Tatort: Pauline

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   2006
Tatort: Pauline Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Tatort: Pauline: Kommissarin Lindholm muss den Tod eines zwölfjährigen Mädchens aus einem kleinen Dorf aufklären.

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Kritikerrezensionen

  • Wenn die Kommissare ihre Metropole verlassen und auf dem Land ermitteln müssen, tauchen sie meist in einen Mikrokosmos aus offenen Rechnungen und verschütteten Emotionen.

    Obwohl die Anzahl der Verdächtigen überschaubar ist, beschleicht die Ermittler stets ein mulmiges Gefühl: Jeder kennt hier jeden, und doch lauern überall Geheimnisse. Charlotte Lindholm kennt das eigentlich zur Genüge, denn ihre Fälle führen sie immer wieder in festgefügte Gemeinschaften. Selten aber war sie dabei so verletzlich wie hier: Ohnehin von einer Grippe geschwächt, bekommt sie ihre Ohmacht angesichts der Ermordung der zwölfjährigen Pauline auch körperlich mehrfach zu spüren. Dabei sind die Familien, mit denen die LKA-Beamtin (Maria Furtwängler) konfrontiert wird, nicht minder fragil: Jede einzelne ist in Auflösung begriffen. Beschädigt sind aber auch die Menschen: Paulines Mutter (Croinna Harfouch) hat sich längst aus dem Staub gemacht und einen emotionalen Scherbenhaufen hinterlassen, Paulines Pate ist ein Zwangsneurotiker, und selbst der Gatte der örtlichen Polizistin steigt, obschon protestantischer Priester, den Frauen nach.

    Für Regisseur Niki Stein, der die Reihe „Tatort“ mit der Einführung des HR-Gespanns Sänger/Dellwo zu neuer Blüte geführt hat, ist „Pauline“ der erste Krimi aus Niedersachsen. Da die Figur der Kommissarin bei Maria Furtwängler in sicheren Händen ist, konnte sich Stein auf Details und Atmosphäre konzentrieren. Eine unspektakuläre, fast unauffällige Bildgestaltung (Wedigo von Schultzendorff) sorgt dafür, dass vor allem die ausgezeichneten Darsteller zur Geltung kommen. Da das Szenenbild (Maximilian Johannsmann) zudem konsequent auf plakative Farben verzichtet, wirkt die herbstliche Geschichte zwangsläufig freudlos. Das wiederum passt perfekt zu den Dialogen, die die Krimi-erfahrene Autorin Martina Mouchot (divese „Tatort“- und „Stahlnetz“-Bücher) den Figuren in den Mund legt. Von „zähflüssiger Normalität“ ist da die Rede, oder von „trüben Statistiken“, die belegen, dass die Täter bei Morden dieser Art fast immer aus dem näheren Umfeld stammen.

    Nicht minder reizvoll als die düstere Atmosphäre und das Figuren-Ensemble ist die freundschaftliche Beziehung zwischen Charlotte Lindholm und der Beamtin vor Ort (Johanna Gastdorf). Die Kollegin trägt den bei einer Polizistin fast schon parodistisch wirkenden Kinderbuchnamen Lichtblau und hat eine behinderte Tochter, die sie schon mal in der Zelle einschließt. Sie ist für Lindholm nicht nur der Schlüssel zum Dorf, sondern praktisch die einzige, die als Verdächtige nicht in Frage kommt. tpg.

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