Filmhandlung und Hintergrund

Lebendige und witzige Kinogeschichte um Männer eines irischen Dorfes, die sich auf die Ankunft von Heiratskandidatinnen vorbereiten.

In einem kleinen Kaff an der irischen Felsenküste, hat schon seit Jahren keine Hochzeit mehr stattgefunden. Einer der dortigen Junggesellen versucht den Missstand zu beheben, indem er eine Zeitungsanzeige aufgibt, um amerikanische Ladies her zu locken. Doch man muss lange warten und Metzger Kieran bereitet sich z.B. dadurch vor, sich die Haare zu einer Gigolo-Frisur schneiden und färben zu lassen.

In einem kleinen irischen Kaff haben die Männer nur mit zwei Problemen kämpfen: zu viel warmes Bier und zu wenig heiße Frauen. Deshalb beschließen die örtlichen Junggesellen unter der Führung des Metzgers Kieran, Letzteres mittels einer Partnerschaftsanzeige im Miami Herald zu beheben. Sportlich, sexy und attraktiv sollen die ehewilligen US-Girls sein, eben gerade gut genug für die wortgewandten örtlichen Schnapsnasen. Blöderweise bekommen die ledigen Damen des Dorfes von der Brautschau Wind und holen zum Gegenschlag aus.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • The Closer You Get: Lebendige und witzige Kinogeschichte um Männer eines irischen Dorfes, die sich auf die Ankunft von Heiratskandidatinnen vorbereiten.

    In Irland scheint das Leben von einer besonders vitalen Absurdität, wenn man den von dort kommenden Filmen glauben mag. Zumindest sind es immer schöne, lebendige, witzige Kinogeschichten, immer auch mit einem Hauch von Melancholie. „Ganz oder gar nicht“-Produzent Uberto Pasolini hat wieder auf ein Regiedebüt gesetzt: Aileen Ritchie, Schottin und bisher Theaterregisseurin und -autorin, zeigt in ihrer ersten Spielfilmregie ein sicheres Gespür für Schauspieler und den Realismus der handelnden Personen. Wenn auch der Erzählrhythmus manchmal etwas stockend ist, vermag der Film dennoch durch die aberwitzige Komik seiner Geschichte köstlich zu unterhalten und dürfte bei einem großen Arthouse-Publikum Gefallen finden.

    Es geht wieder um das ewig aktuelle Thema Männer und Frauen und wie sie zusammenkommen. Je näher sie einander kommen, wie der Filmtitel meint, desto komplizierter, aber doch auch schöner und spannender wird es. Weil nämlich jeder sich neu besinnt, sich anders konzentriert, aus dem gewohnten Trott gerät und sogar nachdenkt. Das jedenfalls passiert in einem kleinen Kaff an der irischen Felsenküste der Grafschaft Donegal, wo schon seit Jahren keine Hochzeit mehr stattgefunden hat. Ehescheidungen und Beerdigungen sind dagegen keine Seltenheit. Zwischen den wenigen unverheirateten Frauen und Männern bahnen sich keine Romanzen an, und viele Junggesellen verlassen das Dorf. Einer von ihnen allerdings hat die verrückte Idee, per Zeitungsanzeige amerikanische Ladies zwecks Heirat in die irische Abgeschiedenheit zu locken. Eine Ähnlichkeit der Handlungskonstellation mit dem spanischen Film „Blumen aus einer anderen Welt“ ist sicher nicht von ungefähr, denn Produzent Pasolini hatte vor Jahren in einem Zeitungsartikel von Spaniern gelesen, die per Heiratsannonce Frauen aus der Stadt zu Besuch und Ehe in ihrem Gebirgsdorf bei Barcelona motivieren konnten. In Aileen Ritchies Film nimmt die Handlung allerdings eine andere Wendung - die erhoffte Ankunft der Amerikanerinnen lässt allzu lange auf sich warten. Wahrscheinlich war die Idee eben doch ein bisschen zu verrückt. Aber sie hat bewirkt, dass die Männer sich auf ihre Gefühlswelt einlassen. Auch auf ihre Eitelkeiten, die natürlich groteske Blüten treiben, wie zum Beispiel beim Metzger Kieran (Ian Hart und Loachs „Land and Freedom“ und Winterbottoms „Wonderland“), der sich zum Entsetzen des dennoch geduldigen Dorffriseurs die Haare zu einer Gigolo-Frisur schneiden und färben lässt. Auf wunderbare Weise aber finden und trennen sich Paare, die bisher neben-, gegen- und miteinander gelebt haben. Die von den Männern erhofften und von den Frauen eher verachteten Neuankömmlinge lösen noch bevor sie jemals auftauchen bei den Dorfbewohnern nicht nur gemischte, sondern völlig neue und sehr bewusste Lebensgefühle aus. Die Regisseurin hat ihr Darstellerensemble dabei souverän im animierenden Griff, wobei sie von jeder einzelnen Figur mit viel Liebe erzählt. Trotzdem kriegt jeder, ob Männlein oder Weiblein, sein Fett weg. Das macht Spaß und bekommt in den atmosphärischen Bildern vom Kameramann Robert Alazraki den richtigen Biss einer Comédie Humaine. fh.

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