Tatort: Tempelräuber

  1. Ø 5
   2009
Tatort: Tempelräuber Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Tatort: Tempelräuber: Die Münsteraner Ermittler bekommen es mit dem Mord an einem Priester zu tun.

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Kritikerrezensionen

  • Ein heikles Thema, auf das sich Autor Magnus Vattrodt für diesen ausgezeichneten „Tatort“ aus Münster eingelassen hat. Was wie ein sinnloser Mord auf offener Straße beginnt, entpuppt sich als durchaus parteiische Stellungnahme zum Zölibat.

    Da Fürsprecher praktisch nicht zu Wort kommen, wirkt der Film mitunter wie ein Plädoyer für die Abschaffung des Keuschheitsgelübdes. Gerade Kommissar Thiel, dank der volksnahen Verkörperung durch Axel Prahl ohnehin die Identifikationsfigur der Münster-Krimis, hat reichlich wenig Verständnis für die verschiedenen Anachronismen der katholischen Kirche. Dass das Opfer, der Leiter des Münsteraner Priesterseminars, zudem ein offenkundig besonders verknöcherter Diener seines Herrn war, verstärkt die Abneigung gegen den Fundamentalismus noch.

    Angesichts dieser Prämisse liegt es fast nahe, worauf die Geschichte hinausläuft. Auch der Titel deutet es an, allerdings sehr kryptisch: „Tempelräuber“ werden offenbar die illegitimen Priesterkinder genannt, weil sie ihre Erzeuger der Kirche rauben; aber natürlich nur, wenn die Zeugung ans Licht kommt. „Alle sagen ‚Vater‘ zum Priester, nur die eigenen Kinder sagen ‚Onkel'“, brummelt Thiel. Einer dieser „Onkel“ ist Hans Wolff (Ulrich Noethen), denn der hatte als junger Mann eine Affäre mit einer schönen jungen Frau, die damals das Blut aller Seminaristen in Wallung brachte. Die Sache wurde vertuscht; Wolff ist heute Lehrer an der Einrichtung, wohnt allerdings außerhalb. Erst ein Zufall bringt Thiel auf die richtige Spur. Durch die Anzeige einer alten Frau, die sich über eine Grabschändung beschwert, findet er heraus, dass die Tochter (Rosalie Thomass) der damals mit Schimpf und Schande aus dem Seminar gejagten Frau heute dort arbeitet; sie hätte allen Grund, mit dem strengen Seminarleiter abzurechnen, denn er hat das Leben ihrer kürzlich verstorbenen Mutter zerstört. Tatsächlich aber ist die Wahrheit noch viel verblüffender.

    Vattrodt und Regisseur Matthias Tiefenbacher verpacken die ohnehin nicht leicht zu durchschauende und von Kameramann Holly Fink optisch bemerkenswert gestaltete Geschichte in viele einzelne Episoden, die Vattrodt nach und nach höchst geschickt zu einem Gesamtbild zusammensetzt. Die Grundhaltung ist zudem weitaus weniger humorvoll als sonst. Durch Münster wallen die Nebel, Thiel ist permanent übernächtigt und entsprechend missmutig. Ungleich schlimmer aber hat es seinen Kompagnon erwischt: Als Boerne (Jan Josef Liefers) dem von einem Taxi überfahrenen Opfer zu Hilfe eilen will, wird auch er von dem Wagen erfasst. Mit zwei eingegipsten Armen ist er fortan völlig hilflos; Assistentin „Alberich“ (ChrisTine Urspruch) nutzt die Gelegenheit, um ihm die jahrelangen Schmähungen heimzuzahlen.

    Immerhin besorgt Thiel dem Pathologen eine Haushaltshilfe, und weil die Dame eine ungewöhnlich große Rolle spielt und außerdem von Johanna Gastdorf verkörpert wird, ahnt man bald, dass nicht nur sie, sondern auch ihr Sohn ihren Teil zur Geschichte beitragen werden. Der junge Wolf-Niklas Schykowsky, der schon als „Der große Tom“ eine imposante Leistung bot, ist auch hier wieder ganz vorzüglich. tpg.

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