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Tatort: Schattenspiel

Filmhandlung und Hintergrund

Die Hamburger Tatort-Kommissare arbeiten an dem immer verzwickter werdenden Fall eines vergifteten afrikanischen Abschiebehäftlings.

Ein Schwarzafrikaner ist in der Abschiebehaft vergiftet worden und bricht tot vor dem entgeisterten Kommissar Holicek zusammen: Zwanzig Jahre zuvor ist der Mann vor seinen Augen schon ein Mal gestorben, was ihm aber niemand glaubt. Während sich Holicek in den Alkohol flüchtet, wähnt sich Casstorff auf der richtigen Spur. Er kommt einem illegalen Pharmatest auf die Spur: Der Tote starb an der Überdosis eines Gift, das auch Bestandteil eines neuen Rheumamittels ist.

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Kritikerrezensionen

  • Tatort: Schattenspiel: Die Hamburger Tatort-Kommissare arbeiten an dem immer verzwickter werdenden Fall eines vergifteten afrikanischen Abschiebehäftlings.

    Der Fall beginnt ganz harmlos. Ein Schwarzafrikaner in Abschiebehaft hat Geburtstag und bekommt einen Kuchen, die Wachbeamten schauen sich im Fernsehen ein Fußballspiel an. Und dann überschlagen sich die Ereignisse. Der Gefangene bekommt Krämpfe, wird ins Krankenhaus gebracht, flieht während der Fahrt und bricht schließlich tot vor Kommissar Holicek zusammen. Der ist wie vom Donner gerührt. Kein Wunder: Zwanzig Jahre zuvor ist der Mann vor seinen Augen schon ein Mal gestorben.

    Die Autoren Christoph Silber und Thorsten Wettcke erzählen in ihrem ersten gemeinsamen Drehbuch eine richtig gute, immer wieder überraschende Geschichte, in der sie erfolgreich falsche Fährten legen. Vor allem aber rücken sie Holicek (Tilo Prückner), der in der Regel nur die Fußarbeit für seinen Chef Jan Casstorff (Robert Atzron) erledigen darf, ins Zentrum. Natürlich glaubt ihm keiner, nicht mal sein Freund und Vorgesetzter, weshalb er sich angesichts dieses Phantoms aus der Vergangenheit mehr und mehr in den Alkohol flüchtet; Silber und Wettcke demontieren den Kommissar regelrecht. Prompt wird er irgendwann beurlaubt, denn Staatsanwältin Wilhelmi (Ursula Karven) hält ihn schlicht für unzurechnungsfähig. Doch Holicek recherchiert hartnäckig weiter und kommt schließlich einem raffinierten Komplott auf die Spur, mit dem vor zwei Jahrzehnten erfolgreich ein Unfall mit Todesfolge und Fahrerflucht kaschiert worden ist. Zuvor aber muss sich Casstorff noch an seiner falschen Spur abarbeiten, kommt bei der Gelegenheit aber immerhin einem illegalen Pharma-Test an den Gefangenen auf die Spur: Der Afrikaner starb an einem Gift, das aus dem Blauen Eisenhut gewonnen wird; es ist, allerdings in deutlich niedrigerer Dosis, auch Bestandteil eines neuen Rheumamittels, das an den Abschiebehäftlingen ausprobiert wird.

    Angesichts der komplexen Geschichte, die am Ende etwas zu wortreich aufgelöst werden muss, braucht Regisseurin Claudia Garde die Handlung gar nicht weiter zu dramatisieren. Gelegentlich Thriller-Elemente genügen, um der reizvollen Denksportaufgabe den nötigen Pep zu geben. Etwas deplatziert und aufgesetzt wirken allerdings einige Passagen, in denen Robert Atzorn monologisch das Unrecht in der Welt im Allgemeinen und die Bedingungen der Abschiebepraxis im Besonderen beklagen muss; in diesen Szenen wird allzu deutlich, dass Autoren, Regisseurin und Hauptdarsteller über den Krimi hinaus auch ein Anliegen hatten. tpg.

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