Tatort: Höllenfahrt

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   2008
Tatort: Höllenfahrt Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Tatort: Höllenfahrt: Der Tatort mit Thiel und Boerne präsentiert sich diesmal als Road Movie durchs Münsterland.

Während eines Golfturniers wird ein toter Bankier gefunden. Alles deutet auf Suizid. Gleiches gilt für die Leiche eines Import/Export-Händlers. Beide haben zwei Jahre zuvor von einer Geiselnahme in der Sahara profitiert. Der Mann, der damals entführt worden ist, wurde in einer Klinik ganz in der Nähe des Golfplatzes behandelt; er ist zwei Tage vor dem Fund der ersten Leiche spurlos verschwunden. Alles deutet auf einen Rachefeldzug.

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Kritikerrezensionen

  • Der Mann ist tot, als er aus dem Kanal gezogen wird, keine Frage; und das auch nicht erst seit gestern. Nun ist der Fund einer Leiche in einem Krimi ja eigentlich nichts Besonderes, und in der Regel hat die Polizei anschließend ein Problem, weil sie nicht weiß, wer der Mörder ist; genau dies ist ja auch der Sinn des Kriminalfilms. In diesem Fall aber stehen die Ermittler besonders belämmert da, denn der Tote war nicht bloß Hauptverdächtiger in zwei weiteren Mordfällen; an seiner Täterschaft bestand eigentlich keinerlei Zweifel.

    Krimis gibt’s ja mittlerweile aus allen Städten, aber Konstellationen dieser Art denken sich die Autoren offenbar nur für Münster aus. Die Zwickmühle, in der Hauptkommissar Thiel (Axel Prahl) im Prolog steckt, ist zwar auf Anhieb als Übung durchschaubar, doch der Fall ist dafür um so undurchsichtiger. Als Qualitätsmerkmal nicht minder wichtig ist allerdings die perfekte Balance aus Krimi und Komödie. Selbst wenn einige Slapstick-Momente etwas aus dem Rahmen fallen und ein Kleinkrieg zwischen dem blasierten Rechtsmediziner Boerne (Jan Josef Liefers) und einer Gruppe von Radfahrern immer absurdere Züge annimmt: Der Film ist komischer als viele Lustspiele und gleichzeitig spannender als mancher Thriller. Kein Wunder: Die Geschichte stammt von Matthias Seelig (und Claudia Falk), dessen Firma Müller & Seelig den Film auch produziert hat; er hat die Drehbücher zu so großen Werken wie „Der Sandmann“ oder „Der Leibwächter“ geschrieben. Dem Gespür für Timing des Regisseurs Tim Trageser („Tollpension“, „Einer bleibt sitzen“) wiederum ist die gelungene Genre-Mischung zu verdanken.

    Aber die Stars bleiben trotzdem die beiden Hauptdarsteller, die diesmal ein Auswärtsspiel bestreiten: Während eines von Boerne mit allen Tricks geführten Golfturniers entdeckt sein größter Kontrahent an einem Baum die Leiche eines Bankiers. Ebenso wie bei den kurz drauf gefundenen sterblichen Überresten eines Import/Export-Händlers deutet alles auf Suizid. Es stellt sich raus, dass beide zwei Jahre zuvor indirekt in eine Geiselnahme in der Sahara verwickelt waren und von dem Verbrechen profitiert haben. Der Mann, der damals entführt worden ist, wurde in einer Klinik ganz in der Nähe des Golfplatzes behandelt und ist zwei Tage vor dem Fund der ersten Leiche spurlos verschwunden. Alles deutet auf einen Rachefeldzug.

    Die kriminalistische Ebene ist eines „Tatorts“ durchaus würdig, zumal Thiel und Boerne quasi von Leiche zu Leiche eilen. Selbst in diesen ernsten Momenten aber verblüfft der Film immer wieder mit teilweise tiefschwarzem Humor, von der Dauerfehde zwischen den beiden Protagonisten oder Boernes Bosheiten gegenüber seiner kleinwüchsigen Assistentin (ChrisTine Urspruch) ganz zu schweigen. Dass der schnöselige Pathologe nach einem Schlag auf den Kopf alles doppelt sieht, das Duo mit dem schnittigen Cabrio des Genussmenschen mitten im Nirgendwo strandet und sich Thiel nach einer Nacht in der Scheune hintern Busch hockt, ist fast schon zuviel des Guten, aber dank der großartigen Leistungen von Axel Prahl und Jan Josef Liefers trotzdem immer sehenswert. tpg.

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