der Kreativität, der Vorstellungskraft, vom Mysterium der Kindheit. Mit Kinderdarstellern, die in ihren Rollen groß rauskamen, hat er schon oft gearbeitet und demzufolge ausgeprägte Vorstellungen davon, wie er Kinder in seinen Filmen besetzt. „Um diese speziellen Qualitäten in einem sehr jungen Menschen zu finden, besetze ich Kinder unter der Prämisse, dass sie sich selbst spielen sollen. Ich suchte nicht notwendigerweise nach einer Art 90 Zentimeter großen Daniel Day-Lewis, denn ich will wirklich nicht, dass sich Kinder zu weit von ihrer eigenen Persönlichkeit entfernen. Viel mehr geht es mir darum, dass in ihnen diese ganz natürliche kindliche Qualität zum Ausdruck kommt.“

Um ein kleines Mädchen zu finden, das genau diese natürliche Art in der Rolle der Jess vermitteln konnte, wurde in ganz Amerika nach einer geeigneten Kinderdarstellerin gesucht. Nachdem man sich im ganzen Land umgesehen hatte, fanden die Filmemacher ihre Jess schließlich ganz in der Nähe – in der jungen, in Los Angeles geborenen Ashlyn Sanchez, die in der Rolle von Michael Penas Tochter im Oscar®-Drama CRASH („L.A. Crash“, 2004) zum ersten Mal vor der Kamera gestanden, aber noch nie eine große Filmrolle übernommen hatte. Beim Vorsprechen von Sanchez erkannten die Filmemacher aber sofort, dass hier jemand ganz Be- sonderes vor ihnen stand. „Sobald Night sie gesehen hatte“, sagte er ‚das ist die Richtige’“, erinnert sich Koproduzent Jose Rodriguez. „Etwas Unbeschreibliches zeichnete sie aus, etwas Magisches spielte sich in ihren Augen ab. Wir waren glücklich, sie entdeckt zu haben…andernfalls würden wir vielleicht heute noch suchen.“ „Ich brauchte ein Mädchen mit fast engelsgleicher Wirkung“, erklärt Shyamalan“. „Fähig dazu, Alma und Elliot zu helfen, nicht den Verstand verlieren - und zwar dadurch, dass die beiden sie beschützen müssten. Und genau diese Qualität fand ich in Ashlyn“. Und Rodriguez fügt hinzu: „Das Wunderbare an Ashlyns Figur ist, dass sie der Grund dafür ist, dass Elliot und Alma erwachsen werden, mehr Verantwortung übernehmen und das Richtige tun müssen. Das ist eine ganz wichtige Rolle, weil sie im Film wirklich die Metapher für die Zukunft ist.“

Eine weitere Schlüsselrolle in THE HAPPENING übernimmt Betty Buckley. Die mit dem Tony ausgezeichnete Schauspielerin, die als Sportlehrerin im Horrorklassiker CARRIE („Carrie – Des Satans jüngste Tochter“, 1986) ihr Filmdebüt feierte, verkörpert die exzentrische misstrauische Farmersfrau Mrs. Jones. Sie bietet Alma, Elliot und Jesse eine unheimliche Zuflucht an, gerade als alle Hoffnung verloren scheint. Buckley wurde gebeten, sich mit einer DVD bei M. Night Shyamalan vorzustellen. Doch als sie ihr Tape zum Vorsprechen nicht auf eine Silberscheibe kopieren konnte, kapitulierte sie und schickte es samt Videokamera an Shyamalan.

„Diese Gelegenheit wollte ich mir nicht entgehen lassen“, erklärt die Schauspielveteranin. „Ich halte Night für einen Poeten, und sein Interesse daran, auf der Leinwand Spiritualität zu erforschen und alternative Welten zu kreieren, fasziniert mich wirklich. Mir gefällt, dass seine Filme immer auch intelligente Kommentare zur Gesellschaft sind. Und ich liebe einfach gute Thriller, ich schätze, ich bin jemand, der diesen Adrenalinkick braucht.“ Shyamalan amüsierte sich, als er in der Post eine komplette Videokamera vorfand. Was er aber auf dem Band sah, beeindruckte ihn so sehr, dass er Buckley die Rolle anbot. Gespielt hat sie diese dann mit großem Vergnügen, obwohl Mrs. Jones eine verbitterte Einzelgängerin mit vielen Schrullen und Ticks ist. „Meine Vorbilder waren Schauspielerinnen wie Kim Stanley, Geraldine Page und Gena Rowlands, und ich liebe deren Art authentischer realistischer Charakterdarstellung. Mir gefällt es sehr, dass es in dieser Rolle nicht darum geht, glamourös oder in irgendeiner Weise akzeptierbar zu sein. Vielmehr geht es darum, sich vor dem eigenen Mitgefühl nicht zu fürchten und das auch wirklich vor der Kamera zu zeigen.“

