Filmhandlung und Hintergrund

Skurrile Familiengeschichte, deren Vergangenheit wie ein Puzzle zusammengesetzt wird.

Texas in den späten 60ern. Familie Whit ist zur Beerdigung des Patriarchen, Großvater Sparta, versammelt. Doch es handelt sich weder um eine gewöhnliche Familie, noch um einen gewöhnlichen Abschied. Mit dem Testament wird auch eine Beichte des Verstorbenen verlesen, die alte Wunden wieder aufreißt. Der persönliche Umgang mit der Enthüllung und dem individuellen Schmerz nimmt bizarre Formen an.

Der Whit-Klan trifft im Texas der sechziger Jahre am Grab des verstorbenen Patriarchen zusammen. Dabei wird in Rückblicken das turbulente Leben der Sippe, zu der der großspurige Cousin Clinton, die vermeintlich verrückte Tante Miranda und der bieder-brave Sohn Zach gehören, erzählt: Um Kamele geht es da, um ermordete schwarze Dienstboten, aber auch um Vietnam-Veteranen, lüsterne Frauen und zänkische Blaustrümpfe. Und schließlich werden auch noch alte Rechnungen beglichen, Geständnisse gemacht und Freundschaften geschlossen.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Texas Story: Skurrile Familiengeschichte, deren Vergangenheit wie ein Puzzle zusammengesetzt wird.

    Diese ziemlich unkonventionelle Geschichte einer amerikanischen Familie mit vielen Schrullen versetzt immer wieder in Erstaunen auf Grund der aberwitzigen Konstellationen von Personen und Handlung. Deftiger bis absurder und tabubrechender Humor neben sentimentaler Spießigkeit dürfte in dieser Kombination von Regiedebütant William Blake Herron ein echtes Schmankerl für Nonsense-Liebhaber sein.

    Beerdigungen sind beliebte Gelegenheiten für Familientreffen, bei denen dann meist auch irgendwann die mehr oder weniger schmutzige Wäsche gewaschen wird anlässlich der Verwirrungen, die so etwas wie ein Testament anrichten kann. Je größer der Clan, desto heftiger die Verstörung und meist auch der daraus resultierende Streit. Bei der Familie Whit im Texas der 60er Jahre ist das exemplarisch, zumal sie aus lauter seltsamen Individuen zu bestehen scheint. So muss es sich der eben verstorbene Patriarch der Familie, Großvater Sparta (Martin Sheen), doch tatsächlich gefallen lassen, dass ihm im aufgebahrten Sarg seine Witwe Murtis (Grace Zabriskie) ein Ohr abbeisst. Der sechsjährige Enkel Sparta (Quinton Jones), der diesen nekrophilen Akt durch einen Türspalt beobachtet, denkt sich seinen Teil und schweigt, weil ihm sowieso niemand zuhören will. Nur seine Tante Miranda (Joanne Whalley) hat Verständnis für ihn, denn sie wurde vom verstorbenen Großvater vor Jahren in eine Nervenheilanstalt gesteckt, nachdem sie eine Fehlgeburt von einem indianischen Lover hatte. Regisseur und Drehbuchautor Herron, der vor seiner Filmemacher-Zeit zwei Jahre in der Sowjetunion gelebt hatte, zeigt viel Sinn für den schrägen Aberwitz und Bizarrerien menschlichen Verhaltens bis hin zu heftig schwarzem Humor. Weil der Tote, der dem Enkel ein paar Mal auf dem Heuboden beim Kartenspiel mit anderen toten Großvätern oder auf der blühenden Wiese vor dem Haus erscheint, neben seinem Testament auch ein überraschendes Geständnis einer Mordtat aus Eifersucht hinterließ, brechen plötzlich alle möglichen verborgenen Nachrichten ans Tageslicht. Der reiche Cousin ist pleite, dessen tief religiöse Ehefrau kann keine Kinder bekommen, die Witwe des Großvaters hat diese unselige Leidenschaft für Männerohren und ihren Mann vor Jahren zu einer Mordtat aus Eifersucht getrieben, im Stall der Familie stirbt gerade das Kamel, dem der kleine Sparta schließlich den Gnadenschuss gibt. Es ist ein wildes bis groteskes Sammelsurium von Skurrilitäten, die sich da auf der Leinwand abspielen, vom erotischen Ohrenschmaus bis zum genialischen Mumpitz. Eine schwarze Komödie der besonders familiären Art. fh.

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