The General

Kinostart: 29.07.1999

Filmhandlung und Hintergrund

Überwältigendes Porträt des irischen Gangsters Martin gedreht in expressionistischen Schwarzweiß-Breitwandbildern und mit eigenwilligen Schnittfolgen.

Auf seiner Spielwiese Dublin etabliert sich der Jugendliche Martin Cahill schnell als Verbrecher mit ausgeprägtem Sinn für spitzbübischen Humor. Während er zu Hause eine bizarre Dreierbeziehung zu seiner Frau und ihrer Schwester pflegt, steigert er seine Katz-und-Maus-Spiele mit den Behörden zu antiautoritären Feldzügen, die ihn nicht nur bei der Polizei, sondern auch bei der IRA zum Feind Nr. 1 machen.

Martin Cahill, berühmt für seine tolldreisten Raubzüge, berüchtigt wegen seiner schonungslosen Härte den eigenen Männern gegenüber, steigt im Dublin der 80er Jahre zur Unterweltgröße und zum Volkshelden auf. „Der General“, wie er von Freund und Feind genannt wird, blamiert nicht nur die Polizei bis auf die Knochen, sondern legt sich auch mit Staat, Kirche und der IRA an. Dies kostet dem irischen Rebellen, der mit zwei Frauen fünf Kinder hat, in den Morgenstunden des 17. August 1994 schließlich auch das Leben…

Der für seine tolldreisten Raubzüge berühmte Martin steigt im Dublin der 80er Jahre zur Unterweltgröße und zum Volkshelden auf. „Der General“, wie er von Freund und Feind genannt wird, legt sich nicht nur mit der Polizei, sondern auch mit der Kirche und der IRA an. Filmbiografie, mit der John Boorman versucht, authentisch ein Kapitel jüngster irischer Geschichte nachzuzeichnen.

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Kritikerrezensionen

  • The General: Überwältigendes Porträt des irischen Gangsters Martin gedreht in expressionistischen Schwarzweiß-Breitwandbildern und mit eigenwilligen Schnittfolgen.

    Welcome back, John Boorman: Nach einer mehr als ein Jahrzehnt währenden Zeit der Orientierungslosigkeit kehrt der britische Filmveteran mit dem filmisch überwältigenden Porträt des legendenumrankten irischen Gangsters Martin Cahill zu seinen Wurzeln und damit zu alter Stärke zurück. Gefilmt in expressiven, penibel komponierten Schwarzweiß-Breitwandbildern, weckt Boorman mit seinem ungeschminkten Biopic Erinnerungen an britische Crimemovies der sechziger Jahre und findet mit Cahill erstmals in der Realität eine jener widersprüchlichen Figuren, die er bei der mittlerweile drei Jahrzehnte währenden Suche nach archetypischen (Anti-)Helden in Filmen wie „Point Blank“, „Zardoz“ oder „Excalibur“ mit Gusto zelebrierte.

    Am Anfang steht das unvermeidliche Ende: Als Cahill in sein Auto steigt, wird er von den Kugeln eines IRA-Killers zerfetzt - der gewalttätige Schlußpunkt einer 40jährigen Karriere als Verbrecher, in denen der exzentrische Cahill die Behörden nach allen Regeln der Kunst an der Nase herumführte. In groben Strichen, und ohne den einzelnen Szenen eine zeitliche Zuordnung zu geben, führt Boorman mühelos durch die einzelnen Stationen im Leben des obsessiven Indivualisten, der stets nur nach eigenen Regeln zu leben schien. Auf seiner Spielwiese Dublin etabliert sich Cahill schnell als Verbrecher mit einem ausgeprägten Sinn für spitzbübischen Humor. Als seine Frau und ihre Schwester, mit denen Cahill eine unerhörte, sehr zärtlich dargestellte Dreiecksbeziehung verbindet, beispielsweise in ein Haus ziehen wollen, zahlt er 80.000 Pfund als Anzahlung auf der Bank ein, nur um sie unmittelbar danach auszuräumen. Von Anfang an schwingt in allen kriminellen Unternehmungen ein soziales Bewußtsein und, mehr noch, eine tiefe Verachtung für alle Autoritäten, die sich im Lauf der Jahre immer mehr verstärken und zu einem Katz-und-Mausspiel mit der Polizei, insbesondere des väterlichen Beamten Sergeant Kenny (Jon Voight, der mit Boorman schon an „Beim Sterben ist jeder der erste“ arbeitete), ausarten, in dem sich beide Seiten nichts schenken. Der Druck von Behördenseite zeigt Wirkung: Der latente Verfolgungswahn des „Generals“ wächst sich zur Paranoia aus, und als er auch noch die IRA gegen sich aufbringt, ist sein Schicksal besiegelt.

    Ebenso wenig, wie er bereit ist, nach altbekannten Genreregeln zu spielen, verweigert Boorman in seinem kleinen Krimi-Brevier des zivilen Ungehorsams auch geschickt die Mythifizierung seiner Titelfigur. Weder ist dieser Cahill, wie er von einem wunderbaren Brendan Gleeson zumeist mit vor dem Gesicht gehaltener Hand brillant dargestellt wird, in Boormans stilisiertem Porträt ein gemütliches irisches Rauhbein, noch ein kaltblütiger Gangster, sondern ein von Widersprüchen zerrissener Mann mit psychopathischen Zügen, der mit der gleichen Leichtigkeit zu großzügigen Gesten neigt wie er einen Weggefährten aufgrund geringer Verdachtsmomente an den Händen an einem Billardtisch festnagelt, nur um dann gleichgültig den Irrtum einzugestehen. Ein faszinierender Film, ein mutiges Porträt, das die Energie von „Trainspotting“ hat, aber auf die Erfahrung eines Regiealtmeisters zurückgreifen kann, der das Medium Film beherrscht und auf seine alten Tage nicht mehr bereit ist, einfache Antworten auf komplexe Fragen zu geben. ts.

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