Als Jared und Josh, die beiden Jugendlichen, die sich Elliot und Alma auf ihrer Reise anschließen, komplettieren die Teenstars Spencer Breslin und Robert Bailey die Besetzung. Wie die beiden zugeben, ist ihre Generation besonders von apokalyptischen Themen fasziniert. „Für uns ist diese Geschichte wirklich aufregend“, erzählt Bailey, „weil diese Angst in unseren Hinterköpfen immer präsent ist, was denn zum Beispiel wäre, wenn dieser Tag der letzte auf Erden sein würde? Und wie würde das sein, wenn man plötzlich in einer Situation steckte, in der man nur noch zu überleben versuchte? Dazu lässt sich leicht ein Bezug herstellen, weil wir uns alle fragen, wann etwas derart Schreckliches wirklich eintreten wird.“

Und Breslin fügt hinzu: „Interessant fand ich an dieser Geschichte, dass sich viele frühere Filme um Experimente drehten, die aus dem Ruder liefen, dieser aber nach den Folgen fragt, wenn die Natur zurückschlägt. Ich hielt das für eine wirklich originelle Perspektive für einen Blick auf das Ende der Welt.“

Produktion: Das Design des Films

Wie bei jedem seiner Filme hatte M. Night Shyamalan auch bei THE HAPPENING eine klare ausgeprägte Vision, wie der Film aussehen und welche Gefühle er vermitteln sollte – und dies vor seinem ersten Erscheinen am Set. Umgeben von Künstlern, die mit ihm bereits gearbeitet hatten, wie Kameramann Tak Fujimoto, Kostümdesignerin Betty Heimann, Komponist James Newton Howard, und neuen Gesichtern, wie die preisgekrönte Produktionsdesignerin Jeannine Claudia Oppewall, legte der Regisseur die kreativen Grundregeln des Films fest: nämlich Angst und Entsetzen in etwas fremdartig Schönes zu verwandeln, indem man die Dinge schlicht und einfach beließ.

„Stilistisch wollte ich bei diesem Thriller sehr naturalistisch und sauber bleiben, fast so wie damals, als es diesen technischen Schnickschnack und Computer noch nicht gab, als es einzig um direktes Geschichten erzählen mit Resonanz ging. Wir sprachen darüber, wie wir diesen Film drehen würden, hätten wir nicht all diese neuen technischen Werkzeuge - wie wir es erreichen konnten, dass der Eindruck entstünde, so würde ein Paranoiafilm aus den Fünfzigerjahren heute im Jahr 2008 aussehen.“

Während es in THE HAPPENING um die Natur geht, die sich verändert und quasi aus dem Ruder läuft und sich gegen die Menschheit wendet, war die Produktion sehr auf die Unterstützung der Natur angewiesen. Eine Woche vor Drehstart versammelte Shyamalan sein Team und hielt eine kurze Ansprache: „Für alle von uns wird das eine Filmreise sein, die für uns Neuland darstellt, in gewisser Weise ein Road Movie. 85 Prozent unserer Drehorte befinden sich im Freien, deshalb sind wir von Mutter Natur abhängig, um diesen Film fertigstellen zu können. Wir sind der Gnade der Elemente ausgeliefert.“

Und das stimmte tatsächlich. Die Filmemacher arbeiteten in Einklang mit dem Wetter und der Landschaft, was das gesamte Design des Films beeinflusste. Die mehrfach Oscar®-nominierte Produktionsdesignerin Jeannine Oppewall, die in Pennsylvania zur Schule ging, bestätigt das: „Ohne es auszusprechen, verstanden viele von uns, wie dieses Land und die Drehorte dabei helfen würden, diese Geschichte zu erzählen. Und wie wichtig es sein würde, realistische Sets für Elliot und Alma zu bauen für ihre Reise von Philadelphia in die ländlichen Regionen. Diese Landschaft kenne ich aus meiner Jugend, ich fühle eine starke Verbindung zu ihr, weil ich hier aufgewachsen bin, wie wohl auch Night.“

