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Produktion: Ein Sport wird filmreif

Produzent Craig Baumgarten erkannte im Drehbuch sofort eine „großartige Idee für einen Film. Mit Autor Chris Hauty verstand ich mich auf Anhieb. Schließlich wandte ich mich an Produzent David Zelon, denn er kannte sich mit Free Fight und der entsprechenden Szene bestens aus.“

THE FIGHTERS war für den jungen Regisseur Jeff Wadlow ein Projekt mit vielen Herausforderungen. Große Fights mit hunderten von Statisten mussten gedreht werden. Und als dramatische Schwerpunkte zogen sich durch den Film die Dynamik einer Familienkrise und die Bemühungen eines jungen Mannes, Frieden mit seiner Vergangenheit zu schließen. Auf der einen Seite gab es die komplexen, dynamischen Free Fight-Sequenzen, auf der anderen Seite die ganz von den Charakteren getragene Beziehung zwischen dem Meister und Mentor Jean Roqua und seinem wilden, aufsässigen Schüler Jake. Auch der Drehplan mit langen Tagen und Nächten voller Arbeit war eine Herausforderung, zumal in der mörderischen, feuchten Sommerhitze Floridas.

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Gerade aber die emotionalen und körperlichen Aspekte des Projekts nahmen Wadlow für den Film ein. Sie waren die Mühen der damit verbundenen Anstrengungen wert. „Ich verstand sofort, was Jake Tyler emotional durchmachte“, erklärt Wadlow. „Ein Junge, der seinen Vater verliert und auf dieses Trauma mit Wut und Explosivität reagiert. Die tragische Ironie ist natürlich, dass er jetzt mehr denn je eine starke Vaterfigur braucht, die ihm eine wichtige Lektion lehrt: Dass nämlich das Leben für jeden ein Kampf ist und es in unserer Verantwortung liegt, aus jeder Situation das Beste zu machen. Das genau vermittelt ihm sein Coach Jean Roqua. Ich spürte, wie spannend das sein könnte, wie Jake sich körperlich verbessert und sich gleichzeitig auch emotional weiterentwickelt.“

„Was mich außerdem für dieses Projekt begeisterte“, fährt Wadlow fort, „war die Möglichkeit, Fightszenen zu drehen, die man so noch nicht gesehen hat. Es geht hier um Free Fight, eine Sportart, die die verschiedensten Techniken kombiniert. In den USA ist Free Fight im Augenblick der Sport, dessen Popularität am schnellsten wächst, der dabei ist, sogar beliebter als Boxen zu werden. Zwar hat man Free Fight-Szenen schon ein paar Mal im Kino gesehen, aber noch nie so, dass man sich als Zuschauer mitten im Geschehen fühlt. Ich dachte, wenn mir das für den Free Fight gelänge, nämlich wirklich die Details, die Strategien, die Athletik dieser Sportler zu zeigen, dann könnte ich ein Gefühl vermitteln, das den Zuschauer mitten in die sportliche Auseinandersetzung rückt.“

Produktion: Darsteller und Athleten gesucht

Die Besetzung für die männlichen Hauptrollen zu finden – bei dieser Suche befand sich Wadlow ursprünglich in einem „großen Dilemma“. „Sollten wir junge Männer engagieren, die den Sport oder die darstellerischen Anforderungen meistern konnten? Schließlich orientierten wir uns in beide Richtungen und hatten damit enormes Glück. Sean Faris und Cam Gigandet setzten sich beim Casting allein mit ihren schauspielerischen Qualitäten durch. Um aber sicherzugehen, ließen wir sie in der Sporthalle zeigen, was sie drauf hatten. Sie brachten uns zum Staunen. Sie waren nicht nur großartige Darsteller, sondern hatten auch die körperlichen Voraussetzungen, die Anforderungen dieses Sports schnell zu lernen. Das war enorm wichtig, denn für sie begann die Arbeit sofort. Vom Krafttraining und der Free Fight-Choreographie bis hin zu Dehnübungen und Ernährung haben wir die Jungs vor Beginn der Dreharbeiten so hart rangenommen, dass sie die Tage bis zum Drehbeginn zählten, damit sie endlich eine Pause einlegen konnten.“

