Filmhandlung und Hintergrund

Mit einem Polit-Thriller auf europäischer Bühne präsentierte sich George Sluizer im Wettbewerb der Berlinale. Die dunkle Geschichte im Dschungel der Euro-Bürokratie über Intrigen, Mord und Totschlag hinter den Kulissen einer nach außen honorigen Politik läßt die Brüsseler Machtzentrale in einem neuen Licht erscheinen. Der Holländer, der in den 60er und 70er Jahren als Produzent und Regisseur von zahlreichen...

Der hochrangige englische Minister James Morton (John Hurt) muss aufgrund von Unstimmigkeiten seinen Hut nehmen und wird auf einen Posten als EU-Industriekommissar nach Brüssel beordert. Dort soll er grünes Licht für die Fusion des mächtigen deutschen Konzerns Metro-Chemie und der Firma British Chemicals zustimmen. Als der geheimnisvolle Wissenschaftler König (Armin Mueller-Stahl) ihn auf die Spur illegaler Machenschaften bringt, setzt Morton damit Ehe, Karriere und Leben aufs Spiel.

Eine Konspiration alter Nazi-Seilschaften, die noch immer in Deutschland die Fäden ziehen, ist der Motor für einen Euro-Verschwörungsthriller auf politischer Bühne der Brüsseler Machtzentrale, bei dem der Holländer George Sluizer („Spurlos„) alle Spannungsregister zieht.

Der englische Minister James Morgan hat eine Praktikantin zuviel beschält und wird auf einen Posten als EU-Industriekommissar nach Brüssel gelobt. Dort wartet alles auf grünes Licht für eine brisante Fusion zwischen den bedeutendsten deutschen und englischen Chemiekonzernen. Morgan will näher prüfen, stößt auf eine Verschwörung alter Nazis und gerät, als er nicht locker lassen will, in Lebensgefahr. Zum Glück springen ihm die attraktive Umweltkommissarin und ein unerschrockener Journalist bei.

Anstatt die geplante Großfusion zwischen Wirtschaftskriminellen und Altnazis einfach durchzuwinken, legt sich ein aufrechter englischer EU-Kommissar (John Hurt) quer. Routiniert inszenierter Euro-Verschwörungsthriller.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Mit einem Polit-Thriller auf europäischer Bühne präsentierte sich George Sluizer im Wettbewerb der Berlinale. Die dunkle Geschichte im Dschungel der Euro-Bürokratie über Intrigen, Mord und Totschlag hinter den Kulissen einer nach außen honorigen Politik läßt die Brüsseler Machtzentrale in einem neuen Licht erscheinen.

    Der Holländer, der in den 60er und 70er Jahren als Produzent und Regisseur von zahlreichen Dokumentarfilmen fungierte und 1988 mit „Spurlos“ den internationalen Durchbruch schaffte, nahm sich den Roman des britischen Krimi-Autors Stanley Johnson als Vorlage. Basierend auf den Erfahrungen des einstigen Mitglieds des Europäischen Parlaments entwickelt er einen interessanten Plot, dem aber zwischendurch der Atem ausgeht. Der Ausgangspunkt ist europäischer Alltag. Ein Politiker, hier der britische Minister James Morton (John Hurt), wird aufgrund politischer Ränkespiele ausgemustert und auf einen Posten nach Brüssel abgeschoben, als EU-Kommissar darf er sich um das Ressort Industrie kümmern. Der Job entpuppt sich als Schleudersitz, denn Morton weigert sich, einer Fusion zwischen dem mächtigen deutschen Konzern Metro-Chemie und der Firma British Chemicals zuzustimmen, nachdem ihm der geheimnisvolle Informant König (Armin Mueller-Stahl) illegale Machenschaften des Chemie-Multis enthüllt. Morton setzt sich - gemeinsam mit der verführerischen Umweltkommisarin Helena Noguentes (Rosane Pastor) und einem engagierten Journalisten - auf die Spur des Komplotts und damit zwischen alle Stühle. Er handelt sich Ärger mit dem Kommissions-Präsidenten (Johan Leysen) ein, zieht sich den Zorn der Wirtschaftsbosse zu und gerät auch noch in Todesgefahr, als eine Bombe sein Appartement zerstört. Am Ende kann er niemandem mehr trauen - sein Assistent hält ihn für einen Verräter englischer Interessen und arbeitet gegen ihn, sein einziger Zeuge König wird verhaftet, die konspirativen Verwicklungen auf internationalem Wirtschaftsparkett sind undurchschaubar. Die Story sollte eigentlich funktionieren, denn die Zutaten stimmen - eine heiße Liebesaffäre, Eheschwierigkeiten, Kampf gegen das Böse, (Pyrrhus)-Sieg des Guten. Aber dann macht es sich der Regisseur dieser europäischen Co-Produktion etwas zu leicht, indem er beliebte Klischees verwurstet: die Deutschen fabrizieren illegale B- und C-Waffen (der Firmen-Chef produzierte schon im Dritten Reich Gas für Konzentrationslager), im Geiste einfache Amis tragen Texashüte und langweilige Eurokraten sind korrupt. Zwar mangelt es nicht an Spannung und überraschenden Wendungen, auch die Verknüpfung von Korruption und Machtmißbrauch auf höchster Ebenen mit dem Gerangel um nationale Interessen und einer Love-Story ist gelungen. Aber die langweiligen Fernsehbilder erinnern an einen besseren Tatort-Krimi. Der brisante Stoff hätte mehr hergegeben. mk.

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