Filmhandlung und Hintergrund

Zweiter Fall des neuen Dortmunder "Tatort"-Teams.

Im von Einwanderern dominierten Dortmunder Norden ist ein Ganove erschossen worden. Die Beamten vom zuständigen Revier trauern der Unterweltgröße nicht weiter nach; wenn sich die Gangster untereinander dezimieren, hat die Polizei weniger Arbeit. Bei der Mordkommission sieht man das allerdings etwas anders.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Tatort: Mein Revier: Zweiter Fall des neuen Dortmunder "Tatort"-Teams.

    Da auch der zweite Film mit dem neuen Dortmunder „Tatort“-Team von Jürgen Werner (Buch) und Thomas Jauch (Regie) stammt, ist die Handschrift unverkennbar die gleiche, zumal die Filme parallel gedreht worden sind.

    Die Protagonisten sind daher auch charakterlich die gleichen geblieben: Hauptkommissar Faber (Jörg Hartmann), der neue Vorgesetzte, ist aus Sicht seiner Kollegen nach wie vor wie nicht teamfähig; Martina Bönisch (Anna Schudt), die nach Meinung der Kollegen auf den Chefposten gehört hätte, hat Stress mit ihrem Ältesten, der zu allem Überfluss mit Drogen erwischt wird, und verabredet sich mit bezahlten Männern zum Hotelsex; und die beiden Küken im Team (Aylin Tezel, Stefan Konarske) sind noch nicht ganz flügge.

    Die interessante Geschichte spielt im von Einwanderern dominierten Dortmunder Norden, wo ein Ganove erschossen worden ist. Die Beamten vom zuständigen Revier trauern der Unterweltgröße nicht weiter nach. Streifenpolizist Polland (Matthias Komm) vertritt ohnehin den Standpunkt: Wenn sich die Gangster gegenseitig abknallen, nehmen sie der Polizei die Arbeit ab. „Hier herrscht Krieg“, klärt Polland die Kollegen aus der Innenstadt auf. Faber und Co. sehen das naturgemäß etwas anders und möchten die Verbrecher lieber selbst dingfest machen. Außerdem erfasst der Hauptkommissar rasch, dass es eine Zeugin gegeben haben muss. Die Frau, offenbar eine Prostituierte, war für den Mörder nicht sichtbar, weil sie unterhalb des Schreibtischs und somit außerhalb des Täterblickfelds ihrer Arbeit nachging. Und da es sich bei der Tatwaffe um eine Pistole handelt, die im Verlauf einer Razzia erst beschlagnahmt worden und dann verschwinden ist, rückt plötzlich Polland ins Blickfeld der Ermittler; dabei hat sich Faber doch bereits ein schönes provokantes Scharmützel mit dem türkischen Paten (Adrian Can) des Viertels geliefert.

    Die Skizzierung der Handlung klingt übersichtlicher, als es die Geschichte tatsächlich ist, zumal einem die vielen bulgarischen und türkischen Namen, zu denen es zunächst keine Gesichter gibt, einige Rätsel aufgeben. Spannender als das entsprechend undurchsichtige Gangstergeflecht sind die kleinen und großen Scharmützel im Präsidium, weil sich der leicht soziopathisch veranlagte Faber gar nicht erst um Diplomatie bemüht und erst recht ausrastet, als er in seinem Schreibtisch einen Umschlag mit Zeitungsartikeln über den Unfalltod von Frau und Tochter findet. Für Jörg Hartmann ist die Rolle grandios, zumal er sie entsprechend ausfüllt: Einerseits provoziert Faber Gegenspieler und Kollegen bis zur Weißglut, andererseits erweist er sich beim Kneipentreff mit Polland, ebenfalls Vater eines verstorbenen Kindes, als trinkfest und kumpelig. Hartmann hat nicht nur die besten Dialoge, sondern auch das richtige Format dafür, etwa, als sich sein junger Kollege ziert, sich die Finger schmutzig zu machen: „Sind Sie aus Dortmund oder Düsseldorf?“

    Trotz ungewöhnlicher Handlungseinfälle wie der Siedlung, in denen die Menschen buchstäblich im Müll vegetieren: Es sind die Typen, von denen der Film lebt. Jauch setzt die Geschichte zwar fesselnd um, aber das liegt vor allem an den überwiegend ausgezeichnet geführten Schauspielern, zu denen auch Thomas Arnold als Rechtsmediziner zu zählen ist. Gerade Hartmann und Schudt sind eine Garantie dafür, dass man wissen will, wie’s weitergeht. Auf diesen Effekt zielt auch der Schluss, wenn Faber schon wieder Kollegenpost bekommt und vor Wut sein Büro zertrümmert. tpg.

News und Stories

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