Tatort: Wir - Ihr - Sie

  

Filmhandlung und Hintergrund

Dritter Fall für das neue Berliner "Tatort"-Team Meret Becker und Mark Waschke.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Tatort: Wir - Ihr - Sie: Dritter Fall für das neue Berliner "Tatort"-Team Meret Becker und Mark Waschke.

    Fall drei der von Meret Becker und Mark Waschke gespielten Berliner Kriminalhauptkommissare Nina Rubin und Robert Karow trägt Züge einer Milieustudie.

    Der Ex-Drogenfahnder, zwischenzeitlich aus der Haft entlassen, sucht immer noch nach dem Handyvideo, das im Zusammenhang mit dem Mord an seinem früheren Partner steht. Bei seiner Kollegin hängt der Haussegen gewohnt schief, erschwerend kommt hinzu, dass der Schwiegervater aus Israel anzureisen gedenkt. „Alte“ Geschichten werden aufgegriffen, das horizontale Erzählen, seit dem „Tatort“ Dortmund bewährt, greift auch an der Spree. Zurückhaltender jedoch, wer die Vorgängerepisoden nicht kennt, ist absolut nicht im Nachteil, Neueinsteiger können sich bei „Wir - Ihr - Sie“ voll auf die aktuellen Ereignisse konzentrieren.

    Im Parkhaus eines Shoppingcenters ist eine Frau getötet worden. Die getönten Scheiben des Jeeps, der sie überfahren hat, machen eine Identifizierung des Täters unmöglich. Ins Visier der Ermittler gerät die Halterin des Fahrzeugs, Birgit Hahne (Valerie Koch), die früher mit der Toten befreundet war. Drogen sind im Spiel, Seitensprünge soll es gegeben haben. Dann sind da noch drei Teenager, Louisa (Cosima Henman), Tochter aus gutbürgerlichem Haus, die jähzornige, schandmäulige Paula (Emma Drogunova) und die Mitläuferin Charlotte (Valeria Eisenbart), die zur Tatzeit ebenfalls in der Garage anwesend waren - um „Party“ zu machen, wie sie auf Nachfrage erklären.

    Mehr Großstadtfilm als Krimi, eine Milieustudie, die sich eher fürs (Innen-)Leben der Figuren als für den Fall interessiert. Dass die Mädchen schuldig sind, wird bald klar. Doch wer ist am Steuer gesessen? Louisas überforderter Anwaltsvater (glaubwürdig: Thomas Heinze) entwickelt eine perfide Verteidigungsstrategie… Jeder ist sich selbst der Nächste: empathielosen Jugendliche, Eltern, die den Kontakt zu ihren Kindern verloren haben, gestresste Polizisten. Man raunzt sich an, streitet, schreit. Recherchiert wird am Tablet, kommuniziert übers Smartphone, die reale Welt verschwindet hinter der virtuellen. Die sozialen Netzwerke erweisen sich als höchst asozial.

    Stimmig in Sachen Sprache und Personenzeichnung ist das Buch von Dagmar Gabler, flüssig die Regie von Torsten C. Fischer, dem Kameramann Konstantin Kröning („Käthe Kruse“) atmosphärische, nervöse Großstadtbilder liefert. Rubin und Karow, perfekt von Becker und Waschke verkörpert, agieren eher neben- als miteinander, raufen sich zusammen. Beide ringen mit ihren inneren Dämonen, immer mehr geben sie von sich preis. Die spannendste Figur ist Paula, die Drogunova mit Wut, Wucht und bösem Witz auf den Punkt spielt. Die Täter sind hier auch Opfer, gerne würde man ihnen verzeihen - aber das wollen sie vielleicht gar nicht. So bleibt ein ungutes, irritierendes Gefühl. Fall gelöst: ja. Happy End: nein. Selten war ein „Tatort“ näher an der Realität. geh.

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