Auf den Tag genau neun Jahre nach Produktionsbeginn von THE SIXTH SENSE fiel die erste Klappe am 6. August 2007. Der Dreh der Szenen folgte exakt der Chronologie der Ereignisse im Film. Mit einer Drehzeit von 44 Tagen bewegte sich der Produktionsapparat sehr schnell. Ständig war das Team in Bewegung, wechselte alle paar Tage den Drehort, von der Stadt zu kleinen Orten und folgte dem von Elliot und Alma vorgezeichneten Fluchtweg. Jeder, der an dem Film mitarbeitete, sollte immer spüren und fühlen können, was es bedeutete, auf der Flucht zu sein.

„Mit jedem Drehort war ein neues Abenteuer verbunden“, erinnert sich Jose Rodriguez. „Das war wirklich wie Straßentheater. Nie wussten wir ganz genau, was uns am nächsten Drehort erwarten würde. Jeder musste permanent auf Draht sein, was meiner Ansicht nach eine große kreative Energie erzeugte. Man hatte nie genug Zeit, um sich an einen Drehort zu gewöhnen oder es langsamer angehen zu lassen. Das half es sehr, dass Cast und Crew bei jedem Schritt wirklich Teil dieser intensiven Reise waren. Sie fühlten es wirklich, und dem Zuschauer wird es genauso gehen.“

Zu den wichtigsten Schauplätzen für die Innendrehs zählte der ikonische Bahnhof an der 30. Straße in Philadelphia – ein großer Knotenpunkt für den Pendlerverkehr zwischen New York und Washington D.C., an dem Elliot, Alma, Julian und Jess mit hunderten anderen Verängstigten ihre Flucht aus der Stadt beginnen. Amtrak gestattete der Produktion Zugang zu den Fluren und Hallen des Bahnhofs, solange der Zugverkehr davon nicht behindert werden würde – ein selten gewährtes Privileg. Die Filmemacher waren begeistert von der Möglichkeit, im zweitgrößten Bahnhof des Landes umherzustreifen und die Marmor-Herrlichkeit des Art-Deco-Designs der Dreißigerjahre einzufangen. „Das ist einfach eines dieser Gebäude, von dem man nach Betreten schwärmt ‚Wow, was für eine unglaublich schöne Struktur’“, erklärt Rodriguez.

Statisten waren am Bahnhof wie auch im Film überhaupt von elementarer Bedeutung. Tatsächlich waren sie so wichtig für Shyamalans filmische Vision, dass er für die großen Massenszenen jeden einzelnen Statisten selbst aussuchte. Der Film sollte das Gefühl überdeutlich vermitteln, dass diese Katastrophe jeden treffen könnte, unabhängig von der Gesellschaftsschicht. Deshalb brauchte er ein großes Spektrum von Menschen, die dem Phänomen zum Opfer fallen könnten – von Großmüttern über Geschäftsleute und Managern bis hin zu Farmern. „Bei den Statisten ging es Night darum, das Gefühl zu vermitteln, dass der Film zu jedem Zeitpunkt jedem in dieser Menge folgen könnte“, erklärt Produzent Mercer. „Dass es sich bei allen um interessante Menschen handelte, dass die unterschiedlichsten Menschen gleichermaßen bedroht waren.“

In der Zugszene baut sich unerträgliche Spannung auf, als sich die Gerüchte wie ein Lauffeuer in den Waggons verbreiten. Höhepunkt der Ereignisse ist ein unerwarteter Halt des Zugs weit draußen im Nirgendwo, wenn die Passagiere sich plötzlich selbst überlassen sind. Um diese Szene realisieren zu können, mietete die Produktion vier Waggons an - mit Unterstützung der South Eastern Pennsylvania Railway Authority.

