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Auftakt-Fall für das neue Dresdner "Tatort"-Ermittlerteam, bestehend aus Karin Hanczewski, Alwara Höfels und Martin Brambach.

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Kritikerrezensionen

  • Tatort: Auf einen Schlag: Auftakt-Fall für das neue Dresdner "Tatort"-Ermittlerteam, bestehend aus Karin Hanczewski, Alwara Höfels und Martin Brambach.

    „Egoist“ sang Roland Kaiser als Schlagerstar im „Tatort: Summ, Summ, Summ“ - derer viele gibt es nun im bitterbösen ersten Fall der Dresdner Neo-Ermittler.

    Umbesetzung bzw. Neubesetzungen sind beim „Tatort“ en vogue. Patrick Obozen unterstützt als erster schwuler Kollege die Kölner Ermittler, „Die Neue“ in Person von Lisa Bitter geht in Ludwigshafen Lena Odenthal gewaltig auf die Nerven und in München überlassen Batic und Leitmayr Ferdinand Hofer alias Kalli Hammermann gerne die Routinearbeiten - Brotzeitholen inklusive. Kompletter Personalwechsel ist beim MDR angesagt. Politisch korrekt und mit Blick auf die heiß diskutierte Frauenquote haben in Dresden ab sofort die Frauen das Sagen - Alwara Höfels und Karin Hanczewski als Oberkommissarinnen, Jella Haase als Polizeianwärterin.

    „Drei Engel für Dresden“ wurde launig getitelt, darüber gerne Martin Brambach als Kommissariatsleiter vergessen, der gleich im ersten Fall „Auf einen Schlag“ beweist, was für ein Ausnahmekönner er ist - und spätestens seit seinen Auftritten in „Der Fall Barschel“ bzw. „Die Stadt und die Macht“ ohnehin jeden Preis verdient, den die Republik zu vergeben hat. Ganz „old school“ findet er es normal, dass Frauen Männern Kaffee kochen, über rassistische Witze - „Neger im Kohlenkeller“ - kann er lachen und sein Umgangston ist gelinde gesagt rüde: „Ich haue Ihnen so lange auf die Flossen, bis Sie entweder hier richtig sind oder wieder verschwinden.“ Dennoch steht er im Zweifelsfall voll hinter seinen „Mädels“, die sich im Volksmusikmilieu auf Tätersuche begeben.

    Die männliche Hälfte des Schlagerduos Toni & Tina ist erschlagen worden, ihr glückloser Manager Rollo Marquardt (Hilmar Eichhorn) gerät schnell unter Verdacht, dessen aalglatter Konkurrent Pschorrek (Andreas Guenther) hat etwas zu verbergen und Superfan Walther (Michael Specht alias Christian Mock), eine im Wortsinn arme Sau, war auf den Ermordeten schlecht zu sprechen. Teils klassischer „Whodunit“, teils ironischer, tempo- und wendungsreicher Kriminalfilm ist die virtuos gehandhabte Regiearbeit von Richard Huber („Tatort: Der irre Ivan“), zu der Ralf Husmann („Stromberg„) das giftige, dialogstarke Drehbuch geschrieben hat. Kornblumenblau strahlt der Himmel, in Wirklichkeit Fotostellwand vor der eine Dirndl-gewandete Sachsen-Maid ihren Playback-Auftritt probt: „Wer braucht New York wenn er auch Zwickau haben kann“…

    Trügerisch ist der Schein, von den lichtdurchfluteten Bildern Robert Berghoffs darf man sich nicht täuschen lassen. Abgründe tun sich bald auf. Hopsasa, Tralala und falsche (N)ostalgie, es wird gelogen, gesoffen und geprügelt, wer aus der Reihe tanzt gnadenlos bestraft. Eine Verfolgungsjagd auf einem Elbdampfer gefällt als Actionhighlight, vielschichtig sind die allesamt präzise gezeichneten Figuren - besonders interessant ist der Part von Haase, die gekonnt gegen ihr „Fack Ju Göhte„-Image anspielt - die Strafe dafür folgt auf den Fuß. Ein atemberaubender Tiefschlag. Genauso wie das Schlussbild. Ein vielversprechender Auftakt des gut harmonierenden Teams. Weiter so! geh.

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