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Tatort: Neugeboren

  

Filmhandlung und Hintergrund

Der Start des reizvoll und klug zusammengestellten neuen Trios aus Bremen ist äußerst vielversprechend.

Darsteller und Crew

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Tatort: Neugeboren: Der Start des reizvoll und klug zusammengestellten neuen Trios aus Bremen ist äußerst vielversprechend.

    Der Start des reizvoll und klug zusammengestellten neuen Trios aus Bremen ist äußerst vielversprechend.

    Der klassische „Tatort“-Kommissar war bis weit in die Neunzigerjahre ein Einzelgänger. Schimanski hatte zwar mit Thanner einen Partner auf Augenhöhe, aber der hochkorrekte Kollege sollte vor allem den besonderen Status des ersten proletarischen TV-Ermittlers betonen. Seit im Sonntagskrimi jedoch bevorzugt Teams am Werk sind, stehen die Sender bei jedem Neustart vor dem immer wieder gleichen Problem: Welche Konstellation gab’s noch nicht, wie machen wir die Figuren unverwechselbar? Radio Bremen hat dafür eine clevere Lösung gefunden, die sich durch drei Attribute skizzieren lässt: jünger, anders, gleich. Für „jünger“ steht Jasna Fritzi Bauer als ehrgeizige junge Polizistin aus Bremerhaven, die unbedingt zur Mordkommission will. Kurzerhand vom alten ins neue Team übernommen wurde die zwar brillante, aber nur begrenzt teamfähige BKA-Analytikerin Linda Selb (Luise Wolfram). Für „Anders“ steht der Dritte im Bunde. Gastkommissar Mads Andersen (Dar Salim) will eigentlich zurück nach Kopenhagen, muss aber noch mal ran, weil die gesamte Polizei der Stadt nach einem entführten Baby sucht: Ein Dealer hat sich anscheinend von einem Dach gestürzt. Da der vermeintliche Suizid jedoch offenkundig einen Mord kaschieren soll, kommt Andersen nicht umhin, seine Abreise immer wieder zu verschieben. Wer die früheren „Tatort“-Beiträge von Radio Bremen aufmerksam verfolgt hat, wird Dar Salim wiedererkennen: Der Däne mit irakischen Wurzeln hat in dem Gangsterfilm „Brüder“ (2014) einen Clan-Chef gespielt. Seine Präsenz prägt auch „Neugeboren“: Andersen etabliert sich auf Anhieb als einer der coolsten Kommissare im Sonntagskrimi.

    Die Suche nach dem Mörder führt zu Rudi Stiehler (André Szymanski), einem ehemaligen Fußballprofi, dessen vielversprechende Karriere bereits als Teenager endete. Seine Tochter (Johanna Polley) hat in der Nacht, in der auch der Dealer starb, ein Kind zur Welt gebracht. Krimi-Fans werden zwar ahnen, dass der Mord und der Fall des entführten Babys miteinander zu tun haben, aber die Auflösung ist dennoch recht überraschend. Trotzdem ist es weniger die kriminalistische Ebene, die „Neugeboren“ zu einem besonderen „Tatort“ macht. Sehr interessant ist zum Beispiel das Milieu, in dem Christian Jeltsch seine Geschichte angesiedelt hat: Die Stiehlers leben in einem sozialen Brennpunkt, in dem hübsche junge Frauen davon träumen, in einer Castingshow entdeckt zu werden, während sich die Alten die Trümmer ihrer Existenz schön trinken. Neben der ausgezeichneten Arbeit mit dem Ensemble zeichnet sich Barbara Kulcsars Inszenierung vor allem durch eine vorzügliche Bildgestaltung aus (Kamera: Filip Zumbrunn); dass die erste Einstellung mit ihrem Blick durch eine Tür auf die nächtlichen Lichter der Großstadt an den Auftakt des John-Ford-Klassikers „Der schwarze Falke“ erinnert, ist bestimmt kein Zufall.

    Tilmann P. Gangloff.
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