Ein weiterer zentraler Innendreh-Schauplatz war das G-Lodge-Restaurant im Kleinstädtchen Phoenixville, Pennsylvania. Das etwa 30 Meilen außerhalb von Philadelphia liegende Lokal ist im Film Filibert’s Diner – dieser merkwürdige Zufluchtsort, wo sich Land- und Stadtbevölkerung in der Hoffnung versammeln, dem unsichtbaren Killer in ihrer Mitte entkommen zu können. „Wir suchten nach einer Art Knoten- und Sammelpunkt, der sehr isoliert wirkt“, erklärt Mercer. „Ähnlich wie ein Haus oder Lokal, das zum Mittelpunkt einer Kleinstadt wird. Schließlich fanden wir in Phoenixville diese alte Kneipe aus den Zwanziger- oder Dreißigerjahren, in der all das Leben steckte, nachdem wir suchten.“

Größtenteils jedoch erzählt der Film seine Geschichte draußen, in den offenen weiten Landschaften, in denen nichts bedrohlich wirkt, Chaos aber zu jedem Zeitpunkt ausbrechen kann. Viele der Außenaufnahmen in der zweiten Hälfte des Films wurden auf der Walker Farm in Unionville, Pennsylvania gedreht. Dort fand man auf 1600 Morgen üppigem Land die hohen grasbedeckten Felder und die sanfte Hügellandschaft, die man für das Finale von THE HAPPENING brauchte. Hier stellte sich die Produktion der Herausforderung, einige der Naturgewalten tatsächlich zu kontrollieren. Insbesondere den Wind, der zu einer großen symbolischen Kraft im Film wird und die entfesselte Wut der Naturgewalten verkörpert. „Der Wind ist wirklich eine dramatische Figur im Film und sollte auch als solche erfahren werden“, führt Mercer aus. „Wir mussten den Wind auf verschiedenen Ebenen kontrollieren, damit er manchmal sehr sanft, manchmal aber auch extrem stürmisch sein würde.“

Der Wind hatte auch eine zentrale Bedeutung für Shyamalans Vorhaben, die monströsen kosmischen Kräfte, die sich vielleicht gegen die Menschheit wenden, in einer simplen elementaren Form zu verdichten. Zunächst fiel die Aufgabe, dies zu bewerkstelligen, Steven Cremins Special-Effect-Team zu. Cremins Crew suchte nach einem Weg, den Wind in seinen unterschiedlichsten Eigenschaften darstellen zu können – von sanften Brisen bis hin zu erbarmungslosen Böen. Schließlich entwarf Cremin riesige mobile Ventilatoren, einige davon mit einem Durchmesser von mehr als sechs Metern. Sie wurden von NASCAR-Rennwagenmotoren angetrieben und konnten weit plastischere und dramatische Resultate erzielen als normale Windmaschinen.

In der Postproduktion bearbeitete Visual Effects Supervisor Ed Hirsch die Windszenen digital, um ihre Wirkung noch zu verstärken. Darüber hinaus sammelte Soundmixer Tod Maitland Aufnahmen von Wind, wie er durch Bäume peitschte, Gras zum Knistern brachte oder durch Fenster heulte. Damit spürte der Zuschauer viel deutlicher, was es bedeutet, von Wind bedroht zu werden. „Die realistischen Windgeräusche, die das Special-Effect-Team schuf, vermitteln den Schauspielern wirklich das Gefühl, als wären sie ungewöhnlichen Umständen ausgesetzt. Das inspirierte sie auch in ihren Darstellungen“, erklärt Rodriguez.

Der letzte Drehort, der schließlich auch die größte Herausforderung darstellte, war die Farm, auf der die exzentrische Seniorin Mrs. Jones über Jahre in spartanischer Isolation und ohne Strom gelebt hat. Jeannine Oppewall verwandelte ein 200 Jahre altes Farmhaus auf dem Gelände des Ridley Creek State Park - gerademal 16 Meilen von der Innenstadt Philadelphias entfernt, aber eine Oase gut geschützter und erhaltener Wälder und Wiesen - in eine Welt, in der die Zeit stehen geblieben war. Ihre Crew versteckte Stromleitungen, baute Veranden, fügte Rolllä- den mit deutlichen Altersmerkmalen hinzu und ließ alle Spuren modernen Lebens verschwinden. Außerdem wurde ein üppiger Obst- und Gemüsegarten angelegt, der eine allein stehende Frau jahrelang hätte ernähren können. Schließlich brachte man auch eine Schar von Kaninchen und Hühnern auf das Gelände. Im Inneren des Hauses stellte man viele skurrile Antiquitäten auf, die man in Läden in der näheren Umgebung entdeckt hatte. Das Spektrum reichte vom Himmelbett bis hin zu einem Sortiment von Sturmlampen als einzige Lichtquellen des Hauses.

