Tatort: Frauenmorde

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   2003
Tatort: Frauenmorde Poster

Filmhandlung und Hintergrund

Tatort: Frauenmorde: Weil sie in ihrem zweiten Fall mit dem ungeliebten BKA vor der Nase den Mord an einer Frau aufklären müssen, handeln Sänger und Dellwo schließlich auf eigene Faust und bringen sich damit in eine gefährliche Lage...

Darsteller und Crew

Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Deutsche Autoren von TV-Krimis bemühen sich stets um sorgfältige Psychogramme der Täter: kein Mord ohne Motiv. Und wenn die Tat nicht aus Leidenschaft oder Habgier begangen wurde, sondern aufgrund geistiger Krankheit, wird die Verwirrung stets mit belastenden Kindheitserlebnissen erklärt. In diesem „Tatort“ aus Frankfurt ist das ganz anders; und nicht nur aus diesem Grund ist der Film mit dem ebenso schlichten wie brutalen Titel „Frauenmorde“ ein besonderer Film. Mit großem optischem Aufwand und gleichzeitig fast dokumentarisch schildert Niki Stein (Buch und Regie) die Arbeit der Frankfurter Mordkommission, die vor einem ebenso rätselhaften wie grausigen Fall steht: In der Nähe des Flughafens wurde der Torso einer Frau gefunden; die Gliedmaßen wurden abgetrennt, Kopf und Hände fehlen.

    Während das Privatleben der „Tatort“-Polizisten in der Regel für die entspannenden Phasen sorgt, hat Stein die beiden Ebenen hier geschickt miteinander verwoben: Die Tote ist eine Nachbarin von Kommissar Dellwo (Jörg Schüttauf), seine Frau (Edda Leesch) machte regelmäßig mit ihr zusammen Yoga. Nach und nach entdecken Dellwo und seine Kollegin Sänger (Andrea Sawatzki), dass das Familienleben der Toten hinter einer intakten Fassade tiefe Risse hatte. Gleiches gilt im Übrigen für Dellwo, dessen Ehe zerbricht.

    Erst recht aus dem Rahmen fällt der „Tatort“, als das BKA einen FBI-Beamten präsentiert, der seit Jahren einen Serienmörder sucht. Der Killer pflegt seine weiblichen Opfer rund um den Globus in der Nähe von Flughäfen zu deponieren; alle Spuren führen nach Frankfurt.

    Neben der ungewöhnlichen Geschichte beeindruckt der hessische „Tatort“ vor allem durch die Kompaktheit seiner Hauptfiguren. Dellwo und Sänger sind alles andere als „Superbullen“. Ohnehin hat Stein die Atmosphäre innerhalb der „SoKo“ mit ihren gedankenlosen Zynismen und dem alltäglichen Sexismus in vielen Details überaus authentisch eingefangen; auch dies ist für einen „Tatort“-Krimi durchaus atypisch.

    Das gilt nicht minder für die Brutalität des Falles, die nicht nur die Grenzen des guten Geschmacks bisweilen überschreitet. Auch wegen der geschilderten und teilweise sogar sichtbaren sexuellen Praktiken ist der Film für Kinder alles andere als geeignet. tpg.

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