Tatort: Unter uns

  1. Ø 0
   2007
Tatort: Unter uns Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Tatort: Unter uns: Ungewöhnlicher "Tatort", der nicht nur Krimi, sondern vor allem Gesellschaftsdrama ist.

Ein Mann läuft Amok, erschießt einen Mitarbeiter der Jobagentur und nimmt eine Frau als Geisel. Doch dieser Einstieg ist bloß der Rahmen für die eigentliche Geschichte: Ein Kind ist überzeugt, in Charlotte Sängers Nachbarschaft hinter einem Fenster ein Mädchen gesehen zu haben. Die Familie, die dort wohnt, hat aber nur zwei Jungs. Die Hartnäckigkeit des Kindes und Sängers Intuition führen dazu, dass ein grausames Geheimnis aufgedeckt wird.

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Kritikerrezensionen

  • Die Reihe „Tatort“, schwärmen Regisseure und Autoren immer wieder, ist einer der letzten Sendeplätze im deutschen Fernsehen, auf dem man zur besten Sendezeit umstrittene, unbequeme Themen unterbringen kann. Dies war wohl auch der Hauptgrund, warum sich Margarethe von Trotta überreden ließ, ihren ersten „Tatort“ zu inszenieren: die Möglichkeit, eine scheinbar alltägliche Geschichte erzählen zu können, die Zuschauer zu zwingen, einen Blick in ein erschreckendes Spiegelbild zu werfen.

    Obwohl im Hochsommer gedreht, ist „Unter uns“ (nach einem Drehbuch von Katrin Bühlig) ein fröstelnd kühler und düsterer Film geworden. Der Grundton ist zutiefst pessimistisch; außer einem sympathischen kleinen Mädchen gibt es praktisch keinen Grund zur Freude in dieser Geschichte. Die Menschen sind mürrisch, abweisend oder verschlossen. Treten sie paarweise auf, streiten sie sich bestenfalls noch; schlimmstenfalls haben sie sich gar nichts mehr zu sagen.

    Ein Sittengemälde also; aber ganz sicher kein Krimi. Der Film beginnt zwar mit einem Mord, doch der geschieht eher beiläufig, beinahe aus Versehen: Ein Klempner (Michael Brandner), dessen Firma unverschuldet Konkurs anmelden musste, wird bei der Agentur für Arbeit vorstellig, weil er zum wiederholten Mal einen Job verloren hat. Die Warterei und die fehlende Perspektive haben ihn zermürbt, er zieht eine Waffe, bedroht die Jobvermittlerin (Lena Stolze), erschießt einen Kollegen, der ihr zur Hilfe eilen will, und nimmt die Frau dann als Geisel. Doch eine zweite Ebene der Geschichte, die mit der ersten allenfalls am Rande zu tun hat, ist ungleich emotionaler: Eine Mutter (Ulrike Krumbiegel) ist mit ihrer Tochter in die Nachbarschaft von Charlotte Sänger (Andrea Sawatzki) gezogen. Das Kind ist überzeugt, hinter einem Fenster ein Mädchen gesehen zu haben. Doch die Familie, die dort wohnt, hat nur zwei Jungs. Allein die Hartnäckigkeit des Kindes und Sängers Intuition führen dazu, dass ein seit Jahren sorgsam vor den Nachbarn verborgenes grausames Geheimnis aufgedeckt wird, doch das erschütternde Ende der Geschichte sorgt mitnichten für die übliche Erleichterung.

    Auch sonst unterscheidet sich dieser Film ganz erheblich von der gewohnten Sonntagabend-Krimikost. Der eigentliche Fall erledigt sich ohnehin von selbst. Die mitunter etwas zu donnernde Musik und ein SEK-Auftritt wirken fast schon wie ein Tribut an die sonntägigen Sehgewohnheiten; der ruhig inszenierte Rest ist Gesellschaftsdrama. tpg.

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