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Team America

   Kinostart: 30.12.2004
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Filmhandlung und Hintergrund

Provokante Puppenfilm-Politsatire der "South Park"-Macher, in der der Krieg gegen den Terror und Bruckheimer-Actionfilme parodiert werden.

Nachdem Nordkoreas Diktator Kim Jong Il den UN-Waffeninspektor Hans Blix seinen Haushaien zum Fraß vorwarf, betreibt er konzentriert die Vereinigung aller Terroristen der Welt zum Zwecke der Vernichtung Amerikas. Zum Glück für die freie Welt ist das fünfköpfige Team America jedoch auf der Hut und hat für alle perfiden Einfälle des Superbösewichts die passende Replik parat. Bisher jedenfalls, denn jetzt setzt der Mann mit der krassen Frisur seine wohl fürchterlichste Geheimwaffe ein: liberale Hollywoodstars.

Susan Sarandon

Per Hubschrauber fällt das Team-America-Elitekommando in Paris ein, um die Welt vor moslemischen Terroristen und ihren Massenvernichtungswaffen zu schützen. Ihre Mission ist erfolgreich, auch wenn Eifelturm und Louvre in Schutt und Asche liegen. Da einer der Agenten dabei umkommt, wird der Broadwayschauspieler Gary als Ersatz in die im Inneren von Mount Rushmore verborgene Kommandozentrale eingeflogen. Er soll die Terroristen infiltrieren, um so einen Massenvernichtungsanschlag rund um den Globus zu vereiteln.

Das „Team America“ schützt weltweit die Menschen vor Terrorismus und Diktatur - richtet dabei aber dummerweise stets ein Blutbad unter den Zivilisten an. Egal, jetzt nehmen es Chris, Sarah, Lisa und Joe mit der bislang schrecklichsten Bedrohung auf: Kim Jong Il, dem nordkoreanischen Diktator! Dieser will mit Hilfe von Hollywoodstars die Weltherrschaft übernehmen und bringt dazu drei Team-Mitglieder in seine Gewalt. Keine Frage, da muss Neuzugang Gary Johnston ran, wer sonst könnte die Welt retten als ein Broadway-Star?

