Tatort: Klassentreffen

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   2009
Tatort: Klassentreffen Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Tatort: Klassentreffen: Irgendwann darf jeder TV-Kommissar mal zum Klassentreffen, diesmal ist es Max Ballauf, der dann auch gleich unter Mordverdacht steht...

Darsteller und Crew

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Lauter gute Ideen auf einmal: Kaum hat das Jahr begonnen, in dem das Ruhrgebiet Kulturhauptstadt Europas ist, präsentiert der WDR auch schon einen passenden „Tatort“. Weil Autor Jürgen Werner den Kölner Kommissar Ballauf (Klaus J. Behrendt) zum Klassentreffen in dessen Heimatstadt Essen schickt, gibt es auch einen durchaus plausiblen Grund für den Ausflug.

    Dortselbst darf Ballauf allerlei Kunstdenkmäler abklappern, wenn auch nicht ganz freiwillig. Beim Wiedersehen hat er die Provokationen seines früheren Mitschülers Dorn (Oliver Stritzel) mit einem Hieb auf dessen Nase beantwortet. Da er außerdem die Nacht mit seiner Jugendliebe Katja (Karoline Eichhorn) verbracht hat, wacht er am nächsten Morgen als Hauptverdächtiger auf: Dorn ist erschlagen worden; Katja war seine Frau. All das aber passiert erst später, denn den ersten Mord hat es daheim in Köln gegeben: Zu Beginn des Films baumelt ein Bauunternehmer tot von einer Brücke. Dass die beiden Todesfälle miteinander zusammenhängen, überrascht naturgemäß nicht. Aber wie Werner diesen Zusammenhang herstellt, ist ganz schön clever und überzeugend konstruiert.

    Kaspar Heidelbach inszeniert mit „Klassentreffen“ schon den zehnten Fall des Kölner Duos. Er selbst hat einst dafür gesorgt, dass Behrendt und Schenk-Darsteller Dietmar Bär Freunde wurden: Beide wirkten an „Leo und Charlotte“ (1991) mit. Aus dem WDR-Mehrteiler dürften auch die Bilder stammen, die beim Klassentreffen im Hintergrund zu sehen sind und einen sehr jungen „Ballauf“ zeigen. Neben dieser Liebe en detail ist der Film aber auch en gros ein Genuss. Selbst wenn die Tour de Ruhr an und in allen nur erdenklichen eindrucksvollen Bauwerken spielt (unter anderem dem Oberhausener Gasometer), steht trotzdem stets der Krimi im Vordergrund. Alten Krimihasen ist allerdings von vornherein klar, dass die Kölner Killer nichts mit dem zweiten, offenkundig im Affekt begangenen Mord zu tun haben. Zusätzlich interessant wird die komplexe Geschichte durch den Umstand, dass sich lauter Frauen als Verdächtige aufdrängen: Ballauf kann Katja kein Alibi geben, denn er hat geschlafen. Dorns Stellvertreterin (Catrin Striebeck), ebenfalls eine frühere Mitschülerin, hat offenbar auch ihre Finger im betrügerischen Spiel; und dann gibt es noch die ebenso hübsche wie undurchsichtige Assistentin (Jasmin Schwiers) des Toten.

    Ohne damit zu protzen, streut Werner beiläufig noch diverse Rechercheergebnisse ein, etwa, wie der Betrug am Bau funktioniert. Aber der größte Reiz liegt selbstredend darin, dass gegen den Ermittler ermittelt wird, zumal Angelika Bartsch die Essener Kripo-Kollegin dank ihrer ätzend süffisanten Dialoge höchst humorlos verkörpert. Schön sind auch verschiedene Momente der Verblüffung, wenn Ballauf beispielsweise neben dem toten Dorn steht und Schenk aus Köln auf dessen mobilem Telefon anruft. Am besten aber war die Idee des WDR, erstmals seit den Tagen von Hansjörg Felmy als Kommissar Haferkamp (1974 bis 1980) wieder einen „Tatort“ in Essen anzusiedeln. tpg.

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