Wie Wadlow, sprach auch Sean Faris das Drehbuch auf mehreren Ebenen an. In der Ausarbeitung seiner Rolle entdeckte Faris, dass auch er seine Anschauungen überdenken und sich anpassen musste. „Ich liebte das Drehbuch und auch die Vorstellung, Free Fight zu lernen und zu trainieren“, schwärmt Faris. „Zu Beginn der Geschichte ist Jake wütend auf die Welt, gibt sich für alles die Schuld. Wir alle haben diese Gefühle an bestimmten Tagen, aber er konnte sich davon nicht befreien. Um das spielen zu können, habe ich diese Stimmung manchmal mit nach Hause genommen, hatte dann schlicht schlechte Laune. Tatsächlich aber geht es darum, das abzuschütteln und das Gute im Leben zu erkennen, denn wir haben nicht über alles Kontrolle, was uns passiert. Ich musste erkennen, dass ich Herr meiner Stimmungen sein konnte. Ich konnte mich dafür entscheiden, nach der Arbeit einen guten Tag zu haben.“

Die junge Besetzung komplettieren Amber Heard als Baja und Evan Peters in der Rolle von Max. Es zeigte sich, dass Heards Vorstellung beim Casting Wadlow nicht nur überzeugte, sie zu besetzen, sondern auch die Figur der Baja leicht zu verändern. „Für Baja suchte ich jemanden“, führt Wadlow aus, „der glaubwürdig vermitteln konnte, dass es für diese Figur ein Fehler war, mit dem Strom zu schwimmen. Dass sie sich damit selbst verleugnete und in der Folge mit dem falschen Typen (Ryan) zusammenkam. Ich war immer davon ausgegangen, dass Baja erst bewusst wurde, was für ein übler Kerl Ryan war, als er Jake vor ihren Augen fertig machte. Aber als Amber für die Rolle vorsprach, entdeckte ich ungeachtet ihrer Schönheit diese Traurigkeit in ihren Augen. Da dämmerte es mir, wie interessanter es doch wäre, wenn Baja sehr wohl Ryan durchschaut hätte, aber erst nach der Begegnung mit Jake den Mut aufbringen würde, diese Beziehung zu beenden. Ich bin sicher, sogar Chris Hauty, unser hoch talentierter Drehbuchautor, würde mir zustimmen, dass das Potenzial dieser Figur erst durch die Besetzung mit Amber voll ausgeschöpft wurde.“

Evan Peters brachte in seine Darstellung Humor und Pathos ein. Damit machte er Max zu einer Figur, die über die eindimensional komische Kumpelrolle hinausging. „Ich wusste, wir brauchten jemanden, der wirklich komisch sein konnte“, erinnert sich Wadlow, „aber ich hatte große Befürchtungen, dass wir am Ende mit einem Clown dastehen würden. Eine Figur also, über die man lachen konnte, die einem aber nicht wirklich etwas bedeutete. Obwohl Evan hinreißend komisch war (sein Casting schaute ich mir immer wieder an, wenn mir nach Lachen zumute war), war es seine Offenheit, die ihm schließlich die Rolle einbrachte. Man bekam einfach den Eindruck, dass ihm Free Fight und sein Kumpel Jake wirklich wichtig waren. Evans aufrichtige Lebenslust macht Max zu einer sympathischen Figur. Aber es ist die von ihm glaubwürdig vermittelte Freundschaft, die der finalen Auseinandersetzung mit Ryan wirklich einen Grund gibt.“

