Tatort: Salzleiche

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   2008
Tatort: Salzleiche Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Tatort: Salzleiche: Lindholms neuer Fall dreht sich rund ums Atomabfalllager Gorleben.

In unmittelbarer Nähe des atomaren Zwischenlagers Gorleben wird ein seit Monaten vermisster Wachmann gefunden. Als kurz drauf auch der Leiter der Anlage unter ominösen Umständen stirbt, steckt LKA-Kommissarin Lindholm mitten in einem höchst heiklen Fall: Offenbar existieren inoffizielle Messergebnisse, die deutlich von den beruhigenden offiziellen Werten abweichen. Die Spur führt zu einem Schließfach in Barcelona.

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Kritikerrezensionen

  • Der Hund, der mit einer Hand im Maul durchs Dorf rennt, ist eines der berühmtesten Filmzitate überhaupt: So beginnt „Yojimbo“, Akira Kurosawas düsterer Japan-Western, ein direkter Vorläufer der Italo-Western. Regisseurin Christiane Balthasar setzt den Einstieg zwar ohne alle Ironie in Szene, aber natürlich ist der Handlauf ein Augenzwinkern für Eingeweihte.

    Mit dem Wissen um den Schluss bekommt der Auftakt zudem eine ganz andere Bedeutung: Nahezu die komplette Geschichte ist eine riesige falsche Fährte. Dass man den Autoren Johannes W. Betz und Max Eipp („Wut) nie auf die Schliche kommt, spricht für die Qualität ihres Drehbuches. Betz hat das Publikum allerdings kürzlich mit dem ZDF-Thriller „Das Geheimnis der falschen Mutter“ schon mal erfolgreich auf eine völlig falsche Fährte gelockt.

    Der Film beginnt mit der für „Tatort“-Krimis nahezu unvermeidlichen und hier auch noch titelgebenden „Salzleiche“: Ein seit gut einem halben Jahr vermisster Mann taucht als „Salz-Ötzi“ wieder auf. Vergleichsweise mühelos kommt Charlotte Lindholm (Maria Furtwängler) einer großen Sache auf die Spur, die Betz und Eipp allerdings etwas kompliziert einfädeln: Weil der Tote zum Sicherheitspersonal des atomaren Zwischen- und Endlagers Gorleben gehörte, fährt Frau Lindholm erst mal unter Tage, um sich ein Bild des Salzbergwerks zu verschaffen. Derweil darf der Leiter (Stephan Grossmann) der Einrichtung wortreich die Vorzüge der Anlage schildern, bis ihm die LKA-Kommissarin schließlich versichert, sie ermittle nicht gegen sein Zwischenlager. Kurz drauf ist der Mann ohnehin tot; im Krimi empfiehlt es sich nun mal nicht, zuviel zu reden. Allerdings wird der Fall damit auch ziemlich heikel: Offenbar existieren inoffizielle Messergebnisse, die deutlich von den beruhigenden offiziellen Werten abweichen. Die Spur führt zu einem Schließfach in Barcelona. Dass die Ermittlerin dort nicht nur ein Auge auf den verheirateten spanischen Vater ihres Sohnes wirft, sondern auch noch einen Kanister mit Cäsium durch die Gegend trägt und damit unfreiwillig für den Bundesnachrichtendienst die Fußarbeit erledigt, belastet zwar die Glaubwürdigkeit der Geschichte ein wenig, ist aber trotzdem bloß ein fast schon größenwahnsinniger Teil des cleveren Ablenkungsmanövers.

    Krimi-Regisseurin Christiane Balthasar, die Charlotte Lindholm zuletzt auch durch ihren Ausflug in die Welt der Schrebergärten geleitet hat („Erntedank“), erzählt die Geschichte ruhig und routiniert, womit sie einen angenehm unaufgeregten Kontrapunkt zur ehrgeizigen Handlung setzt. Und den atomaren Aberwitz als todernsten Ausflug in die Welt von James Bond zu inszenieren, war garantiert ein großer Spaß. tpg.

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