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Tatort: Du allein

Filmhandlung und Hintergrund

Der Thriller aus Stuttgart über eine vermeintliche Heckenschützin ist ein klasse Krimi, der immer wieder unerwartete Haken schlägt.

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Kritikerrezensionen

  • Tatort: Du allein: Der Thriller aus Stuttgart über eine vermeintliche Heckenschützin ist ein klasse Krimi, der immer wieder unerwartete Haken schlägt.

    Der Thriller aus Stuttgart über eine vermeintliche Heckenschützin ist ein klasse Krimi, der immer wieder unerwartete Haken schlägt.

    Der Auftakt erinnert an den Klassiker „Dirty Harry“ mit Clint Eastwood: Ein Heckenschütze erschießt eine scheinbar wahllos aus der Menge herausgepickte Frau und erpresst die Stadt Stuttgart zur Zahlung von drei Millionen Euro, ansonsten werde jeden Tag ein weiteres Opfer folgen. Tatsächlich erzählt Wolfgang Stauch jedoch eine völlig andere Geschichte. Das dämmert auch Lannert und Bootz (Richy Müller, Felix Klare), als die Geldübergabe scheitert, obwohl der Erpresser äußerst raffiniert vorgegangen ist. Prompt folgt ein zweiter Mord. Als die Kommissare nach Verbindungen zwischen den Opfern suchen, stoßen sie eher zufällig auf einen Vorfall, in den noch zwei weitere Menschen verwickelt waren; auch sie stehen auf der Todesliste.

    „Du allein“ folgt also dem klassischen Thriller-Konzept: Natürlich wollen die Ermittler den Täter finden; aber es geht erst mal darum, weitere Morde zu verhindern. Trotz des offenkundigen Nervenkitzels bezieht der Film seine Dramatik keineswegs nur aus den packend inszenierten Spannungsmomenten. Mindestens genauso intensiv sind die verzweifelten Bemühungen der Soko, Zusammenhänge und Hintergründe aufzudecken. Die entscheidende Qualität des Drehbuchs liegt jedoch in den Haken, die die Geschichte schlägt: Jedes Mal, wenn man glaubt, Stauch auf die Schliche gekommen zu sein, überrascht er mit einer neuen Wendung. Den Kommissaren geht es nicht anders: Endlich können sie jemanden verhaften, der Fall scheint gelöst, es gibt keinerlei Zweifel an der Schuld der Person. Tatsächlich liegen sie im Prinzip gar nicht falsch; und trotzdem komplett daneben. Selbst alten Krimihasen gibt Stauch („Emma nach Mitternacht“) damit ein echtes Rätsel auf. Dass er dabei ähnlich wie in seinem Drehbuch zu „Anne und der Tod“ (2019), dem vorletzten „Tatort“ aus Stuttgart, unmerklich mit den Zeitebenen spielt, vergrößert den Reiz sogar noch.

    Das aufwändige „Tatort“-Debüt von Regisseurin Friederike Jehn ist der 25. Fall für Lannert und Bootz. Die leitmotivisch eingesetzten Songs des Duos Isobel Campbell & Mark Lanegan sorgen für eine zunächst irritierende, mit zunehmender Dauer aber immer plausibler werdende Emotionalität, die signalisieren soll: Die Mörderin ist kein Monster. Auf diese Weise wird der Film in der zweiten Hälfte, als zumindest den Zuschauern die Identität der Täterin offenbart worden ist, zunehmend auch zum Drama. Bildgestaltung (Andreas Schäfauer) und Thrillermusik (Lorenz Dangel) sind ebenso vorzüglich wie die ausnahmslos sehr guten darstellerischen Leistungen, aber die Basis eines herausragenden Films ist in der Regel ein außergewöhnlich gutes Drehbuch; der Film ist von einer gerade auch in kleinsten Details imponierenden Schlüssigkeit und Originalität. tpg.

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