Terraferma

Kinostart: 16.08.2011

Filmhandlung und Hintergrund

Drama um eine italienische Fischerfamilie, die keine Perspektive mehr hat.

Die Pucillos haben sich ihrem Schicksal ergeben. Großvater Ernesto verweigert sich der Moderne, obwohl die Tage für kleine Fischer längst gezählt sind. Den Sohn hat das Meer ihm genommen, Enkel Filippo besitzt keine Lebensperspektive, genauso wie seine Mutter Giulietta, die von einem besseren Leben auf dem italienischen Festland träumt. Und dann steht plötzlich eine Afrikanerin mit ihrem neunjährigen Sohn vor ihrer Tür.

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Kritikerrezensionen

  • Terraferma: Drama um eine italienische Fischerfamilie, die keine Perspektive mehr hat.

    Preisgekröntes Drama über den Konflikt zwischen illegalen Einwanderern aus Afrika und einer kleinen Fischer-Gemeinde auf den Pelagischen Inseln.

    Die Fernsehbilder von auf den Pelagischen Inseln strandenden Migrantenmassen, schwimmenden Leichen im Meer, einer Küstenwache, die auch schon mal wegguckt, wenn Menschen ertrinken und einer hart vorgehenden Polizei gingen wochenlang um die Welt. Vor diesem Hintergrund inszeniert Emanuele Crialese eine sehr individuelle Auseinandersetzung mit dem Problem. Die kleine Fischergemeinde auf Linosa kämpft mit dem schwindenden Fischbestand und setzt als Alternative auf den Tourismus.

    Im Fokus steht eine Familie: Der Großvater arbeitet als Fischer, der Enkel will in seine Fußstapfen und die des gestorbenen Vaters treten und auch Fischer werden, die Mutter möchte die Insel verlassen, um einen neues Leben zu beginnen. Als bei einer Fahrt auf dem Meer plötzlich Flüchtlinge auftauchen, helfen ihnen die beiden Männer nach einem ungeschriebenen Ehrenkodex auf See und geraten dadurch ins Visier der Polizei. Da sie heimlich noch eine hochschwangere Illegale mit ihrem kleinen Sohn zu Hause aufnehmen, die ein Kind gebiert, nehmen die Konflikte innerhalb der Familie zu.

    Crialese entwickelt nicht ganz die Stärke von „Golden Door“, auch wenn es ihm gelingt, die Atmosphäre der Verzweiflung auf der isolierten Insel einzufangen. Ohne die Bewohner zu verdammen, zeigt er ihre Ambivalenz, ihre Furcht vor dem Verlust ökonomischer Ressourcen durch die unerwünschten Eindringlinge und den Umschwung in der Stimmung, wenn die ersten Touristen ihre Koffer packen. Die einen wollen helfen, die anderen fühlen sich bedroht. Emotional bringt Crialese die Geschichte auf den Punkt, künstlerisch ist die Inszenierung dagegen etwas dürftig, auch wenn die Kamera von Fabio Cianchetti nächtliche Bilder voller Magie zaubert, die den Kontrast zur Wirklichkeit der auf einem Boot treibenden Migranten unterstreichen. Für Italien ein politisch sehr aktueller Film, vielleicht auch deshalb mit dem Spezialpreis der Jury in Venedig ausgezeichnet. mk.

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