Tatort: Schwarzer Peter

  1. Ø 5
   2008
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Filmhandlung und Hintergrund

Tatort: Schwarzer Peter: Die Hauptkommissare Eva Saalfeld und Andreas Keppler müssen den Mord an einem zu Lebzeiten nicht gerade zimperlichen Leipziger Unternehmer aufklären.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Gewalt in der Familie ist ein Teufelskreis, aus dem die Betroffenen nur schwer ausbrechen können. Während den Nachbarn mit Hingabe eine Fassade der Normalität vorgegaukelt wird, brodelt es drinnen; schon kleinste Anlässe können zu brutalen Ausbrüchen führen. Die Ursachen für diese Exzesse liegen zumeist in der Kindheit: Schlagende Ehemänner führen fort, was ihnen ein tyrannischer Vater einst vorgelebt hat.

    Als Ruderer in einem Leipziger Fluss eine männliche Leiche mit abgehackten Beinen finden, trifft das Ex-Ehepaar Saalfeld und Keppler (Simone Thomalla, Martin Wuttke) bei seinen Ermittlungen auf wenig Trauer: Schneider, der Tote, hatte ein zutiefst negatives Menschenbild, war bei seinen Kindern verhasst und galt bei seinen Mitarbeitern als Schwein. „Ein Arschloch weniger“ ist der einhellige Tenor; auch die Witwe (Suzanne von Borsody) reagiert ziemlich gefasst. Zuletzt hat sich Schneider ausgerechnet seinen Ersatzsohn (Pierre Besson) zum Feind gemacht: Der Kompagnon sollte eigentlich mal die Firma übernehmen, hat stattdessen aber eine Kündigung bekommen; und ein Foto von seiner nackten Freundin. Die junge Frau hatte für 10.000 Euro die Hüllen fallen lassen. Mit dem Foto wollte Schneider seinem Partner ein für alle mal seinen Lebensgrundsatz vor Augen führen: Jeder Mensch hat seinen Preis.

    Wenn ein Mordopfer viele Feinde hat, präsentiert ein Krimi zwangsläufig auch viele Verdächtige. Mit den meisten hält sich die Geschichte von Katrin Bühlig (Deutscher Fernsehpreis für das Drehbuch zum „Bella Block“-Film „Weiße Nächte“) allerdings nicht lange auf. Eine Mördersuche im Sado/Maso-Milieu – der Knoten, mit dem die Arme des Toten auf den Rücken gebunden waren, ist anscheinend auch bei sexuellen Fesselspielen beliebt – wird nicht mal halbherzig betreiben.

    Ein anderer Seitenstrang birgt allerdings den Schlüssel zur Lösung. Gerade Kommissarin Saalfeld reagiert sehr sensibel auf die unübersehbaren Hinweise, dass Susanne (Chiara Schoras), eine der beiden Töchter des Toten, von ihrem Mann (Thomas Huber) geschlagen wird. Auch wenn dieser häusliche Horror gerade dank des intensiven Spiels der beiden Darsteller enorm unter die Haut geht: Die entsprechenden Szenen wirken in der Inszenierung durch Christine Hartmann alles andere als spekulativ. Man kann durchaus nachempfinden, dass Frauen mitunter nur eine Möglichkeit sehen, diese Pein zu beenden. tpg.

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