Tatort: Flashback

  1. Ø 0
   2002
Tatort: Flashback Poster

Filmhandlung und Hintergrund

Tatort: Flashback: Anstatt in den Urlaub zu starten, gerät Kommissarin Odenthal in einen Banküberfall und wird schwer verletzt - was sie zum Verdruss ihrer Kollegen nicht davon abhält, sich in die Ermittlungen einzumischen.

Darsteller und Crew

Kritiken und Bewertungen

So werten die User (0)
5
 
Stimme
4
 
Stimme
3
 
Stimme
2
 
Stimme
1
 
Stimme
So werten die Kritiker (1 Stimmen)
5
 
Stimme
4
 
Stimme
3
 
Stimme
2
 
Stimme
1
 
Stimme

Wie wertest Du? Klicke auf einen der Sterne:

Kritikerrezensionen

  • Natürlich war Lena Odenthal nie weg. Aber wenn sie weg gewesen wäre, dann wäre dies der würdige Rahmen für ihr Comeback: Die „Tatort“-Folge „Flashback“ von Matthias Glasner gehört zu den stärksten Krimis aus Ludwigshafen und stellt nachdrücklich unter Beweis, dass die Figur der Kommissarin auch nach 13 Jahren „Tatort“ und über zwanzig Einsätzen nichts von ihrer Stärke verloren hat. Das liegt ohne Frage an einem ausgezeichneten Drehbuch, aber auch an einer Inszenierung, die mit den Erwartungen spielt und selbst vor krassen Stimmungs- und Genresprüngen nicht zurückschreckt.

    „Flashback“ beginnt mit einem intensiv inszenierten, raffiniert geplanten skrupellosen Banküberfall. Mitten drin: Lena Odenthal (Ulrike Folkerts), die eigentlich bloß Geld für ihren bevorstehenden Urlaub abheben wollte. Aus den Ferien wird jedoch nichts: Instinktiv wirft sie sich in die Flugbahn einer Kugel, die einem kleinen Mädchen gilt, und wird am Kopf getroffen. Deshalb verpasst sie auch den zweiten großen Knalleffekt dieses Films. Aus gutem Grund wird Jürgen Vogel, der selbst trotz Vermummung unverkennbar den Gangster spielt, im Vorspann quasi nur als Gast geführt: Nach exakt 15 Filmminuten explodiert der Bankräuber; sein Komplize ist längst mit der Beute getürmt.

    Nun wechselt „Flashback“ komplett seine Tonart und drosselt das Tempo, schön verdeutlicht durch eine Musik (Gert Wilden), die jetzt fast unhörbar ist. Die Ermittlungen des Falls übernimmt Odenthals Kollege Kopper (Andreas Hoppe), der dabei von einem unangenehm ehrgeizigen Kollegen vom Raubdezernat (Justus von Dohnányi) unterstützt wird. Die Kommissarin konzentriert sich derweil auf ihre mühsame Rehabilitation, mischt sich aber natürlich trotzdem in die bald schon stagnierenden Ermittlungen ein. Für Lena läuft der Fall zu glatt: Eine perfekte Indizienkette scheint zu belegen, dass die beiden Bankräuber einen Mittäter in der Bank hatten, der nun aber ebenfalls tot ist. Lena kommt ein unerhörter Verdacht: Der Mann der Fililalleiterin ist Polizist, beide sind hoch verschuldet. Könnte er der dritte Mann sein?

    Regisseur Glasner hat in den letzten Jahren immer wieder mit außergewöhnlichen Filmen auf sich aufmerksam gemacht. Gerade seine Krimis und Thriller („Sexy Sadie“, „Schimanski muss leiden“, „Das Staatsgeheimnis“) zeichnen sich dadurch aus, dass sie neben ungewöhnlichen Inszenierungseinfällen stets gebrochene Hauptfiguren zeigen. Auch Lena Odenthal fragt sich irgendwann, ob ihr Verdacht gegen den Kollegen nicht aus dem Misstrauen sich selbst gegenüber herrührt; schließlich ist völlig offen, ob sie ihren Beruf je wieder ausüben kann. Höchst reizvoll ist auch die Idee, den „ewigen Zweiten“, Kopper, stärker ins Zentrum zu rücken. Die in vielerlei Hinsicht schillerndste Figur aber ist der überkorrekte, stets sorgfältig formulierende neue Kollege Koppers (Lena nennt ihn spöttisch „den Seitenscheitel“), dem Justus von Dohnányi so manche Miniatur mitgibt. tpg.

Kommentare