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Darsteller und Crew

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

    1. „We protect, we serve, we care“ steht auf den Flugzeugen der schnellen Einsatztruppe Team America. Und dieses Moto wird schon am Anfang bestätigt, denn in Paris werden islamistische Terroristen mit Massenvernichtungswaffen erspäht, und schon ist Team America da, um das Schlimmste zu verhindern. In der Tat gehen nur der Eiffelturm, der Triumphbogen, der Louvre und einige kleinere, unwichtigen Gebäude zu Bruch beim Kampf gegen die bärtigen Bösewichter: ein Sieg für Amerika, ein Sieg für die Freiheit, ein Sieg für die Welt. Denn natürlicherweise ist es Amerikas Aufgabe, die Freiheit der Welt zu beschützen, ohne Rücksicht auf Verluste – alles, was Team America tut, ist gut und richtig, weil es dem richtigen Zweck dient: dem Kampf gegen den allgegenwärtigen Terrorismus. Diese Doktrin der US-Regierung wird im Film vorgeblich ungefragt übernommen, und alle Strategien des modernen Hollywood-Propagandaactionfilms werden angewandt. Dazu gehören rasante Explosionen, Verfolgungs- und Katastrophenszenen ebenso wie drehbuchseminarkompatible Spannungen innerhalb des Teams – kleine Liebeleien, Eifersucht und zu jeder Figur eine „ausgefeilte“ Backstory, die ihren Charakter „vertieft“ – der Tod des Bruders im Gorillakäfig oder die Vergewaltigung durch Schauspieler des Musicals „Cats“. Und natürlich enthält der Film tiefsinnige Dialoge: „Maybe feelings are feelings, because we can’t control them“. Willkommen in der reaktionären Jerry-Bruckheimer-Welt, die ihre Botschaft von der Verteidigung des Vaterlandes im Gewand der Unterhaltung verbreitet – diese Welt wird hier durch die Überaffirmation parodiert und damit kritisiert in ihrer künstlichen Emotionalität und der hyperpatriotischen Gedankenwelt, die dahintersteckt. „Team America – World Police“ bleibt über weite Strecken sehr ernsthaft in dieser überspannten Popcorn-Propaganda-Haltung, die der Film ironisch übernommen hat. Und natürlich gibt es auch immer wieder Product Placement, wie im echten Hollywood-Film. Doch alles steht unter der Prämisse des Puppentrickfilms. Hollywoodtypische Schwenks und Kamerafahrten führen zwischen die Fäden von Marionetten, und immer wieder werden auch die Unzulänglichkeiten der motorisch nicht versierten Puppen ironisch betont – eine Martial Arts-Szene oder das Tanzen ist nur das Schütteln an den Marionetten. Der Puppentrick konterkariert immerfort den hehren Heroismus, den der Film zu propagieren behauptet, und dadurch erhält die Parodie einen scharfen Drall. Die Parodie aber erstreckt sich nicht nur auf bruckheimereske Actionfilme und auf die Botschaft, die sie transportieren, die Satire trifft nicht nur auf das nationale Selbstbild Amerikas und auf die Dogmatik der Neocons in der US-Regierung. Auch dumpfe linksliberale Reflexe werden angegriffen – Michael Moore spielt eine kleine explosive Rolle, und die Film Actor’s Guild unter Alec Baldwin, der auch Tim Robbins, Susan Sarandon, Sean Penn, Samuel L. Jackson und ein sehr, sehr dämlicher Matt Damon angehören, ist in ihrer sträflichen Leichtgläubigkeit brachial bereit, für den Frieden zu kämpfen. Die Satire umspannt das Ganze, die Politik, die Rechte, die Linke, das Medium Film selbst – sie macht vor nichts Halt, das die Verdummung der Menschheit fördert, und ist damit eng verwandt mit dem vorherigen Parker-Stone-Film „South Park – Bigger, Longer, Uncut“. Tatsächlich ist Team America komplex in seiner Kritik an den Zuständen in der Welt, und er wird sicherlich und gottseidank nicht jedermanns Geschmack treffen. Und zugleich ist er höchst albern. Denn manchmal verlässt er die ironisch aufgebaute Bruckheimerwelt, und weder Hollywoodactionblockbuster noch die Augsburger Puppenkiste werden ihre Figuren minutenlange Kotzorgien, Puppenblowjobs oder Ficken in allen Stellungen ausüben lassen. Manchmal fällt der Film aus seiner Rolle als ironische Parodie. Der Film ist auch ein Musical, so wie der South-Park-Film ein Musical war. Und auch auf dieser Ebene spricht er tiefe Wahrheiten gelassen aus, wenn man auf die Liedtexte achtet: „I miss you more than Michael Bay missed the mark with that film „Pearl Harbor“. I need you more than Ben Affleck needs an acting school. „Pearl Harbor“ sucks just a little more than I miss you.“

      Fazit: Ein Puppentrickfilm, der alles karikiert, was an Amerika doof ist: Die Politik, die Hollywood-Blockbuster à la Bruckheimer, die unreflektierten linken Reflexe: sehr witzig und sehr wahr!
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    2. Team America: Provokante Puppenfilm-Politsatire der "South Park"-Macher, in der der Krieg gegen den Terror und Bruckheimer-Actionfilme parodiert werden.

