Tatort: Glaube, Liebe, Tod

Filmhandlung und Hintergrund

Harald Krassnitzer alias Kommissar Moritz Eisner legt sich mit einer Sekte an, die mit drastischen Methoden seine Ermittlungen vereiteln will.

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Kritikerrezensionen

  • Tatort: Glaube, Liebe, Tod: Harald Krassnitzer alias Kommissar Moritz Eisner legt sich mit einer Sekte an, die mit drastischen Methoden seine Ermittlungen vereiteln will.

    Vor einigen Monaten hat die ARD das Sektendrama „Bis nichts mehr bleibt“ von Niki Stein gezeigt. Der SWR hat sich damals getraut, Scientology beim Namen zu nennen. So weit mochte der ORF mit seinem „Tatort“ dann doch nicht gehen, aber man muss kein Experte sein, um die Psychosekte hinter der weitverbreiteten Glaubensgemeinschaft „Epitarsis“ zu erkennen. Die Gehirnwäsche, die sündhaft teuren Kursgebühren, die absolute Unterwerfung: Die Parallelen sind offenkundig.

    Während Stein in seinem SWR-Film beschrieben hat, wie sich ganz normale Zeitgenossen im Netz von Scientology verstricken, geht der Sonntagskrimi naturgemäß einen anderen Weg. Nur durch Zufall wird in einem leerstehenden Gebäude die Leiche einer Studentin entdeckt. Von ihrem Elternhaus bis zu Epitarsis ist es bloß ein kleiner Schritt, denn die Sektenmitgliedschaft der Tochter hat die Familie offenkundig entzweit. Das Drehbuch von Lukas Sturm erzählt die Geschichte nun auf mehreren Ebenen mit unterschiedlichen Vorzeichen: hier der Krimi, die Mördersuche; dort das Drama, der Kampf eines Elternpaares um ihre Tochter. Und schließlich der Sektenstrang: Der innere Zusammenhalt der Organisation beruht nicht zuletzt auf der Abgrenzung von den „feindlich gesinnten Elementen“. Jede Handlungsebene hat ihre eigenen Protagonisten; die meisten sind tragische Figuren.

    Selbst für einen moderaten Schuss Humor ist noch Platz. Natürlich ist die Mördersuche ein Fall für Moritz Eisner (Harald Krassnitzer), und dass Epitarsis in Gestalt eines jungen Staatsanwalts sogar bei den Ermittlungsbehörden vertreten ist, macht die Sache nicht leichter. Gefunden hat die Leiche aber ein früherer Kollege Eisners, und den betraut der Sonderermittler nun mit einer „Under Cover“-Aufgabe: Karl Bindmayer (Johannes Silberschneider) soll sich zum Schein von der Sekte anwerben lassen, nimmt sich die Heilsversprechungen aber stärker zu Herzen, als seiner Aufgabe gut tut.

    Ein weiterer Handlungsstrang repräsentiert Sturms ursprünglichen Ansatz für die Geschichte. Eisner lernt eine Frau kennen, die früher selbst zur Sekte gehörte und sich nun dem „De-Programming“ verschrieben hat. Zu diesem Zweck werden Sektenmitglieder von Angehörigen entführt und mit der Wahrheit über die Organisation konfrontiert. Offenbar sollte auch die tote Anna „deprogrammiert“ werden. Das Haus, in dem sie gefunden wurde, gehört ihrem Vater (August Zirner); und der nimmt sich kurz darauf das Leben.

    Regisseur Michi Riebl vereinigt die verschiedenen Ebenen harmonisch miteinander und sorgt auf diese Weise für vielfältige Spannung. Im Zentrum steht jedoch die Arbeit Eisners, der seine anfängliche Gelassenheit im Umgang mit der Sekte ablegt, je mehr er über die Methoden der Organisation erfährt; erst recht, als er feststellen muss, dass die durchtriebene Epitarsis-Chefin (Victoria Trauttmansdorff) nicht davor zurückschreckt, seine eigene Tochter als Druckmittel zu benutzen. tpg.

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