Von gleicher Bedeutung wie der Look war auch der Sound des Films. Shyamalan arbeitete eng mit Soundmixer Tod Maitland zusammen, damit jedes Knarren und Pfeifen beim Zuschauer Wirkung zeigen würde. „M. Night Shyamalan gehört zu den wenigen Filmemachern, dem die Bedeutung des Tons stets bewusst ist“, erzählt Maitland. „Sogar in seinen Drehbüchern gibt es viele detaillierte Verweise auf den Ton. In diesem Film helfen vor allem natürliche Geräusche, Spannung zu erzeugen. Sie werden fast zu einer eigenen dramatischen Figur.“

Nicht minder fokussiert war Shyamalan auf die Filmmusik. Dafür wandte er sich an seinen langjährigen Mitarbeiter James Newton Howard, der siebenmal für den Oscar® nominiert wurde, darunter auch für seine Musik zu Shyamalans THE VILLAGE („The Village – Das Dorf“, 2004) und zuletzt für MICHAEL CLAYTON („Michael Clayton“, 2007). „Die Zusammenarbeit mit James folgt immer dem gleichen Rhythmus“, sagt Shyamalan. „Erst gebe ich ihm das Drehbuch, spreche mit ihm über die wichtigen Aspekte und dann schreibt er die Musik, die sich eher an Themen und zentralen Ideen orientiert als am fertigen Film. Für uns ist das ein ganz organischer Prozess, so schöpfen wir immer aus dem gleichen kreativen Fundus.“

„Für THE HAPPENING diskutierten wir über einige unterschiedliche musikalische Konzepte“, geht Shyamalan ins Detail. „Eines war eine Art Bolero-Touch, die Musik sollte anschwellen und anschwellen und dann wie eine Welle über den Film schwappen. Das andere Konzept war, mit Schlaginstrumenten eine fremdartige Dissonanz zu erzeugen, ähnlich wie im ersten PLANET OF THE APES („Planet der Affen“, 1968). Es sollte eine Musik sein, die ein Gefühl von Panik erzeugt, die das widernatürliche Verhalten, das man im Film sieht, spiegelt. James schrieb schließlich einen wunderschönen Soundtrack, der den Film wirklich vorantreibt. Und er komponierte ein unglaublich unter die Haut gehendes Cello-Thema, das für den Kampf der Menschheit steht.“

Nach den Dreharbeiten konzentrierte sich Shyamalan auf die Zusammenarbeit mit Cutter Conrad Buff, Oscar®-Preisträger für TITANIC („Titanic“, 1997). In Teamarbeit sollte Shyamalans ursprüngliche Vision in die Tat umgesetzt werden: den Film auf sein tragendes Fundament herunterzukürzen, damit er voller Tempo und ohne überflüssige Elemente blieb. „Ich habe ihm immer wieder in Erinnerung gerufen“, erzählt Shyamalan, „dass das Original von INVASION OF THE BODY SNATCHERS („Die Dämonischen“, 1956) nur 81 Minuten lang war, nur 81 Minuten! Davon ließen wir uns inspirieren.“

Es hat den Anschein, als wären höchstes Tempo und Inspiration immer ein wesentlicher Bestandteil der Geschichte dieses Films gewesen, schon von dem Moment an, als Shyamalan bei einer Autofahrt die Idee dazu entwickelte. „Insgesamt war das wirklich mein leichtester Film“, zieht Shyamalan sein Fazit. „Ich glaube, das liegt an der starken Struktur und den wichtigen Themen, die sich bereits manifestierten, als ich die Idee für diese Geschichte hatte. Und bis zum Ende gaben diese Struktur und diese Themen die dramatischen Richtlinien für alles vor. Abgesehen davon waren die zentralen Fragen für uns, wo wir uns in puncto Terror und Panik auf einer Skala zwischen 1 bis 10 befänden. Und wir haben immer versucht, diese Werte weiter in die Höhe zu treiben.“

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