Tatort: Tote Erde

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   2012
Tatort: Tote Erde Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Tatort: Tote Erde: Natalia Wörner als Krankheitsvertretung im sehenswerten elften Fall der Stuttgarter Kommissare Lannert und Bootz.

Ein Kletterer ist von einem Brückenpfeiler gefallen. Verletzungen, die nicht vom Sturz stammen, deuten darauf hin, dass der junge Mann ermordet worden ist. Es stellt sich raus, dass der Student Aktivist einer radikalen Ökogruppierung war, die regelmäßig rund um Stuttgart Klimakiller als „Umweltschwein des Monats“ anprangert. Die Spur führt zu einem Recycling-Betrieb. Zu den Kunden gehört auch ein Unternehmer, der gerade viel Zeit mit Staatsanwältin Habermas verbringt. Damit ist sie raus aus dem Fall; aber nur vorübergehend.

Darsteller und Crew

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Kritikerrezensionen

  • Natalia Wörner überzeugt als Krankheitsvertretung in diesem sehenswerten „Tatort“ aus Stuttgart, in dem der Mord an einem Umweltaktivisten aufgeklärt werden muss.

    Ursprünglich sollte dieser Film Carolina Vera die Möglichkeit bieten, sich im Rahmen des „Tatort“ aus Stuttgart nach vorn zu spielen; immerhin verkörpert die gebürtige Chilenin die mit Abstand attraktivste Staatsanwältin im deutschen Fernsehen. Eine kurzfristige Erkrankung der Schauspielerin durchkreuzte den Plan, aber die Alternative kann sich ebenfalls sehen lassen. Redaktion und Regie haben zudem die Gelegenheit genutzt, um den „Tatort“ um einen markanten Zungenschlag zu erweitern: Wie in nahezu allen Regionalkrimis hat der Dialekt auch in den Filmen aus Stuttgart einen schweren Stand. Ersatzfrau Natalia Wörner ist jedoch waschechte Schwäbin und kann sich nun dank der Mundart deutlich von ihrer Reihenrolle in den ZDF-Krimis „Unter anderen Umständen“ absetzen. Sie verkörpert ihre Figur zwar nicht ganz so offenherzig wie Vera, aber reizvoll ist die Rolle dennoch: weil sich Staatsanwältin Habermas in den Falschen verliebt.

    Zunächst aber gibt es die obligate Leiche: Ein Kletterer ist von einem Brückenpfeiler gefallen. Verletzungen, die nicht vom Sturz stammen, deuten darauf hin, dass der junge Mann ermordet worden ist. Es stellt sich raus, dass Student Lukas Aktivist der radikalen Ökogruppierung „Ecopirates“ war, die regelmäßig rund um Stuttgart Klimakiller als „Umweltschwein des Monats“ anprangert. Bei der Obduktion zeigt sich, dass Lukas ohnehin bald gestorben wäre: Sein Körper ist mit Schwermetallen kontaminiert. Die jüngsten Recherchen der Ökopiraten galten einem Recycling-Betrieb, wo sie angeblich eine Probe von verseuchter Erde genommen haben. Auf dem Firmengelände finden sich jedoch keinerlei Hinweise auf Schwermetalle. Die beiden Kommissare Lannert und Bootz (Richy Müller, Felix Klare) müssen diesmal mit Staatsanwältin Habermas zusammen arbeiten, doch die Dame ist aufgrund einer leidenschaftlichen Beziehung zum vermögenden Unternehmer Riether (Mark Waschke) schwer beschäftigt. Umso verblüffter ist Lannert, als er eine Mobilnummer wählt, die er auf der Schreibtischunterlage des Recycling-Geschäftsführers entdeckt hat, und kurz drauf Henrike Habermas zurückruft: Die Nummer gehört ihrem Freund, und damit ist sie raus aus dem Fall; aber nur vorübergehend.

    Das Drehbuch stammt von Wolf Jakoby und Thomas Freundner (Freundner hat auch Regie geführt) und hat einige interessante Nebenschauplätze zu bieten, die zudem geschickt mit dem zentralen Handlungsstrang verknüpft werden. Bootz zum Beispiel ist nicht ganz bei der Sache, weil seine Frau (Maja Schöne) ernsthaft erkrankt ist. Dass er Lannert nicht über seinen Antrag auf Versetzung zum Innendienst informiert, trübt das Verhältnis der beiden Partner vorübergehend, gibt den Autoren wie auch den beiden Darstellern aber später die Möglichkeit zur Hommage an eine Männerfreundschaft, die ohne große Worte auskommt. Hübsch eingefädelt sind auch die Auftritte einer Wahrsagerin namens Saraswati (Katharina Heyer), die die Ecopirates unterstützt und sich nach einem ersten Blick auf Bootz‘ Handfläche angeblich plötzlich gar nicht mehr konzentrieren kann. Lannert wiederum ist durchaus angetan von der Dame.

    Ohnehin setzt das Drehbuch immer wieder erfolgreich Akzente, die den Fluss der Handlung nicht stören, aber für besondere Momente sorgen; dazu zählen nicht zuletzt die von Richy Müller staubtrocken vorgetragenen Kommentare Lannerts. Und während andernorts Spannung oft bloß behauptet wird, sind Freundner auch die typischen Krimszenen gut gelungen. Großen Anteil daran hat die Musik von J.J. Gerndt. Trotzdem ist es die Geschichte, die diesen „Tatort“ so sehenswert macht: weil irgendjemand die Polizei gewaltig an der Nase rumführt. tpg.

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