The Doors: When You're Strange (2009)

Originaltitel: When You're Strange
The Doors: When You're Strange Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

The Doors: When You're Strange: Independent-Filmer Tom DiCillo ("Living in Oblivion") macht dem Zuschauer in seinem überragend montierten Musik- und Bandporträt das Phänomen The Doors sowie das Genie Jim Morrisons begreifbar.

Die Story von The Doors, ihres Aufstiegs und Falls. Die Dokumentation folgt chronologisch der Bandgeschichte von deren Gründung 1965 durch Jim Morrison und Ray Manzarek bis zum tragischen Tod Morrisons 1971 in Paris. Dabei werden Stationen wie die frühen Konzerte im Whisky a Go-Go über den ersten Nummer-eins-Hit “Light my Fire” und Morrisons Drogen- und Alkoholexzesse beleuchtet, ebenso wie Aufnahmen aus Morrisons 1969 entstandenem Experimentalfilm “HWY: An American Pastoral” verwendet.

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Kritikerrezensionen

  • Tom DiCillo rockt mit einer mustergültigen Musikdokumentation, einer Zeitreise in die Hippie-Ära, die für Fans wie Laien gleichermaßen erhellend und unterhaltsam ist.

    Groß war die Empörung (nicht nur) der glühenden Doors-Fans als Oliver Stone sich 1991 mit seinem Biopic “The Doors” an Rock-Ikone Jim Morrison “vergriff” – wobei man ihm zumindest zu Gute halten muss, dass er mit Meg Ryan das perfekte Double für Morrison-Freundin Pamela Courson fand. Wie dem auch sei, nun liegt mit “The Doors – When Your Strange” die erste Kino-Dokumentation über die Kult-Band vor, verantwortet von Tom DiCillo, der als Regisseur (“Living in Oblivion”) und Kameramann (“Stranger Than Paradise”) gerne jenseits des Mainstreams arbeitet und einen eigenen Kinoblick besitzt.

    Er erzählt die Geschichte der Kult-Band von ihren Anfängen am Strand von Venice Beach, von den Einflüssen von Aldous Huxleys “Die Pforten der Wahrnehmung”, in dem der Autor von seinen Erfahrungen mit Meskalin und anderen Halluzinogenen berichtet. Dem William-Blake-Zitat “If the doors of perception were cleansed every thing would appear to man as it is, infinite”, das dem britischen Kollegen Titel und Motto geliefert hatte, entnahmen Sänger Morrison und Keyboarder Ray Manzarek, auch die Anregung für ihren Bandnamen. Chronologisch geht der Filmemacher vor, beginnt mit der Bandgründung 1965 und endet mit Morrisons tragischem Tod 1971. Dazwischen liegen sechs Studioalben, allesamt Meilensteine der Rock-Geschichte, Drogen- und Alkoholexzesse, turbulente Konzerte und natürlich Morrisons Verhaftung wegen angeblicher Entblößung und Oralverkehrs auf der Bühne.

    Wie Huxleys Gebrauch der Droge sollte auch die Musik der Doors bewusstseinserweiternd sein, Melodie und Mystik verbinden. Da verwundert es nicht, dass das Gründungsduo seine beiden anderen Bandmitglieder John Densmore (Schlagzeug) und Robby Krieger (Gitarre) bei einem Esoterikkurs kennen lernte. Um die Wahrheit vom Mythos zu unterscheiden, verzichtet DiCillo auf nachgestellte Szenen, Schauspieler und Interviews, verlässt sich allein auf (großteils bekanntes) Archivmaterial und montiert immer wieder Aufnahmen von Morrisons Filmhochschularbeit “HWY: An American Pastoral” mit ein. Allein die Bilder und Texte dieses Experimentalfilms mit Morrison als Autostopper/Autofahrer im Joshua-Tree-Nationalpark lohnen den Eintritt – und die erteilte Note D lässt Deutungsspielraum offen.

    Der Mythos The Doors wird hier ebenso begreifbar wie das zerrissene Genie Morrison, es geht um Sex, Drugs und Rock’n’Roll, um die Jugendrevolte zum Ende der Sechzigerjahre, um den Aufbruch in eine neue Zeit. Der Song “The End”, berühmt geworden auch durch Coppolas Verwendung in “Apocalypse Now”, hier vorgetragen im legendären Nachtclub Whisky a Go-Go, mit seiner ödipalen Zeile “Father, I want to kill you, Mother I want to fuck you”, verrät viel von Jims Verhältnis zu seiner Familie, zu seinem Vater, der damals während des Vietnam-Kriegs einen Flugzeugträger kommandierte. So kommen Doors-Insider und -Outsider – wussten Sie, dass “Light my Fire” von Robby Krieger stammt? – voll auf ihre Kosten. Nicht zuletzt durch den Schauspieler und Doors-Adepten Johnny Depp, der DiCillo nach den Aufführungen in Sundance und auf der Berlinale als Erzähler “abgelöst” hat. geh.

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