Tatort: Falsches Leben

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   2009
Tatort: Falsches Leben Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Tatort: Falsches Leben: Die Leipziger Kommissare müssen eine Brandstiftung mit Todesfolge untersuchen...

Die Ermittlungen in einem Fall von Mord und Brandstiftung entwickeln sich für Eva Saalfeld mehr und mehr zu einer Zeitreise: Im Zuge der Recherchen trifft sie auf einen Kollegen ihres früh verstorbenen Vaters. Die beiden Männer waren 1968 als Polizisten an der gewaltsamen Räumung einer Kirche beteiligt. Zu den Verhafteten gehörte damals auch eine Frau. Sie brachte im Zuchthaus einen Sohn zur Welt, der ihr umgehend weggenommen wurde. Er ist der Tote, dessen Mörder Saalfeld sucht.

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Kritikerrezensionen

  • Wenn es im Leipziger „Tatort“ der neueren Zeitrechnung bislang um Vergangenheit ging, war in der Regel die einstige Ehe des Ermittler-Duos gemeint. Diesmal aber steht ein Vorfall im geistigen Zentrum, der vierzig Jahre zurückliegt.

    1968 wurde die Paulinerkirche gesprengt. Die Zerstörung des über siebenhundert Jahre alten Gotteshauses, das wie durch ein Wunder den Zweiten Weltkrieg überdauert hatte und als Universitätskirche diente, sollte symbolisch den geistigen Widerstand gegen das Regime brechen. Geschickt verknüpft das Drehbuch von Andreas Pflüger („Operation Rubikon“) die Vergangenheit auf gleich mehreren Ebenen mit der Gegenwart.

    Gerade für Eva Saalfeld (Simone Thomalla) entwickeln sich die Ermittlungen in einem Fall von Mord und Brandstiftung mehr und mehr zu einer Zeitreise: Bei der Suche nach dem Mörder trifft sie auf einen Kollegen (Volkmar Kleinert) ihres früh verstorbenen Vaters. Beide waren als Polizisten damals an der gewaltsamen Räumung der Kirche beteiligt. Verwirrt fragt sich die Kommissarin, ob sie das Bild ihres verehrten Vaters revidieren muss. Und noch jemand kann die Vergangenheit nicht ruhen lassen: Zu den Verhafteten gehörte auch die damals schwangere Kunsthistorikerin Hannah Wessel (Thekla Carola Wied). Im Zuchthaus brachte sie einen Sohn zur Welt, der ihr sofort weggenommen wurde; sie selbst wurde später in den Westen ausgewiesen. Erst Jahrzehnte später fand sie den Jungen wieder. Jetzt aber wurde er ihr ein zweites Mal genommen, und diesmal für immer: Er war der Tote im abgebrannten Jugendzentrum. Erst nach und nach stellt sich außerdem raus, welche Rolle ein Antiquitätenhändler (Dieter Mann) und seine Tochter (Lavinia Wilson) bei der ganzen Sache spielen.

    Schon allein die Komplexität der Handlung ist imposant: Auf faszinierende Weise lässt Andreas Pflüger die verschiedenen Lebenslinien einander immer wieder kreuzen. Trotzdem gelingt es dem großen Hajo Gies, der mit einigen eher seichten Werken („Alpenglühen“) schon drauf und dran war, seinen Ruf als Vater von „Schimanski“ aufs Spiel zu setzen, die Geschichte flüssig als Krimi zu erzählen. Allerdings wird die Inszenierung mehrfach leicht gebrochen. Ein hübscher Einfall ist beispielsweise das wiederholte Verschwinden der Historikerin, die sich ständig mitten im Gespräch mit Saalfelds Kollegen Keppler (Martin Wuttke) in Luft aufzulösen scheint. Originell sind auch die Dutzende von Mobiles, die Hannah Wessels Sohn aus den Deckeln von Konservendosen gebastelt hat. Randereignisse wie die regelmäßig ruppigen Zusammenstöße zwischen Saalfeld und diversen Jugendlichen oder zwei Kindern, die ihr mit Krachern und Wasserbomben allerlei Streiche spielen, sorgen zudem für eine reichlich raue Atmosphäre. Allzu durchschaubar ist allein der uralte Trick, mit dem Saalfeld und Keppler den Mörder schließlich aufs Kreuz legen: Kaum zu glauben, dass heute noch jemand auf die Taktik „Guter Bulle, böser Bulle“ reinfällt. tpg.

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