Tatort: Seenot

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   2007
Tatort: Seenot Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Tatort: Seenot: Klara Blum arbeitet erstmals mit den Seepolizei-Kollegen aus der Schweiz zusammen.

Auf dem Bodensee treibt eine herrenlose Yacht. Nicht weit vom Schiff entfernt findet sich kurz drauf die dazugehörige Leiche. Ins Visier von Kommissarin Klara Blum gerät ausgerechnet ein junger Kollege von der Schweizer Seepolizei: Er ist überzeugt, der nunmehr tote Werftbesitzer sei in den internationalen Drogenhandel verwickelt. Dabei hat Blums Assistent Perlmann längst eine völlig andere Spur gefunden: Womöglich spielten Drogen bei diesem Mord überhaupt keine Rolle.

Darsteller und Crew

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Manchmal genügt eine Kleinigkeit, damit man sich auf Anhieb in einem Film wohlfühlt. Optisch macht einen der Auftakt zu diesem jüngsten Bodensee-„Tatort“ frösteln, doch der melancholische Jazz verbreitet ansteckende Gelassenheit. Die Botschaft von Bild und Musik ist unmissverständlich: Hier gehen die Uhren langsamer; und das nicht allein, weil der Film „Seenot“ unter erheblicher Schweizer Beteiligung entstanden ist.

    Nach allerlei vergeblichen Versuchen, einen ernstzunehmenden Krimi abzuliefern, kann sich dieser „Tatort“ aus Konstanz endlich wieder sehen lassen: Die Kommissarin ist ganz bei sich selbst, der See ruht still, der wattige Nebel erstickt jedes Geräusch. Die spätwinterliche Idylle wird allein vom eifrigen Thurgauer Seepolizist Steiner gestört. Seit seine Eltern in der eigenen Apotheke von einem Junkie ermordet wurden, jagt der junge Mann einer fixen Idee hinterher: Er ist überzeugt, ein örtlicher Werftbesitzer, der es vor einigen Jahren zu überraschendem Reichtum gebracht hat, sei in den internationalen Drogenhandel verwickelt.

    Nun schwimmt dieser Stähli erschlagen auf dem See, nicht weit von einer herrenlosen Yacht entfernt, die eigentlich zur Überholung in seine Werft gehört. Die Polizei entdeckt auf dem Boot zwar rätselhafte Hohlräume, doch Drogen waren offenbar nicht im Spiel. Trotzdem gibt es Hinweise, dass der Werftbesitzer Kontakte zur internationalen Drogenmafia hatte. Weil Schiff und Leichnam im deutschen Teil des Sees treiben, fällt der Mord in die Zuständigkeit der Konstanzer Kriminalpolizei. Um aber in der Schweiz ermitteln zu können, ist Klara Blum (Eva Mattes) auf die Amthilfe eines einheimischen Kollegen angewiesen. Als diverse Ungereimtheiten darauf hin deuten, dass Steiner (Ralph Gassmann) mehr über den Fall weiß, als er zugeben will, und sich schließlich sogar aus dem Staub macht, knöpft sich Klara ihren Schweizer Kollegen Reto Flückiger (Stefan Gubser) vor: Der Seepolizist ist ein väterlicher Freund Steiners und setzt alles daran, die Ermittlungen zu verschleppen. Dabei hat Assistent Perlmann (Sebastian Bezzel) längst eine völlig andere Spur gefunden: Womöglich spielten Drogen bei diesem Mord überhaupt keine Rolle.

    Die deutsch-schweizerische Kooperation bei diesem „Tatort“ beschränkt sich nicht auf die Geschichte; SWR und Schweizer Fernsehen haben den Film gemeinsam produziert. Neben den grenzüberschreitenden Ermittlungsarbeiten, die Klara Blum naturgemäß so manches behördliche Hindernis in den Weg legen, liegt der größere Reiz in der polizeilichen Zusammenarbeit. Immer wieder lässt die „Tatort“-erfahrene Autorin Dorothee Schön ihre Figuren betonen, sie wüssten das Private sehr wohl vom Beruflichen zu trennen. Gerade weil sie dauernd drüber reden, gelingt es natürlich keinem; Frau Blum zum Beispiel erliegt dem etwas knarzigen Charme ihres Kollegen aus dem Thurgau.

    Neben Autorin Schön, die Klara Blum mit ihren Drehbüchern geprägt hat wie niemand sonst, und dem Komponisten Rainer Michel, dessen Musik mitunter fast Miles-Davis-Qualität hat, gebührte das größte Lob für diesen überzeugenden Bodenseekrimi Regisseur René Heisig, der schon einige Male bewiesen hat, wie man in die Jahre gekommenen Reihenfiguren überraschende Seiten abgewinnen kann. Heisig hat vor allem dafür gesorgt, dass der See endlich mal wieder richtig zur Geltung kommt. Gedreht vor exakt einem Jahr, zeigt der Film das Gewässer unter beinahe allen möglichen klimatischen Bedingungen, vom dicken Nebel bis zu strahlendem Sonnenschein. Dieser Facettenreichtum hat offenbar auch die Darsteller beflügelt. Gerade Eva Mattes, die zuletzt doch reichlich unterfordert schien, darf endlich auch mal wieder Zwischentöne spielen. Und spätestens zum Finale, wenn Perlmann in akuter Lebensgefahr schwebt, schüttelt dieser „Tatort“ alle Behäbigkeit ab und entwickelt echte Dramatik. tpg.

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