Filmhandlung und Hintergrund

Weiterführung des ambitionierten Episodenfilmprojekts, in dem renommierte Regisseure des unabhängigen Gegenwartskinos das Thema Zeit interpretieren.

Noch ein Episodenfilm: In der Weiterführung von „Ten Minutes Older – The Trumpet“ interpretieren weitere acht renommierte Regisseure des unabhängigen Gegenwartskinos das Thema Zeit. Das Ergebnis sind acht individuelle und faszinierend unterschiedliche Ansätze, verknüpft mit musikalischen Zwischensequenzen.

Jeweils zehn Minuten lang und unter der Bedingung völliger künstlerischer Freiheit dirigierten diesmal: Bernardo Bertolucci, Mike Figgis, Jiri Menzel, Istvan Szabo, Claire Denis, Volker Schlöndorff, Michael Radford und Jean-Luc Godard.

Acht zehnminütige Interpretationen des Themas Zeit: Als Parabel über das Wasser, als Split-Screen Experiment mit vier Kameras; als Porträt eines Schauspielers, einer Stechmücke und eines Raumfahrtpiloten; in zehn Minuten, die das Leben einer Ehefrau drastisch verändern; einem Dialog in einem Zugabteil und als Montage von bereits existierenden Filmsequenzen.

Alle Bilder und Videos zu Ten Minutes Older - The Cello

Darsteller und Crew

Videos und Bilder

Kritiken und Bewertungen

So werten die User ø 0,0
(0)
5
 
0 Stimmen
4
 
0 Stimmen
3
 
0 Stimmen
2
 
0 Stimmen
1
 
0 Stimmen
So werten die Kritiker (1 Stimme)
5
 
0 Stimmen
4
 
0 Stimmen
3
 
0 Stimmen
2
 
0 Stimmen
1
 
0 Stimmen

Wie wertest Du? Klicke auf einen der Sterne:

Kritikerrezensionen

  • Ten Minutes Older - The Cello: Weiterführung des ambitionierten Episodenfilmprojekts, in dem renommierte Regisseure des unabhängigen Gegenwartskinos das Thema Zeit interpretieren.

    15 Regisseure, 15 Beiträge, zwei Filme, ein Thema: Zeit – und wie sie vergeht. „Ten Minutes Older“ heißt das von Ulrich Felsbergs Road Movies finanzierte, gleichermaßen spannende wie ambitionierte Projekt, dessen zweiter Teil „The Cello“ nun nach „The Trumpet“ in die Kinos kommt. Wieder räsonieren renommierte europäische Filmemacher frei nach Wim Wenders über den Lauf der Zeit und den Stand der Dinge, frei in der Wahl des Stoffes und der Form. Es geht im wahrsten Sinn des Wortes um Leben und Tod, um elementare Momentaufnahmen des Daseins – zum Teil persönlich und dann wieder universell.

    Film darf, soll, muss gerade heute auch Kunst sein – und Kunst darf alles. In Zeiten von Blockbustern und Event-Movies, von Spezialeffekt-Schlachten und Fortsetzungsorgien braucht das Kino intellektuelles Gegengift, sperrige Anti-Mainstream-Ware, die – nicht für den schnellen Konsum geeignet – Herz und Hirn anspricht und sich so dem billigen Spektakel verweigert. Ein Paradebeispiel hierfür stellt der Kompilationsfilm „Ten Minutes Older – The Cello“ dar, ein faszinierendes, aufregendes Experiment, maßgeschneidert für Cineasten. In acht jeweils zehnminütigen Episoden bebilderten Weltklasse-Regisseure, darunter Bernardo Bertolucci und Mike Figgis, Jean-Luc Godard und Volker Schlöndorff, auf ihre eigene Art den Begriff „Zeit“. Als akustisches Bindeglied der inhaltlich wie formal vollkommen gegensätzlichen Kurzfilme dienen das eingängige Cello-Spiel Claudio Bohórquez‘ sowie die überlegten Kompositionen Paul Englishbys.

    Überaus radikal nutzt beispielsweise Figgis („Leaving Las Vegas“) seine ihm hier gewährte künstlerische Freiheit. Mittels split screen teilt er in „About Time 2“ die Leinwand in vier Rechtecke, setzt vier Kameras ein, um vier Räume zu filmen, die jeweils eine andere Zeit symbolisieren. Aus der Gegenwart betrachtet das britische Multitalent gleichzeitig die Vergangenheit und die Zukunft. Film wird zum Traum, zur Vision, zur Geschichtsstunde. Es geht um Schuld und Sühne, um Leid und Vergeltung, um sexuelle Nostalgie – und aus der Ferne grüßen Becket, Kienholz und Segal.

    Ganz nah am Thema bleibt der Tscheche Jirí Menzel („Heimat, süße Heimat“) mit „One Moment“. Er beobachtet, in der ihm eigenen ruhigen, verschmitzten Art, das Altern Rudolf Hrusínskys („Das Haus in der Karpfengasse“, „Lerchen am Faden“) an Hand von Ausschnitten zahlreicher Filme, in denen der (welt)berühmte Schauspieler mitgewirkt hat. Die bewegten Bilder dienen einerseits als Zeitprotokoll, liefern anderseits den Beweis dafür, wie das Individuum Hrusínsky hinter seinen unzähligen Rollen verschwindet.

    Zwei Filme, zwei Ansätze, willkürlich ausgewählt und doch exemplarisch. Man (er)kennt die Regisseure und ihre „Handschrift“. Godard, der ewig junge Wilde, experimentiert bei „Dans le noir du temps“ weiter mit Video und Film, Schlöndorff arbeitet bei „The Enlightenment“ politische Zeitgeschichte auf einem Campingplatz auf und Michael Radford („Der Postmann“) spielt in „Addicted to the Stars“ mit Einsteins Relativitätstheorie… Zusammengenommen stellen die Episoden eine ganze Palette menschlicher Erfahrungen dar. Spannend, schmerzlich, schön und schnell, vor allem schnell vorbei. Womit wir wieder bei der Zeit wären, die jeder Filmfreund sich nehmen sollte, um dieses, sicherlich schwer zu vermarktende Arthouse-Juwel zu genießen. geh.

Kommentare