Tatort: Eine bessere Welt

  1. Ø 5
   2011
Tatort: Eine bessere Welt Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Tatort: Eine bessere Welt: 800. Tatort und erster Fall für das neue Frankfurter "Tatort"-Duo Nina Kunzendorf und Joachim Król, die damit Andrea Sawatzki und Jörg Schüttauf ablösen.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Der HR verblüfft im 800. „Tatort“ mit einem völlig neuen Typ der TV-Kommissarin

    Nach über dreißig Jahren „Tatort“ und 799 Krimis ist die Suche nach innovativen Ansätzen eine vermutlich größere Herausforderung als im richtigen Leben die Fahndung nach einem Mörder. Mit seinem neuen Duo beweist der HR viel Mut: Joachim Król mögen nach Brunetti, Lutter und diversen weiteren Schnüfflern kaum noch Variationsmöglichkeiten bleiben, aber die Partnerin an seiner Seite ist ein derart schräger Entwurf, dass sie ihm radikal die Schau stiehlt. Ausgerechnet Nina Kunzendorf, die so oft düstere Frauenschicksale verkörpern muss, versieht Kommissarin Conny Mey mit derart viel Attraktivität und Ausstrahlung, dass der Kollege vor lauter Introvertiertheit fast autistisch wirkt. Und weil Kleider Leute machen, ist die Ermittlerin nicht nur auffällig und bunt gekleidet, sie sorgt mit knallenger Jeans und offenherzigem Dekolletee auch für mehr Sexappeal als all die anderen Sonntagskolleginnen zusammen. Kollege Steier, ein alter Fuchs und Einzelgänger, verkörpert dagegen eher die inneren Werte. Króls verzögertes Spiel ist der denkbar größte und damit ein wunderbarer Kontrast zu dem Paradiesvogel an seiner Seite.

    Und da man beim HR einmal dabei war, mit Konventionen zu brechen, ist dieser erste Fall fürs neue Team auch ein Krimi ohne Mord. Selbst wenn Steier die Kollegin belehrt, es heiße aus gutem Grund nicht „Mordverhinderungskommission“: Genau darum geht es. Sven Döring (Justus von Dohnányi), Vater eines überfahrenen jungen Mannes (Frederick Lau), hat sich in die fixe Idee verrannt, eine Frau habe seinen vor einem Jahr überfahrenen und seither im Koma liegenden Sohn auf dem Gewissen. Die junge Mariam (Vicky Krieps) aber hatte mit dem Unfall nichts zu tun, zumindest nicht direkt, wie sich später zeigt; sie hat damals bloß den Notarzt gerufen. Döring jedoch ist so besessen von seiner Überzeugung, dass er Selbstjustiz walten lassen will. Seine entsprechenden Drohungen sind zwar unzweifelhaft, aber dennoch zu subtil, um ihn festzunehmen. Mey und Steier bleibt nichts anderes übrig, als ihren Feierabend zu opfern und Mariam zu überwachen.

    Die Geschichte mag nicht spektakulär klingen, ist aber enorm dicht erzählt. Lars Kraume (Buch und Regie) hat nicht nur das neue „Tatort“-Team geschaffen; er sorgt auch dafür, dass sich Spannung und Spannungen auf mehreren Ebenen entwickeln, denn neben den offenkundigen Thriller-Elementen lebt der Krimi naturgemäß zu großen Teilen auch von den hingebungsvoll ausgelebten Diskrepanzen zwischen den beiden Hauptfiguren. tpg.

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