Teenage Angst

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   2008
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Filmhandlung und Hintergrund

Teenage Angst: Verstörendes Psychodrama über zwei Schüler, die einen anderen Jugendlichen rücksichtslos quälen.

Seit ihre wohlhabenden Eltern sie in ein abgelegenes Elite-Internat gesteckt haben, wollen sie dem goldenen Käfig entkommen: Aus Langeweile treffen sich die Zöglinge Konstantin (Franz Dinda), Dyrbusch (Niklas Kohrt) und Bogatsch (Michael Ginsburg) nachts auf einem Landhaus, um sich Trink- und Gewaltexzessen hinzugeben. Ihre gefährlichen Spiele eskalieren, als sie den Außenseiter Leibnitz (Janusz Kocaj) foltern, der unbedingt dazugehören will.

Auf der Berlinale vorgestelltes Low-Budget-Drama von Debütant Thomas Stuber, der ein niederschmetterndes Bild der Jugend entwirft. Ähnlich wie „The Great Ecstasy of Robert Carmichael“ oder „Das Experiment“ schaukelt sich eine Situation aufgrund fataler Gruppendynamik hoch. Harte Kost.

In einer angemieteten Datsche entziehen sich die Alpha-Männchen Drybusch und Bogatsch den ahnungslosen Lehrern. Zusammen mit dem arglosen Konstantin nehmen sie den verklemmten Adelsspross von Leibnitz auf. Als der Neue die Beinahe-Vergewaltigung der Kellnerin Vaneska verhindert, foltert der sadistische Drybusch ihn zur Strafe über Tage. Während Bogatsch überzeugt mitmacht, klinkt sich Mitläufer Konstantin aus und ringt mit seinem Gewissen.

Zwei Alpha-Männchen und ein Mitläufer foltern einen verklemmten Adelsspross über Tage, nachdem der ihre Beinahe-Vergewaltigung einer Kellnerin verhindert hat. Nihilistisches Sittenbild eines Clubs der tötenden Dichter.

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Kritikerrezensionen

  • Einstündige Filme sind als Abschlussarbeiten an Filmhochschulen zunehmend en vogue, und manche kommen gar ins Kino – „Blindflug“ etwa von Ben von Grafenstein, eine Arbeit aus der Filmakademie Ludwigsburg wie auch „Teenage Angst“. Die Form des 60minüters ermöglicht dichtes Erzählen, das auch Komplexitäten zulässt, wie sie im üblichen Kurzfilm nicht möglich sind. „Teenage Angst“ nun beginnt vielversprechend, kann aber die emotionale Kraft der Vorbilder – nennen wir es ruhig: Schlöndorffs Debütfilm „Der junge Törless“ – nicht erreichen.

    Das Leben ist ein Spiel für die Schüler eines noblen Eliteinternats: sie wissen, dass sie sich alles leisten könne, was sie wollen, ohne Konsequenzen, denn für sie, die von Geburt an zu höchsten Gesellschaft gehören, zählt nur Geld und Lust – Muschis und Moneten eben. Vor allem Dyrbusch und Bogatsch sind sich ihres Status bewusst, sie wissen, dass ihnen nichts verwehrt sein kann. Sie tun Dinge nicht aus einem Grund, sondern sie tun sie, weil sie es können. Und nur der Mentor der Schule muss überlistet werden, die einzige Autorität, die sie anerkennen müssen: so werden etwa Urinproben für den Drogentest vorfabriziert.

    Als die Viererbande – neben Dyrbusch und Bogatsch noch Stürmer und der etwas schwächliche Adelsspross von Leibnitz – in einer solchen Kokainnacht nahe dran sind, eine junge Frau zu vergewaltigen, kommt es zum Bruch: Leibnitz begehrt auf und muss sich fortan seine Zugehörigkeit zur Clique erkaufen, indem er Folter, Sadismen, Demütigungen bis zum Arschfick hinnehmen muss.

