The Girlfriend Experience

  1. Ø 0
   2009
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Filmhandlung und Hintergrund

Chelsea arbeitet als Luxusprostituierte in New York und bietet erfolgreich einen Service für solvente Herren an, der sich „The Girlfriend Experience“ nennt. Für nicht weniger als 2000 Dollar pro Stunde kann man Chelsea chartern, und die betätigt sich dann nicht nur als Bettgespielin, sondern, wie eine richtige Freundin eben, auch als Gesellschaftsdame und repräsentative Begleitung. Bisher lief alles gut mit Chelsea, dem Job, und ihrem festem Freund. Ein neuer Kunde, der mehr will, als die Karte anbietet, könnte das nun ändern.

Edelhure Chelsea aus Manhattan bietet mehr als nur die schnelle Nummer. Jetzt, im Wahlkampf, hat sie Hochbetrieb. Steven Soderbergh zeigt den Alltag einer Luxusprostituierten und meint den Zustand der Gesellschaft. Sehenswert.

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Kritikerrezensionen

  • Manhattan kurz vor der Finanzkrise, eine Stadt einsamer Menschen, die sich mit Geld Nähe und Bestätigung kaufen. Steven Soderberghs neuer Film hat nichts mit seiner „Oceans“-Reihe zu tun und reiht sich in seine frühen Werke wie „Sex, Lügen und Video“ ein. Mit ungeschöntem Blick zeigt er die kleinen und größeren Abgründe der menschlichen Seele, ohne dabei in Sentimentalitäten zu verfallen.

    Es ist dabei kein Zufall, dass Sasha Grey, hauptberuflich Pornodarstellerin, sie Hauptrolle übernimmt. Nicht, weil sich in dem Film außerordentlich viele Sexszenen oder Nacktauftritte befinden, sondern weil Soderbergh jemanden brauchte, der seine professionelle Einstellung gegenüber Sex und vor allem dem Verkauf eben diesem, mit auf die Leinwand bringt.

    Chelsea ist die perfekte Freundin. Sie hinterfragt nichts, mischt sich nicht ein, nimmt ihre Klienten so hin wie sie sind. So sehr sie in ihrem Beruf aber auch brilliert, sie kann ihre Rolle nicht einfach abstreifen. Ihr Umgang mit ihrem Freund Chris unterscheidet sich in keiner Weise von ihrem täglichen Job. Und das ist der Moment, in dem die Maske zu splittert droht.

    Kann ein Mensch tatsächlich dieses Theaterspiel zelebrieren, ohne davon Schaden zu nehmen? Soderbergh beantwortet diese Frage nicht. Sein äußerst fragmentarischer Film zeigt nur einen Ausschnitt aus Chelseas Leben und auf eigentümliche Weise ähnelt der Film damit seiner Protagonistin. Auch der Film hinterfragt nichts, rutscht nicht zu nahe, wird nicht ungemütlich oder wirft einen scharfen Blick auf die Geschehnisse.

    Dem Zuschauer bleibt es selbst überlassen wie er die Geschichte auf der Leinwand zu deuten hat. Damit ist der Film im Grunde genommen nicht mehr als ein soziales Experiment. Trotz der eindrucksvollen Bilder, die in ihrer Schönheit durch den rauhen Digital Look nichts einbüßen, scheitert der Film an dieser Stelle. Nach anderthalb Stunden hat man einen Einblick in ein fremdes Leben gehabt, das einem trotz aller visuellen Nähe fremd bleibt. Chelsea wie auch der Film sind eine Projektionsfläche, man kann viel hinein deuten, aber man weiß am Ende nicht, ob auch etwas davon haften geblieben ist. Das ist eine interessante Erfahrung, mehr aber auch nicht.

    Fazit: Soderberghs neuer Film ist im positivsten Sinne verhalten, doch zu einer wirklich interessanten Begegnung kommt es nicht.
  • Steven Soderbergh und seine „Ocean’s Thirteen“-Drehbuchcrew orientieren sich wieder mehr Richtung Arthouse in diesem streckenweise dokumentarisch anmutenden, von weitgehend unbekannten Darstellern (außer, man ist Pornofan) überzeugend vorgetragenen Drama über eine exklusive Facette des ältesten Gewerbes der Welt. Interessantes, dichtes Gesellschaftsportrait, enthüllend ohne erhobenen Zeigefinger, satirisch, aber nicht verächtlich. In jedem Fall etwas Besonderes.

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