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Tatort: In der Familie

Filmhandlung und Hintergrund

Der Jubiläumszweiteiler beginnt als intensiv inszeniertes düsteres Krimidrama, das sich zur Tragödie entwickelt.

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Kritikerrezensionen

  • Tatort: In der Familie: Der Jubiläumszweiteiler beginnt als intensiv inszeniertes düsteres Krimidrama, das sich zur Tragödie entwickelt.

    Anlässlich des „Tatort“-Jubiläums lässt die ARD die Teams aus Dortmund und München gemeinsam ermitteln. Leitmayr und Batic (Udo Wachtveitl, Miroslav Nemec) wollen in Westfalen einen Mörder verhaften. Dank eines Tipps der italienischen Polizei weiß Faber (Jörg Hartmann), dass die ‚Ndrangheta das Restaurant des Ehepaars Modica als Umschlagplatz für Drogen nutzt; und dort hält sich auch der Messerstecher aus München auf. Der Titel ist natürlich eine Anspielung auf die Mafia, aber Autor Bernd Lange erzählt die Geschichte als familiäres Drama: Luca Modica (Beniamino Brogi) und seine deutsche Frau Juliane (Antje Traue) führten eine glückliche Ehe; bis der Mörder Mauro (Emiliano de Martino) auftauchte. Faber setzt seine Kollegin Dalay (Aylin Tezel) auf Juliane an, die sich wider Erwarten sogar mit Mikrofon und Sender ausstatten lässt.

    Das mag nicht sonderlich spektakulär klingen, aber Regie führte Dominik Graf, und der hat aus der im Grunde überschaubaren Geschichte einen intensiven Krimi gemacht. Der besondere Reiz liegt dabei in der dritten Titelebene, denn das Dortmunder „Tatort“-Team mit dem älteren Duo Faber und Bönisch (Anna Schudt) sowie den jüngeren Dalay und Pawlak (Rick Okon) bildet in gewisser Weise ebenfalls eine Familie; und bei der kriselt es in praktisch jedem Film. Diesmal kommt es zum Krach zwischen Faber und Bönisch, weil der Hauptkommissar, formal der Chef der Abteilung, die Verkabelung von Juliane Modica hinter dem Rücken der Kollegin und ohne richterliche Genehmigung durchführt; prompt geht die Aktion auf denkbar tragische Weise schief. Den Kollegen aus München ist ohnehin höchst suspekt, was Faber treibt; ihre ironischen Kommentare sind die einzigen Momente der Entspannung in diesem düsteren Krimi, in dem das Dortmunder Team schließlich ein weiteres Gründungmitglied verliert.

    Graf verzichtet in diesem Polizei- und Gangsterfilm weitgehend auf jene filmischen Manierismen, die in einigen seiner letzten Arbeiten mitunter deplatziert wirkten; wenn Kameramann Hendrik A. Kley beispielsweise einen jener abrupten Zooms, wie sie einst in jedem Italo-Western zu sehen waren, ins Gesicht von Luca Modica einsetzt, ist das inhaltlich völlig angebracht, weil der Mann beim Telefonat mit der „Familie“ eine schockierende Anweisung erhält. Irritierend sind dagegen einige kurze experimentelle Ausreißer innerhalb der ansonsten vorzüglichen Musik des Komponistenduos Florian van Volxem und Sven Rossenbach. Der zweite Teil spielt in München, Hauptfigur ist nun Sofia, die Tochter der Modicas. Pia Strietmann hat die Fortsetzung mit einem komplett anderen Team inszeniert. Der Film entwickelt zwar weniger äußere Spannung, wandelt sich aber zur Tragödie einer jungen Frau, in der die Polizisten bloß hilflose Nebenfiguren sind. tpg.
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