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Tatort: Tödlicher Einsatz

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Filmhandlung und Hintergrund

Odenthal und Kopper stochern im Wespennest eines SEK-Teams.

Der Fall scheint klar: Ein SEK-Team sollte einen flüchtigen Rauschgiftsüchtigen verhaften, der zuvor eine Tankstelle überfallen hatte. Doch der junge Mann hat einen der Beamten erschossen und ist geflohen. Weil sich Lena Odenthal nicht mit dem ersten Anschein zufrieden gibt, hakt sie nach und stößt auf diverse Ungereimtheiten. Hinter der intakten Fassade des Spezialkommandos tun sich zudem tiefe Risse auf; offenbar sind nicht alle Beamten der Belastung gewachsen.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Tatort: Tödlicher Einsatz: Odenthal und Kopper stochern im Wespennest eines SEK-Teams.

    Die Uniformität der Mitglieder polizeilicher Spezialeinsatzkommandos (SEK) geht bis hin zur Anonymität: Beim Einsatz sind die Beamten nur dann voneinander zu unterscheiden, wenn man nah genug an sie herankommt, um ihnen in die Augen zu schauen. Schon der Hamburger „Tatort“-Beitrag „Häuserkampf“ warf einen entlarvenden Blick hinter die Maskerade: Innen drin haben auch diese harten Kerle ihre weichen Seiten.

    Trotzdem braucht es eine Frau von Format, um sich von dem großspurigen Auftritt nicht einschüchtern zu lassen. Autor Kai-Uwe Hasenheit hat rund um Lena Odenthal eine Geschichte geschrieben, in der sich die Ludwigshafener Hauptkommissarin (Ulrike Folkerts) wieder mal in einer Männerwelt durchsetzen muss. Zunächst aber beißt sie auf Granit, als sie mit ihrem Kollegen Kopper (Andreas Hoppe) nach einem SEK-Einsatz zum Schauplatz eines Verbrechens gerufen wird. Der Fall scheint ohnehin klar: Das Sonderkommando sollte einen flüchtigen Rauschgiftsüchtigen verhaften, der zuvor eine Tankstelle überfallen hatte. Doch der junge Mann (Mirco Kreibich) hat einen der Beamten erschossen und ist dann geflohen. Weil sich Lena Odenthal nie mit dem ersten Anschein zufrieden gibt, hakt sie nach und stößt alsbald auf diverse Ungereimtheiten.

    Im Grunde ist „Tödlicher Einsatz“ ein Familiendrama, und das keineswegs, weil der Junkie Zuflucht bei seinem Vater (Rudolf Kowalski) sucht, obwohl sich die beiden schon seit Jahren nichts mehr zu sagen haben. Die Familie, um die es hier geht, ist das SEK-Team. Ähnlich wie vor 15 Jahren in Dominik Grafs unterschätztem Kinofilm „Die Sieger“ bilden die Männer eine verschworene Gemeinschaft. Vor allem Anführer Renner (Heikko Deutschmann) lässt nichts auf seine paramilitärisch organisierte Einheit kommen. Allerdings wird es immer schwieriger, die Risse in der Fassade des Männerbunds zu übertünchen. Als Lena rausfindet, dass ein junger SEK-Beamter einst der beste Freund des vermeintlichen Mörders war und es außerdem Streit zwischen zwei Team-Mitgliedern gab, konzentriert sie ihre Ermittlungen schließlich auf die Gruppe. Das wiederum führt prompt zu hitzigen Wortgefechten, erst mit Renner, dann bis hinauf in die Polizeiführung; selbstredend alles Männer.

    Der Film fasziniert also vor allem durch die geschickte Kombination verschiedener Ebenen: hier die Arbeit des Duos von der Mordkommission, dort die zunehmend verzweifelten Versuche Renners, die verschiedenen Verfehlungen seiner Männer unter dem Teppich zu halten; und schließlich der Kampf eines Vaters um seinen Sohn, den er in einem alten Schlachthof einschließt, um ihn so zum Entzug zu zwingen. Zu allem Überfluss bekommt die Kommissarin einen starken Stromschlag und wird bei den unpassendsten Gelegenheiten von Kammerflimmern heimgesucht.

    Am reizvollsten aber ist der Zerfall des SEK-Teams und der Blick hinter die Masken jener Männer, die beinahe täglich ihr Leben riskieren, ihre unvermeidlichen seelischen Wunden aber nie behandeln lassen. Regisseur Bodo Fürneisen gelingt zudem eine geschickte Balance aus darstellerischen Duellen und Action-Sequenzen, wobei die Einsatzszenen ihre Spannung zu einem guten Teil auch der packenden Musik von Rainer Oleak verdanken. tpg.
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