Filmhandlung und Hintergrund

Was sich zunächst wie ein sprödes Schulddrama aus Südlondons heruntergekommener Nachbarschaft ausnimmt, entwickelt sich rasch zur überzeugenden und bewegenden Geistergeschichte, die mit einem finsteren Finale aus der Serienkillerecke aufwartet. Das Spielfilmdebüt galt nicht nur wegen der sorgsam entfalteten Atmosphäre auf dem Fantasy Filmfest als Geheimtipp und wirkt, als hätte Ken Loach „The 6th Sense“ verfilmt...

Weil Matthew lieber eine Party feierte, als auf seinen jüngeren Bruder Tom aufzupassen, macht ihn sein alleinerziehender Vater Jake für dessen spurloses Verschwinden verantwortlich. Geplagt von Schuldgefühlen, erlebt der Teenager Halluzinationen, in denen ihm Tom erscheint. Als selbst seine Alpträume davon dominiert werden, sucht er das Medium Melissa auf. Gemeinsam mit der neu hinzugezogenen Nachbarstochter Amy kommt er einem finsteren Geheimnis um zahlreiche verschwundene Kinder auf die Spur.

Ein seit dem mysteriösen Verschwinden seines kleinen Bruders verstörter Teenager sieht plötzlich Tote, wodurch er eine unheimliche Mordserie in seinem schäbigen Südlondoner Viertel aufdeckt. Atmosphärischer britischer Geisterhorror mit bewegendem Ausgang.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

    1. Seit „The Sixth Sense“ (M. Night Shyamalan, 1999) und einigem, was danach kam, wissen wir, zu den vielen Dingen, die es zwischen Himmel und Hölle gibt, gehören hin und wieder auch Geister. Und tatsächlich gibt es manchmal auch Menschen, die sie – tote Menschen - sehen können, auch wenn sie sich der nicht mehr vorhandenen Lebendigkeit dieser Erscheinungen nicht immer bewusst sind. „The Disappeared“ schwimmt praktisch im selben Fahrwasser – auch wenn der Film von Johnny Kevorkian – eher als Soziodram beginnt und man sich als Zuschauer eigentlich die ganze Zeit über fragt, ob der Protagonist Matt nicht einfach doch nur verrückt ist. Schließlich ist uns auch in dieser Richtung filmtechnisch bereits einiges bekannt wie zum Beispiel „They“ (Robert Harmon, 2003).

      „The Disappeared“ besticht vor allem durch seine triste und kalte Ästhetik. Die Bilder der Südlondoner Großstadtkulisse sind ausgewaschen und ein wenig blaustichig - symbolisieren so das Innenleben und die emotionale Kälte der Protagonisten. Es gibt kaum Filmmusik. Jedoch sind die stillen Momente nicht wirklich still, immer scheint kaum hörbar jemand oder etwas zu flüstern und während man als Zuschauer angestrengt hinhört, um vielleicht doch etwas zu verstehen, wird man von einem unerwarteten Soundeffekt zusammenzuckend in den Kinosessel zurückgepresst. Keine neue Methode eines Gruselfilms, aber trotzdem immer noch sehr wirksam.

      Wie Matt ist auch der Zuschauer daran interessiert, zu erfahren, was es mit dem Verschwinden des kleinen Bruders auf sich hat und Kevorkian legt dabei geschickt eine falsche Fährte nach der anderen. War er es oder er oder ist der kleine Tom vielleicht sogar noch am Leben? Dabei werden immer wieder Indizien gestreut, die genauso gut bedeuten könnten, dass Matt tatsächlich nur ein Freak ist. Es bleibt also spannend bis zur letzten Minute.

      Auch schauspielerisch hat „The Disappeared“ einiges zu bieten: Zum einen den noch relativ unbekannten Harry Treadaway als Matt Ryan, der es versteht, Matts Selbstzweifel, die Schuld die auf ihm lastet und die Angst den Verstand zu verlieren, für das Publikum sichtbar zu machen. Und zum anderen Greg Wise, der seit seiner Rolle als Lebemann Willoughby in „Sinn und Sinnlichkeit“ (Ang Lee, 1995) leider nicht mehr groß in Erscheinung getreten ist, als Matts Vater Jake. Auch Wise kann dem Publikum den Zwiespalt eines Vaters - der um den einen Sohn trauert und dagegen ankämpft, seinen älteren Sohn für das Verschwinden des anderen verantwortlich zu machen - für das Publikum sehr deutlich machen.

      Fazit: Ein Gruselschocker mit Versatzstücken eines Soziodrams, der gekonnt mehr gruselt als schockt und durch seine Ästhetik eine absolut beklemmende Atmosphäre verbreitet.
    2. Was sich zunächst wie ein sprödes Schulddrama aus Südlondons heruntergekommener Nachbarschaft ausnimmt, entwickelt sich rasch zur überzeugenden und bewegenden Geistergeschichte, die mit einem finsteren Finale aus der Serienkillerecke aufwartet. Das Spielfilmdebüt galt nicht nur wegen der sorgsam entfalteten Atmosphäre auf dem Fantasy Filmfest als Geheimtipp und wirkt, als hätte Ken Loach „The 6th Sense“ verfilmt. Mit Harry Treadaway („Control“), Draco Malfoy-Darsteller Tom Felton und Greg Wise („Johnny English“).

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