Für die Rolle des Meisterfighters Jean Roqua hatte Wadlow nur einen einzigen Schauspieler ernsthaft im Visier: Djimon Hounsou. „Es war für mich von größter Bedeutung, dass Roqua nicht Mystisches an sich hatte. Es gibt keine kitschigen alten Karatelektionen, die man in dieser Geschichte lernen müsste. Es geht um die reale Welt und wie man darin zurechtkommt. Deshalb ist Free Fight meiner Ansicht nach auch so populär… es ist ein sehr pragmatischer Sport. Hat man einen Gegner vor sich, der attackiert, will man ihn zu Boden bringen. Wenn er versucht, dich zu drehen und mit einem Griff zur Aufgabe zu zwingen, muss man kontern. Diesen pragmatischen Ansatz verkörpert Roqua. Wenn er Inspiration für Jake sein soll, muss er das zu Lernende auch selbst beherrschen. Für mich ist Djimon Hounsou der einzige Schauspieler, der diese Art Weisheit ausstrahlen kann und auch die notwendigen körperlichen Fähigkeiten besitzt. Ohne ihn gäbe es diesen Film nicht.“

Der bereits zweimal für den Oscar® vorgeschlagene Schauspieler beäugte Wadlow zunächst misstrauisch, lobt heute aber den jungen Regisseur in vollen Zügen: „In der Vergangenheit wurde ich sehr verwöhnt, habe mit großartigen Regisseuren bei Filmen unterschiedlichster Genres zusammenarbeiten können. Einem neuen Regisseur begegne ich immer mit Skepsis. Aber Jeff hat alles, was man braucht, weiß genau, was er will. Er hat eine klare Vision und lädt dich ein, daran teilzuhaben – das ist das Wichtigste.“

Produktion: Der Sport

Hounsou lässt keinen Zweifel aufkommen, warum er diesen Film drehen wollte. Er erkannte in dieser Story eine Botschaft, die er den Zuschauern nahe bringen wollte, vor allem dem jungen Publikum. „Einige Kids sind einfach total verloren“, beklagt Hounsou einen generellen Mangel an elterlicher Aufsicht. „Sport- und Trainingsschulen, wie sie etwa Roqua betreibt, sind sehr wichtig. Sie holen die Kids von der Straße und erziehen sie dazu, Körper und Geist zu entwickeln. Roqua betont auch immer, dass Martial Arts nur zu sportlichen Zwecken oder zur Selbstverteidigung eingesetzt werden darf, was ich für sehr wichtig halte.“

„In keinster Weise tritt diese Geschichte für die Anwendung von Gewalt ein“, ergänzt Sean Faris. „Meine Figur lernt eine Lektion. Zunächst ist Jake voller Zorn und Hass, hat richtig Lust, zu zerstören, und zwar alles, was ihm ein Gefühl der Unsicherheit gibt. Als er selbstbewusster wird, will er sein Training fortsetzen, denn es bietet ihm nicht nur ein Ventil für seine Frustrationen, sondern ist auch ein Mittel dazu, der bestmögliche Mensch zu werden. Er will sich auf keine Auseinandersetzung mehr einlassen, nur um Vergeltung zu üben. Das ist eine sehr wichtige Lektion für ihn.“

Vor Beginn der Dreharbeiten mussten die Schauspieler ein extrem hartes Training auf sich nehmen. Geleitet wurde es von Damon Caro und Jonathan Eusebio, zwei Stunt- und Fightkoordinatoren, die schon an zahlreichen Filmen mitgearbeitet hatten. So etwa an Zack Snyders 300 (300, 2007), Paul Greengrass’ DIE BOURNE VERSCHWÖRUNG (The Bourne Supremacy, 2004) und DAS BOURNE ULTIMATUM (The Bourne Ultimatum, 2007), Len Wisemans STIRB LANGSAM 4.0 (Live Free or Die Hard, 2007), Doug Limans MR. & MRS. SMITH (Mr. & Mrs. Smith, 2005), Sam Raimis SPIDER-MAN 3 (Spider-Man 3, 2007), David Finchers FIGHT CLUB (Fight Club, 1999) und Clark Johnsons S.W.A.T – DIE SPEZIALEINHEIT (S.W.A.T., 2003).