      ‚America, Fuck Yeah!‘ Dieser viel sagende Songtitel ist Programm in der provokanten Puppenfilm-Politsatire der „South Park“-Macher Trey Parker und Matt Stone. Ihrem patentiert rüde-respektlosem Humor entsprechend werden in erster Linie Terroristen, der Krieg gegen den Terror, Hollywoods liberal engagierte Schauspielerriege und Jerry Bruckheimers bombastische Actionproduktionen in die mit vulgären Obszönitäten gespickte Parodiepfanne gehauen. An der Heimatfront war das angepeilte Publikum ob des Irakkriegs und Präsidentschaftswahlkampfs anscheinend politmüde nur bedingt zum Spaßen aufgelegt. So blieb der 12,3 Mio. Start der 34-Mio.-Dollar-Produktion deutlich hinter den Erwartungen zurück.

      Inspirieren ließ sich Regisseur-und Autorenduo für ihr unkonventionelles Unterfangen von der britischen Puppenserie „Thunderbirds“ aus den sechziger Jahren. Die erste Einstellung einer schäbigen Marionette vor einer rudimentär gemalten Kulisse verheißt nichts Gutes (und soll Paramount-Bossen bei der ersten internen Vorführung einen gehörigen Schreck eingejagt haben). Doch den beiden gewieften Spaßvögeln Parker und Stone gehört schon der erste letzte Lacher, da sie ihr anarchisch-albernes Puppentheater mit einer Aufführung in der Aufführung beginnen. Das Zoom-Out der Kamera offenbart ein aufwändig gestaltetes Set von Paris und attraktive Marionetten mit glänzenden Kulleraugen.

      In den scheinbaren Frieden fällt unvermittelt per Hubschrauber das Team-America-Elitekommando ein, um die Welt vor moslemischen Terroristen und ihren Massenvernichtungswaffen zu schützen. Ihre Mission ist erfolgreich, auch wenn anschließend der Eifelturm und der Louvre in Schutt und Asche liegen. Da einer der Agenten dabei umkommt, wird der Broadwayschauspieler Gary als Ersatz in die im Inneren von Mount Rushmore verborgene Kommandozentrale eingeflogen. Er soll die Terroristen infiltrieren, um so einen Massenvernichtungsanschlag rund um den Globus zu vereiteln. Alle Feindfäden werden vom nordkoreanischen Diktator Kim Jong II in der Hand gehalten, der in bester Bond-Bösewicht-Manier U.N.-Waffeninspektor Hans Blix den Haien zum Fraß vorwirft. Zudem steckt Kim mit Hollywoodschauspielern wie Alec Baldwin, Sean Penn, Susan Sarandon und Helen Hunt unter einer Decke, die von den Filmemachern als selbstherrliche Wichtigtuer mit verblendeten Weltfriedensambitionen verhöhnt werden.

      Sie alle finden im Finale ein gewalttätiges Ende, wobei die MPAA nichts am blutig explodierenden Kopf von Janeane Garofolo auszusetzen hatte. Die Sex-Montage zwischen zwei Team-America-Mitgliedern (genitalienfrei wohlgemerkt!) hingegen erzeugte erschütterte Entrüstung und die Androhung des kommerziell tödlichen NC17-Ratings. Nach mehrfachen Schnittkompromissen finden sich nun wohl mehr konventionelle, denn ausgefallene Kamasutra-Positionen.

      Ein weiteres Novum in einem Mainstreamfilm ist neben dem Puppensex eine ausgedehnte Kotzszene, die ob ihrer Länge und des verschärften Ekelfaktors in die Kinoannalen eingehen dürfte. Ohnehin lassen Stone und Parker ihren kompromisslosen Humorhammer, ohne Rücksicht auf jedwelche Verluste hinsichtlich guten Geschmacks oder politischer Korrektheit, sowohl auf das linke als auch rechtsgerichtete Lager niedersausen. Besonders ihr Fett bekommen dabei Michael Bay und Ben Affleck in einem der vielen äußerst lustigen Songs für „Pearl Harbor“ ab. Überhaupt sind die aufgefahrenen Gaggeschütze oft dermaßen abstrus, albern und abartig, dass der Zuschauer je nach Fasson entweder pikiert oder lauthals lachend reagieren wird. ara.
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      Kino.de Redaktion