    Freilich bleibt der Focus des Films auf Stürmer, dem Mitläufer. Das Drama entwickelt sich zunächst ganz langsam, um dann einen Sprung zu tun, von 0 auch 100 auf der Trauma-Skala: plötzlich ist Stürmer der total Verstörte, vollkommen daneben. Und er weiß nicht, wie er sich zwischen Freundschaft und Moral entscheiden soll. Dieser innere Konflikt wirkt zu konstruiert, weil er ungenügend vorbereitet ist – zumal die Kamera sich bei wirklich krassen Szenen eher zurückzieht, die Mann-Mann-Vergewaltigung nur durch den Türspalt andeutet, schon vorher die Initiation Stürmers in den Club – Casting des Peniszustandes – nur verschämt im Anschnitt zeigt.

    Insbesondere aber entwickelt sich die Dramaturgie in der zweiten halben Stunde nicht konsequent genug, um wirklich auf die größte anzunehmende Katastrophe zuzusteuern. Dennoch aber bleibt auch über den Film hinaus die Atmosphäre der Kälte im Gedächtnis, ein Elitedenken, das jede Moral ablehnt, jeden Humanismus als Hindernis auf dem Weg zur Lust sieht. Nur das eigene Fortkommen, die eigene Befriedigung steht im Vordergrund – alle anderen, außer man selbst, speziell die in der sozialen Hierarchie Untergebenen, sind unwichtig, nur Mittel zum Zweck. Eine Parabel wohl auch auf bestimmte Teile einer degenerierten Wirtschafts- und Politikelite, die immer wieder Schlagzeilen macht.

    Fazit: Schülerterror im Eliteinternat: ein Film, der durchaus emotionales, beklemmendes Potential hat, dieses aber vor allem in seiner zweiten Hälfte nicht voll ausschöpft.
  • Zwei Schüler quälen einen der ihren, ein weiterer ringt mit seinem Gewissen: verstörendes Psychodrama und ausgereifte Bestandsaufnahme einer Jugend ohne Gott.

    Thomas Stubers nur knapp einstündiger Film war auf der Berlinale 2008 vertreten, weniger eine Erkundung jugendlichen Weltschmerzes, denn ein nihilistisches Sittenbild eines Clubs der tötenden Dichter. Vor dem nicht näher expositionierten Hintergrund eines Elite-Internats schwadronieren die beiden Alpha-Männchen Drybusch und Bogatsch von ihrer natürlichen Überlegenheit. In einer angemieteten Datsche entziehen sie sich den ahnungslosen Mentoren, deren Disziplinierungen längst ins Leere laufen. Zusammen mit dem arglosen Konstantin nehmen sie den verklemmten Adelsspross von Leibnitz auf – unter reichlicher Verwendung von Hochprozentigem, Drogen sowie absurder Mannbarkeits-Spielchen. Als der Neue die Beinahe-Vergewaltigung der Kellnerin Vaneska verhindert, foltert der sadistische Drybusch ihn zur Strafe über Tage. Während Bogatsch überzeugt mitmacht, klinkt sich Mitläufer Konstantin aus und ringt mit seinem Gewissen. Daraus entspringt eine Tragödie, die keiner Versuchsanordnung wie „Das Experiment“ folgt, sondern dem Lebensgefühl einer jeunesse dorée nachspürt, in poetischen Bildern die soziale Konstitution von Opfer- und Täterrollen ausbreitet und von der Eigendynamik eines entfesselten Machttriebs kündet, der bei seinen Exzessen keine ethischen Grenzen beachtet. Die Lust an der Dominanz verbunden mit mangelnder Empathie gibt der Jugend in ihrem Sturm und Drang den präzise beobachteten, verstörenden Drive, mit dem derartige Konstellationen von Erwachsenen unbemerkt aus dem Ruder laufen und am Ende erschreckende Schlagzeilen produzieren. Stubers Spielfilmdebüt taucht künstlerisch überzeugend in diese hermetische Denkwelt ein und liefert eine Studie der Gewalt – in trügerisch schönem Look. tk.

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