Sportliche Auseinandersetzungen sind über den ganzen Film verstreut. Caro und Eusebio hatten die Aufgabe, die Actionszenen aufregend zu gestalten, wobei die Glaubwürdigkeit der Geschichte gewährt bleiben musste und die Bewegungsabläufe tauglich für die große Leinwand bleiben mussten. Darüber hinaus verbrachten sie Monate damit, die Schauspieler vorzubereiten, ihre Stunts auch selbst ausführen zu können und deren Fitness dann zu konservieren. Acht Wochen vor Drehbeginn begann das Training, das die Darsteller mit den körperlichen Anforderungen dieses Sports vertraut machte.

„Free Fight ist eine Mischung aus Kickboxen, Ringen, Dreh- und Wurftechniken, kombiniert mit dem Einsatz von Ellbogen und Knie“, erklärt Caro. „Der Sport bedient sich in seinen Bewegungsabläufen und Techniken beim Wrestling, Jiu-Jitsu, Karate, Sambo, Muay-Thai, bei allen möglichen Disziplinen. Die meisten Athleten, die diesen Sport betreiben, kommen vom Ringen, vom Jiu-Jitsu oder sind Striker. Sie beherrschen also eine dieser Techniken und arbeiten darauf hin, auch andere zu meistern und diese dann einzubauen.“

Caro hebt hervor, dass ein großer Filmstar maßgeblich dafür verantwortlich war, nicht nur Martial Arts populär zu machen, sondern auch die Grenzen zwischen den verschiedenen Disziplinen aufzubrechen. Damit bereitete er auch den Weg für den Free Fight. „Martial Arts wurde erstmals in den Fünfzigerjahren durch Karate, Judo oder Kung-Fu populär. Und diese Disziplinen waren strikt voneinander getrennt. Das war fast wie eine Religion: Wer Karate trainierte ließ von Judo die Finger, andernfalls wäre er bei seinem Meister in Ungnade gefallen. Bruce Lee hatte großen Einfluss darauf, diese Einstellung zu verändern. In seinen Filmen aus den Siebzigerjahren kombinierte er verschiedene Martial Arts-Disziplinen und verärgerte damit jeden. Wer ihn herausforderte, verließ diese Auseinandersetzung entweder mit seinen Zähnen in der Hand oder der Überzeugung: Super, das funktioniert ja wirklich! Nach und nach wurden so diese Barrieren abgebaut.“

Sean Faris und Cam Gigandet waren sehr athletisch und körperlich in guter Verfassung. Dennoch mussten sie strenge Ernährungsprogramme auf sich nehmen und lernen, die komplizierten Bewegungsabläufe des populären Sports sicher und authentisch zu beherrschen. Faris hatte auf der Leinwand bereits einen Athleten verkörpert, aber Free Fight stellte für ihn eine absolut neue Herausforderung dar. „Jeden Tag trainierten wir etwa dreieinhalb Stunden“, erzählt der Jungstar. „Mit Martial Arts hatte ich vorher noch nie etwas zu tun gehabt. Jetzt lernte ich Taekwondo, Jiu-Jitsu, Muay-Thai, Ringen, lauter unterschiedliche Disziplinen. Und dann kam auch noch das eineinhalbstündige Krafttraining dazu, ganz zu schweigen von der verordneten Diät, damit wir an Gewicht zulegen konnten. Noch während der Dreharbeiten trainierten wir zwölf Stunden täglich und ich verlor genau so viel, wie ich für den Film ursprünglich zugenommen hatte.“

