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Terrorist

Filmhandlung und Hintergrund

Aus Indien sind in deutschen Kinos außer den Filmen von Deepa Mehta („Fire“) oder der jetzt in den USA arbeitenden Mira Nair („Salaam Bombay“) keine Produktionen zu sehen gewesen. Diese von Regisseur, Autor und Kameramann Santosh Sivan, verdient alle Aufmerksamkeit, weil sie als soghafte und ungeheuer suggestive Studie einer jungen Terroristin psychologische Tiefendimensionen und in den Bildern rauschhafte Naturbeschwörungen...

Darsteller und Crew

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Aus Indien sind in deutschen Kinos außer den Filmen von Deepa Mehta („Fire“) oder der jetzt in den USA arbeitenden Mira Nair („Salaam Bombay“) keine Produktionen zu sehen gewesen. Diese von Regisseur, Autor und Kameramann Santosh Sivan, verdient alle Aufmerksamkeit, weil sie als soghafte und ungeheuer suggestive Studie einer jungen Terroristin psychologische Tiefendimensionen und in den Bildern rauschhafte Naturbeschwörungen erreicht und atemberaubend spannend bis zur buchstäblich allerletzten Sekunde ist.

    Die 19jährige Malli (Ayesha Dhakar), seit dem Tod des Bruders in einer Terroristenbewegung aktiv, bedenkenlos im Töten der Gegner, wird auserwählt, als „denkende Bombe“ ein Attentat auf ein VIP durchzuführen, eine Selbstmordmission. Der Film beschreibt, wie Malli, von einem Kind durch Mienengebiete zur Fähre gebracht, in einem Dorf bei dem Bauern Suva als angebliche Agronomiestudentin lebt, sich vorbereitet und feststellt, dass sie schwanger ist (in Rückblenden erläutert), was sie in Zwiespalt und Zweifel an ihrer Aufgabe stürzt, zumal sie durch Suva und dessen Lebensphilosophie aufgerüttelt wird. Wird Malli, die dem VIP mit Girlanden gegenübertritt, den todbringenden Knopf drücken?

    Obwohl eindeutig in Indien angesiedelt, ist „The Terrorist“ kein konkret politischer Film, der Namen, Orte und Parteien nennen würde. Vielmehr unternimmt Sivan den Versuch, in das Bewusstsein einer Terroristin einzudringen. Dabei gelingen ihm außergewöhnliche und ungewöhnliche schöne Naturmetaphern, die vor allem mit Wasser in all seinen Erscheinungsformen und mit den Variationen der Farbe Grün verbunden sind. Im Dialog ist es Bauer Suva, der u.a. durch das Gleichnis vom positiven und negativen Samenkorn und durch seine im Koma liegenden Frau Mallis Panzer aufbricht. Der an die berühmte „Apu“-Trilogie von Altmeister Satyajit Ray und dessen atmosphärischen Realismus erinnernde Film gereicht jedem Programmkino zur Zierde. ger.

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