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Von Klos und Klößen: Der Krimi aus Weimar mit Christian Ulmen und Nora Tschirner ist gewohnt kurzweilig und reich an Kalauern.

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  • Tatort: Die robuste Roswita: Von Klos und Klößen: Der Krimi aus Weimar mit Christian Ulmen und Nora Tschirner ist gewohnt kurzweilig und reich an Kalauern.

    Von Klos und Klößen: Der Krimi aus Weimar mit Christian Ulmen und Nora Tschirner ist gewohnt kurzweilig und reich an Kalauern.

    „Die Fette Hoppe“ hieß der erste Fall, den das Ehepaar Lessing und Dorn im Dezember 2013 zu lösen hatte. Der Titel war keineswegs als Verunglimpfung gemeint: Die Fette Hoppe war eine beliebte Wurst. Ähnlich verhält es sich mit der „Robusten Roswita“. Es gibt zwar auch eine Frau gleichen Namens, doch der Titel bezieht sich auf eine Kartoffelsorte, denn die Handlung dreht sich um eine Kloßmanufaktur; Klöße sind neben Wurst „das zweite große Ding in Thüringen“. Es geht aber auch um Klos, und wer eine Strichliste über die Wortspiele rund um den Themenkomplex Klos und Klöße führen möchte, hat viel zu tun. Das Drehbuch stammt erneut vom Duo Andreas Pflüger und Murmel Clausen, das mit Ausnahme von „Der kalte Fritte“ (nur Clausen) alle „Tatort“-Episoden mit Dorn und Lessing geschrieben hat. Die diesmal wieder besser als zuletzt funktionierende Mischung aus Heiterkeit und Krimispannung könnte auch mit dem Regisseur zu tun haben: Richard Huber hat schon bei „Dr. Psycho“ und „Kreutzer kommt“ bewiesen, wie gut er Krimi und Komödie kombinieren kann.

    Wie stets müssen Lessing und Dorn (Christian Ulmen, Nora Tschirner) einen Fall aufklären, der recht grotesk ist. Tatsächlich dürfte es sich beim gewaltsamen Ableben von Kloßfabrikant Hassenzahl um eine Premiere im deutschen Fernsehen handeln: Der Firmenchef ist granuliert worden. Nicht weniger aberwitzig ist die Ebene mit der vermeintlichen Titelheldin: Vor sieben Jahren ist Roswita Hassenzahl spurlos verschwunden. Kommissariatsleiter Stich (Thorsten Merten) ist bis heute überzeugt, der nun seinerseits gemeuchelte Hassenzahl habe die Gattin umgebracht. Die ist jedoch putzmunter, sie hat damals bloß das Gedächtnis verloren und ist im Wald von Sanitärreiniger Schnecke (Nicki von Tempelhoff) aufgelesen worden. Seither leben der ehemalige Trickbetrüger und die frühere Kloßkönigin in einträchtiger Liebe als Klomann und Klofrau zusammen.

    Im Großen und Ganzen bleibt der siebte „Tatort“ aus Weimar dem Muster der bisherigen Episoden treu. Das ist zwar konsequent, aber der Überraschungseffekt des ersten Films, als diese Farbe für den „Tatort“ noch neu war, ist natürlich schon lange dahin. Die Dialogduelle zwischen Ulmen und Tschirner sind nach wie vor amüsant, wirken mittlerweile aber auch etwas routiniert, zumal sie ebenfalls nach dem immergleichen Schema ablaufen. Trotzdem macht es Spaß, den beiden zuzuschauen, weil sie ihre Kalauer knochentrocken vortragen. Außerdem sind die weiteren Mitglieder des Ensembles adäquate Ergänzungen. Das gilt vor allem für Milena Dreissig, die ihre Roswita mit einer aparten Mischung aus Verhuschtheit und neu gewonnenem Selbstbewusstsein versieht. Sehenswert ist der Film nicht zuletzt wegen der irrwitzigen Wendungen, die die absurde Geschichte immer wieder nimmt. tpg.

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