Obwohl Faris als Kind und Jugendlicher Fußball, Football und Rugby gespielt hatte, war für ihn dieser neue Sport genauso exotisch wie für seine Figur Jake. Während er sich diese neuen Fähigkeiten aneignete, machte er körperlich und emotional eine ähnliche Entwicklung durch wie Jake. „Das Training gehörte definitiv zu den härtesten Prüfungen, denen ich mich je unterziehen musste, aber letztlich auch zu denjenigen, von denen ich am meisten profitieren konnte“, erklärt Faris. „Im Film hatte ich bisher Sportarten betrieben, die ich auch als Kind und Jugendlicher ausgeübt hatte. Das hier war etwas völlig anderes. Dieser Sport war mir völlig fremd und es gab keinen Bereich, in dem ich mich sicher fühlen konnte. Es gab schon Momente, in denen ich zweifelte, ob ich das durchstehen würde. Aber als ich dann die Kurve gekriegt hatte, spürte ich, dass ich mich wirklich weiterentwickelt und etwas geleistet hatte. Plötzlich konnte ich meinen Fuß über den Kopf meines Gegenübers führen, plötzlich fügte sich alles zusammen. Während des Trainings begriff ich außerdem, dass es hier auch um eine Geisteshaltung ging, nicht darum, ein harter Bursche zu sein. Es ging nur um Selbstverteidigung.“

Cam Gigandet ist überzeugt davon, dass das Training der Darstellung seiner Rolle, Jakes Erzrivale Ryan, zugute kam. Der junge Schauspieler besaß bereits Martial Arts-Erfahrung, war aber weit entfernt vom Niveau seiner Figur eines Meisterfighters, der sich aus den völlig falschen Gründen auf Streitereien einlässt. Natürlich war es sehr hilfreich, dass Gigandet und Faris viel Zeit miteinander verbringen mussten, um die Bewegungsabläufe einzustudieren, die dann in der finalen Auseinandersetzung zwischen Jake und Ryan zu sehen sind.

„Ein ganz normaler Trainingstag“, erinnert sich Gigandet, „begann mit Basisübungen, mit Faust– und Fußangriffen, Abblockgriffen und Kombinationen daraus. Dann konzentrierten wir uns auf die Planung und Choreographie der Fightszenen. Erst übten wir mit den Stuntmännern, dann studierten Sean und ich gemeinsam das Gelernte ein. Nach einer Weile wirkte das alles sehr flüssig und auf den verschiedensten Ebenen sehr realistisch, obwohl es einer festgelegten Choreographie folgte.“

Djimon Hounsou hatte in seiner Jugend in Frankreich Martial Arts gelernt und auch geboxt. Trotzdem empfand er das Training als nützlich und als Herausforderung. „In Frankreich trainierte ich sieben Jahre Kung-Fu und fünf Jahre Boxen. Das war für mich eine große Hilfe, aber natürlich musste ich für diesen Film trotzdem wieder ins Training. Vor Beginn der Dreharbeiten arbeitete ich zwei bis drei Wochen mit den Stuntkoordinatoren. Ehrlich gesagt, hat mich das Free Fight-Training ganz schön geschlaucht. Hier wurden Muskeln und Körperteile in Anspruch genommen, die ich nie benutzt hatte, die sich jetzt aber bemerkbar machten. Aber mir machte das Spaß. Außerdem besteht immer ein gewisser Druck, wenn man eine Rolle spielt, in der man den Eindruck vermittelten muss, alles schon zu wissen.“

Wie schon Roqua, die von ihm gespielte Figur, ist sich auch Hounsou bewusst, welche großen Kräfte bei diesem Sport involviert, welche potenzielle Gefahr und auch Verantwortung damit verbunden sind. „Ob es nun um Kung-Fu, Karate, Free Fight oder um andere verwandte Sportarten geht, sollte es ein Gesetz geben, das die Anwendung außerhalb der Trainingsstätten verbietet“, fordert Hounsou mit Überzeugung. „Wenn man jemanden verletzt, trägt man selbst auch die Verantwortung.“

