Tatort: Gewaltfieber

  1. Ø 0
   2001
Tatort: Gewaltfieber Poster

Darsteller und Crew

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Kritikerrezensionen

  • Ganz kurz bloß, nur für Sekundenbruchteile, sind die Bilder zu sehen. Den Rest besorgt die Fantasie: Im Lehrerzimmer einer Schule ist ein regelrechtes Blutbad angerichtet worden. Unter den Toten ist auch ein Schüler; in seiner Hand: die Mordwaffe. Als später Fotos auftauchen, die den Jungen beim Massakrieren eines Tieres zeigen, scheint der Fall klar. Allein Lena Odenthal bleibt skeptisch. Der mutmaßliche Mörder war ein Musterschüler. Wenn er in der Tat der Täter war: warum? Die Kommissarin stößt auf einen höchst verdächtigen Verein aus Schülern, dessen Mitglieder einiges auf dem Kerbholz haben.

    „Gewaltfieber“, ein SWR-„Tatort“ aus Ludwigshafen, befasst sich mit einem brisanten Thema: Amokläufe von Schülern, in der Vergangenheit in erster Linie ein amerikanisches Phänomen, gibt es mittlerweile auch in Deutschland. Stets ist die Gesellschaft fassungslos. Der Sündenbock ist rasch ausgemacht: die permanente Brutalität von Bildschirmmedien wie Fernsehen, Video- und Computerspielen. Doch das Drehbuch von Fred Breinersdorfer hält sich nicht mit billigen Erklärungen auf. Auch wenn gewalttätige Spiele und zerrüttete Elternhäuser eine Rolle spielen: Letztlich hat die Schule die mordenden Monster erschaffen. Daher gibt es für die Untat selbst auch kein konkretes Motiv. Es handelt sich, wenn man so will, um das Ergebnis von extremer struktureller Gewalt. Erwachsene, sagt der Schuldirektor in diesem Film einmal, machten sich keinerlei Vorstellungen davon, wie es heute an Schulen zugehe; das sei mit der eigenen Schulzeit nicht zu vergleichen.

    Regisseur Martin Eigler hat aus seinem ersten „Tatort“ ein starkes Stück gemacht: hochkonzentriert, ohne Leerlauf, ohne optischen Schnickschnack. Selbst Pausenclown Kopper (Andreas Hoppe), der Assistent von Lena Odenthal (Ulrike Folkerts), muss auf seine Show-Einlagen verzichten. Kein Wunder, dass „Gewaltfieber“ höchst unbequem geworden ist; ein Film, der es sich und seinem Publikum nicht leicht macht und der ganz konsequent auf das übliche Täterschema verzichtet. tpg.

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