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Freiburger "Tatort"-Special mit Heike Makatsch.

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Kritikerrezensionen

  • Tatort: Fünf Minuten Himmel: Freiburger "Tatort"-Special mit Heike Makatsch.

    Heike Makatsch klärt in der ungewöhnlichen SWR-Produktion unter Katrin Gebbes („Tore tanzt„) Regie den Mord an einem Jobcenter-Sachbearbeiter.

    Erste Irritationen: Ein rechtsgelenktes Auto fährt vor, eine schwangere Frau steigt aus. Sie heißt Ellen Berlinger, wird von Heike Makatsch gespielt. Die vormalige BKA-Ermittlerin tritt ihren Dienst als Hauptkommissarin in Freiburg an, mit grimmiger Miene und schroffem Auftreten. Die Mutter (Angela Winkler), zu der sie eine schwierige Beziehung unterhält, lebt hier, ebenso wie Teenagertochter Niina (Emilia Bernsdorf), die bei der Oma aufgewachsen ist. Schlampige Zustände, die es zu sortieren gilt.

    „Tatort“ anders ist bei „Fünf Minuten Himmel“ angesagt. Makatsch gibt bei dem Oster-„Special“ ein einmaliges Gastspiel, das aber durchaus in die Verlängerung gehen könnte. Die Regie hat Katrin Gebbe übernommen, bekannt für ihr gnadenloses Psychodrama „Tore tanzt“, das vielschichtige Drehbuch mit seinen zahlreichen Handlungssträngen stammt von Thomas Wendrich („LENZ.“). Was diesen Fall sofort unter Kunstverdacht stellt - und angenehm vom TV-Krimiallerlei unterscheidet. Voraussetzung freilich man lässt sich auf diesen recht wüsten Mix aus Whodunit und Sozialdrama ein.

    Zu klären gilt es den Mord an einem korrupten Jobcenter-Sachbearbeiter. Mit einem Kabelbinder wurde er stranguliert, kurz vor seinem Tod hatte er noch Geschlechtsverkehr - oder wie es hier heißt: „wurde sein Aal gebadet“. Einer von mehreren spekulativen „Ausrutschern“, die unangenehm aufstoßen. Unter Mordverdacht geraten Cornelia Mai (Julika Jenkins), Geliebte des Toten, ihr schmieriger Hausherr (Pierre Siegenthaler), der sie aus seiner Wohnung haben will, wie auch ein Ex-Mieter (André Benndorff), der inzwischen obdachlos auf der Straße sitzt.

    Die Schattenseiten der Breisgauer „Grünen“-Oase werden beleuchtet. Allenthalben desolate (Wohn-)Verhältnisse, eine aufgelassene Fabrikhalle als Teen-Treff, viel Beton, Stahl und Glas - eine kalte, lebensfeindliche Welt. Hartz IV, auf sich selbst gestellte Kids, die sich die Zeit mit Ohnmachtspielen, Biokiffen genannt, vertreiben, soziale Reibereien, (zu) wenig Liebe. Zig Themen, kein echter Fokus. (Fast) nur Einzelgänger, darunter Berlinger, die Makatsch gekonnt - und dominant - interpretiert. Eine von Matthias Bolliger („Boy 7„) mit gutem Blick fürs Milieu fotografierte Gesellschaftsstudie, ein mosaikartiges Stimmungsbild, das sich erst allmählich im Kopf zusammensetzt. geh.

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