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„The Batman“: Ben Affleck verrät, wieso er wirklich ausgestiegen ist

Hy Quan Quach |

© Warner Bros.

Ben Affleck, der zweimal den Dunklen Ritter verkörperte, stieg nach „Justice League“ aus. Nun sprach er in einem Interview über seine Beweggründe.

Das filmische DC-Universum befindet sich aktuell im großen und spannenden Wandel: Das eigentliche DC Extended Universe, das für viele als gescheitert gilt, gibt es im eigentlichen Sinne nicht mehr. Der Superhit „Joker“ ist etwa unabhängig davon produziert worden. Und auch der kommende „The Batman“ soll kein Teil des DCEU sein, was allein schon durch die Besetzung verdeutlicht wird.

Diese Entwicklungen verlangen aber auch ihre Opfer; und das prominenteste ist Ben Affleck. Schon jetzt ist er aus den Köpfen einiger als direkter Vorgänger von Robert Pattinson. Zu recht, würde manch ein Kritiker sagen. Aber dass jetzt schon absehbar ist, dass man sich an Afflecks Zeit als Dunkler Ritter von allen bisherigen Darstellern mit am wenigsten erinnern wird, liegt daran, er nie seinen eigenen Solofilm erhalten hat.

Ja, der 47-jährige Schauspieler verkörperte Batman zweimal; und damit einmal mehr als Val Kilmer und George Clooney. Aber Affleck stand nie im Mittelpunkt der Filme, in denen er auftrat. Sowohl „Batman v Superman: Dawn of Justice“ als auch „Justice League“ sind beides Superhelden-Ensemblefilme, die gleich eine ganze Schar an übermenschlichen Wesen beinhalten. In „Suicide Squad“ hatte er dann nur einen Cameo-Auftritt. Die schlechten Kritiken zu den drei Filmen tun ihr Übriges.

Ben Affleck wusste, dass es so nicht mehr weitergehen konnte

Dabei hätte Affleck durchaus die Möglichkeit gehabt, seinen Bruce Wayne alias Batman in einem Solostreifen in Szene zu setzen. Er hätte sogar eine entscheidende Rolle innegehabt als Regisseur, Drehbuchautor und Hauptdarsteller. Das wurde im Frühjahr 2016 enthüllt. Als Affleck dann einige Monate später verkündete, nicht mehr länger Regie zu führen, war bereits klar, dass einiges im Argen war. Matt Reeves, der Regisseur von „The Batman“, kam dann im Februar 2017 an Bord.

Ende Januar 2019 wurde dann offiziell bekanntgegeben, worüber seit Monaten Gerüchte bestanden: Affleck stieg als Batman-Darsteller aus. „Ich habe versucht, eine Version davon zu inszenieren und habe mit einem wirklich guten Drehbuchautor zusammengearbeitet. Aber mir fiel einfach keine eigene Version ein, ich habe es einfach nicht geknackt bekommen“, ließ Affleck in Jimmy Kimmel Live im Februar zunächst wissen. „Also dachte ich mir, dass es an der Zeit ist, es jemanden anderes versuchen zu lassen. Sie haben richtig gute Leute gefunden, ich bin schon gespannt.“

Das war aber wohl nur die halbe Wahrheit. In einem aktuellen Interview mit New York Times sprach Affleck nun darüber, wie seine Alkoholprobleme überhandnahmen während seiner Zeit als Batman-Darsteller. Schon 2001 hatte er sich deswegen in Therapie begeben:

„Ich trank relativ normal für eine lange Zeit. Was dann passierte, war, dass ich immer mehr zu trinken begann, als meine Ehe auseinanderbrach. Das war in 2015 und 2016. Meine Alkoholsucht erzeugte selbstverständlich nur noch mehr Eheprobleme.“

Da half es natürlich nicht, dass es für „Batman v Superman“ und vor allem für „Justice League“ jede Menge Kritik einzustecken galt. Trotz allem versuchte Affleck, am Ball zu bleiben:

„Ich zeigte das Drehbuch zu ‚The Batman‘ jemandem. Dann hieß es: ‚Ich denke, das Drehbuch ist gut. Ich denke aber auch, dass du dich noch zu Tode trinken wirst, wenn du nochmal auf dich nimmst, was du gerade erst hinter dich gebracht hast.‘“

Damit war „Justice League“ gemeint. Das Prestige-Projekt des DCEU scheiterte spektakulär. Inmitten der Produktion verließ Regisseur Zack Snyder das Set, um eine Tragödie in der Familie zu verarbeiten. Joss Whedon sprang für ihn ein, um den Film zu beenden. Das Ergebnis konnte aber weder Kritiker noch das Publikum begeistern und ging komplett unter. Das veranlasste Warner Bros. zum Umdenken in Bezug auf das einst als Konkurrenz-Universum zum MCU angedachte DCEU.

Momentan läuft mit „Birds of Prey“ einer der neuen zukunftsweisenden Filme des DC-Universums im Kino. Und hier sind alle Anspielungen, die der Film beinhaltet:

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„The Batman“ wird ein Reboot

Aus Afflecks Solofilm ist mit „The Batman“ nun ein Reboot geworden, das kein Teil des DCEU darstellt. Tatsächlich verfolgt hier Regisseur Reeves einen ähnlich originellen Ansatz wie Todd Phillips bei „Joker“. Der Dunkle Ritter soll hier in einem ganz neuen Licht präsentiert werden: als Detektiv. Und wer weiß, ob es Affleck gelungen wäre, so jemanden darzustellen. Sein Batman gilt bei nicht wenigen Comic-Fans als derjenige, der noch eher den Comics entsprach. Und vielleicht gelingt es Robert Pattinson ja, zu zeigen, wie aus einem Superhelden am Ende ein verbitterter Rächer wird, der zu fragwürdigen Mitteln greift.

„The Batman“ startet am 25. Juni 2021 in den US-Kinos, ein deutscher Kinostart steht aktuell noch nicht fest.

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