Die Stuntkoordinatoren waren nicht die einzigen Experten am Set. So hatte Produzent David Zelon zwei Jahre die israelische Selbstverteidigungskunst Krav Maga gelernt. Grundsätzlich, aber vor allem auch für Zelon, der viele Kontakte zur Martial Arts-Szene unterhält, war es von größter Bedeutung, dass die Fights absolut authentisch wirken mussten. „Wochenlang drehten wir nur Fightszenen – mit verschiedenen Spezialkameras und Apparaturen“, erzählt Zelon. „Unser Ziel war es, ganz nah an die Fights heranzugehen, man sollte jeden Treffer fast spüren können. Natürlich mussten wir mit einkalkulieren, dass sich jemand verletzen oder verausgaben könnte. Deshalb gingen wir auf Nummer sicher. Aber unsere Intention blieb unverändert: alles sollte realistisch, instinktiv ausgeführt wirken. Wir wollten mit unseren Fightszenen neue Maßstäbe setzen. Das begann mit unseren Stuntkoordinatoren und der Planung der Choreographie und setzte sich mit unseren Darstellern fort, die so viel wie möglich selbst machen mussten, damit wirklich alles echt aussah.“

„Den Morgen am ersten Trainingstag werde ich nie vergessen“, erinnert sich Regisseur Wadlow. „Ich habe Sean und Cam zufällig auf dem Parkplatz vor der Trainingshalle getroffen. Ich habe beiden in die Augen gesehen und ihnen gesagt, dass für uns – obwohl es noch acht Wochen bis Drehbeginn waren – heute schon der Film beginnen würde. Aufgeregter hätten sie nicht sein können und meiner Ansicht nach sieht man dem Film ihre harte Arbeit an. Jede ihrer Fightszenen haben sie gelernt – und es gibt im ganzen Film nicht einen Bewegungsablauf, den sie nicht selbst hätten ausführen können.“

Vor Beginn der Dreharbeiten wusste Wadlow nicht viel über Free Fight, aber er entwickelte sich schnell zum Experten. „Gleich nachdem ich das Drehbuch gelesen hatte, war ich Feuer und Flamme für dieses Projekt, ich begann sofort mit meinen Vorbereitungen. Ich besuchte Sportstudios und Dojos, sah mir so viele Fights wie möglich live an, darüber hinaus hunderte DVD-Zusammenstellungen von Free Fight-Highlights. Ich verbrachte mehr Stunden als ich sie noch zählen könnte, mit unserem Stunt-Team in der Trainingshalle, besprach die Choreographie und stellte Fragen über Fragen. Nicht nur über die Fights, sondern auch über verschiedene Trainingsmethoden, ihren eigenen Martial Arts-Background und auch über die Geschichte der einzelnen Disziplinen, aus denen sich Free Fight schließlich zusammensetzt. Nach Ankunft unseres Kameramannes Lukas Ettlin sah ich mir mit ihm in meinem Büro und bis spät in die Nacht hinein Fightfilme an. Wir versuchten herauszufinden, warum einige Fights so wuchtig und dramatisch, andere dagegen so langweilig wirkten.“

Wadlows Begeisterung für den Sport und seine Aufmerksamkeit für die kleinsten Details inspirierte vorbildhaft auch den Dreh der Fightszenen. „Die Vorbereitung für die Fightszenen waren extrem anstrengend“, gibt Wadlow zu. „Zunächst habe ich jeden einzelnen Fight im Skript mit Damon Caro und Jonathan Eusebio besprochen. Ich sagte ihnen, was ich hinsichtlich der Entwicklung der Story für wichtig hielt, was ich mit jedem Aspekt eines Fights dramaturgisch erreichen wollte. Sie begannen dann, mir für die großen dramatischen Momente bestimmte Bewegungsabläufe vorzuschlagen. So nahm der Fight allmählich Konturen an. Der nächste Schritt war dann, in die Trainingshalle zu gehen und zuzusehen, wie Mitglieder des Stuntteams in den Rollen von Jake und Ryan den Fight in groben Zügen darstellten. Meine erste Frage war immer, ob das auch wirklich Free Fight-tauglich war. In der Regel bejahten sie es, schließlich sind das absolute Experten. Wenn sie aber irgendwelche Zweifel hatten, arbeiteten sie die Choreographie noch genauer aus.“

