Tatort: Der tote Chinese

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   2008
Tatort: Der tote Chinese Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Tatort: Der tote Chinese: Die Frankfurter Kommissare bekommen es nicht nur mit einem chinesischen Mordopfer zu tun, sondern auch mit dessen Doppelgänger...

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Kritikerrezensionen

  • Zwei Wochen zuvor hatte ein „Tatort“ aus Frankfurt („Waffenschwestern“) noch gute Chancen auf den Titel des zwar skurrilsten, aber auch spannungsärmsten Krimi des Jahres. Hendrik Handloegten zeigt, wie man eine Geschichte rund um ein sehenswertes Ensemble erzählt, sie mutwillig verrätselt und auf diese Weise für durchgängige Spannung sorgt, ohne dass ein einziger Schuss fällt: Das obligate Todesopfer ist im Fitnessraum des Frankfurter Flughafenhotel unter einer Hantel erstickt.

    Und das ist bei weitem nicht das einzige ungewöhnliche Detail dieses Falles (Buch: Handloegten und David Keller), der Charlotte Sänger (Andrea Sawatzki) und ihren zum Glück wieder mitwirkenden Kollegen Dellwo (Jörg Schüttauf) vor ein absolutes Rätsel stellt. Der Tote ist, wie der Titel verrät, Chinese. Ein Landsmann (Chike Chan) macht sich nun zunutze, dass die Mitglieder seines Volkes für Europäer nur schwer auseinander zu halten sind und schlüpft in seine Identität; und so wird aus dem Putzmann Wan der Import/Export-Händler Tony Wang. Wans Familie lebt in Amerika; da kommt ihm Wangs Ticket nach New York gerade Recht. Allerdings kann er natürlich nicht ahnen, dass Wang in krumme Geschäfte verwickelt war. Verständlicherweise nehmen es dessen deutschen Kumpane (Andreas Schmidt, Thorsten Merten) dem Putzmann übel, dass er sie am vereinbarten Treffpunkt, dem Check-In-Schalter, so schnöde ignoriert. Deshalb landet Wan nicht in New York, sondern in einer Lagerhalle, wo ihm die beiden übel mitspielen. Derweil werden Sänger und Dellwo mit 600 Chinesen konfrontiert, die im Airport-Hotel eine Tagung besuchen. Deren Veranstalter ist ein Zeitgenosse, den man vor allem deshalb zwielichtig findet, weil Matthias Brandt ihn verkörpert; aber das reicht nun mal für einen gewissen Anfangsverdacht, der sich später auch als ziemlich begründet entpuppt.

    Neben den diversen Kommunikationsversuchen, bei denen die Mitwirkenden gern aneinander vorbei reden (und das nicht nur, weil sie unterschiedliche Sprachen sprechen), imponiert dieser „Tatort“ nicht zuletzt durch seine Vielschichtigkeit; selbst wenn es eine Weile dauert, bis man sich zwischen den verschiedenen Ebenen orientiert hat. Handloegten („Liegen lernen“), vor sieben Jahren für seinen wunderbaren Debütfilm „Paul is dead“ gleich mit einem Adolf Grimme Preis ausgezeichnet, gelingt es sogar, den alles andere als komischen Hintergrund der Handlung (Wang ist in Menschenhandel und moderne Sklaverei verstrickt) mit hübschen Momenten der Heiterkeit zu verknüpfen; etwa wenn Dellwo und Sänger gleichzeitig in irgendwelchen telefonischen Warteschleifen stecken. Humoristische Kleinodien sind auch die wenigen Szenen mit Kida Khodr Ramadan („Knallhart“) als Geschäftsmann aus Tadschikistan, dessen Radebrechungen („Ich weiß nix wo Augenschlitz“) für viel Fröhlichkeit sorgen. Ein würdiger Abschluss fürs „Tatort“-Jahr, der zudem den letzten HR-Krimi „Waffenschwestern“ zum Negativausreißer macht. tpg.

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