Die Kameras wurden ausschließlich an Drehorten in Orlando, Florida aufgestellt. Orlando ist zwar für seine Freizeitparks bekannt, aber die Filmemacher fanden auch geeignete Locations für weniger exotische Schauplätze – wie etwa für Jakes altes Haus in Iowa. Außerdem bekam das Team schnell mit, dass Free Fight in Zentralflorida immer populärer wird. Um seinen Darstellern so viel Zeit wie möglich für das Training geben zu können, schob Regisseur Wadlow den Dreh der Fightszenen ans Ende des Drehplans, bis es schließlich an den „Beatdown“ ging, das jährlich abgehaltene Turnier für nichtprofessionelle Free Fighter. Gedreht wurden die Fights vor Publikum, mit fast 1000 leidenschaftlich agierenden Statisten, die sich mit ganzem Herzen ins Zeug legten und mehrere Tage lang Runde für Runde den Fightern zujubelten.

Produktion: Das Phänomen Free Fight

Free Fight ist der derzeit angesagteste Kontaktsport. Seine schnell wachsende Popularität hat zu Titelgeschichten in wichtigen Magazinen wie „Sports Illustrated“ oder „ESPN The Magazine“ sowie weltweit zu unzähligen Artikeln auf den Sportseiten der Printmedien geführt. Auf über drei Millionen Webseiten ist Free Fight zu finden. Darüber hinaus bricht der Sport auch im Pay-per-View-Geschäft alle Rekorde. Nachdem vor kurzem Ultimate Fighting Championship seinen bedeutendsten Konkurrenten, Japanese Pride Fighting Championships, aufkaufte, sind damit die beiden größten Organisationen des Sports fusioniert. Das verspricht einen weiteren Popularitätsschub für diesen Sport.

Die Geschichte des Free Fight begann bereits in den Zwanzigerjahren des letzten Jahrhunderts, als die Familie Gracie in Brasilien Turniere veranstaltete, in denen alles erlaubt war (auf Portugiesisch: vale tudo). Japan hat in den Siebzigerjahren die Herausforderung angenommen, wie auch Bruce Lee in dieser und der vorausgehenden Dekade. Ursprünglich gab es kaum Regeln und dieser Sport wurde für recht gefährlich gehalten. Mittlerweile ist er standardisiert, es gibt ein allgemeingültiges Regelwerk, die riskanteren Griffe und Bewegungen gelten heute als illegal. Der Sport ist tatsächlich sicherer als Football oder Boxen. Es gibt nur einen bestätigten Todesfall und dieser ereignete sich 1998 bei einem nicht genehmigten Turnier.

Die Athleten, die diesen Sport ausführen, kombinieren brasilianisches Jiu-Jitsu, Ringen, Muay-Thai, Karate, Sambo, Judo und andere Sportarten. Sie ringen, boxen, benutzen Angriffstechniken und artistische Fußbewegungen, die sich der Schwerkraft entziehen, um den Herausforderer zu besiegen und mit der meisterlichen Beherrschung der verschiedensten Techniken ihr Publikum zu begeistern. Ein Fight ist beendet, wenn ein Athlet das Bewusstsein verliert, ein Ringrichter wegen technischem K.o. abbricht oder einer der beiden Kämpfer aufgibt. Dies signalisiert der Fighter, indem er mit der Hand dreimal auf den Körper des Kontrahenten klopft. Wird ein Fight nicht vorzeitig entschieden, fällen drei Ringrichter das Urteil – auf der Basis eines Zehnpunktesystems. Bedient sich ein Fighter eines illegalen Griffs, kann das zur Disqualifikation und zum Abbruch des Fights führen.

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