Filmhandlung und Hintergrund

Drehbuch-Debüt von Krimiautorin Thea Dorn, Fernseh-Debüt von Regisseurin Vanessa Jopp: Eine zarte, ungeheuer selbstlose Blondine verliert auf ganz unzarte Weise ihren Ehemann...

Der chronisch übel gelaunte Gaststätteninhaber Herbert liegt ermordet an seinem Arbeitsplatz. Kommissarin Inga Lürsen und Kompagnon Stedefreund von der Bremer Kripo nehmen die Ermittlungen auf. Herbert war Familienvater, und auf seine Leiche stieß seine Frau Laura. Sie kommt nun so gar nicht in den Verdacht, etwas mit dem Mord zu tun zu haben: naiv, in ihrer eigenen Welt lebend, hat sie doch ein großes Herz für jeden, dem sie unter die Arme greifen kann. Stedefreund aber hält das für eine Masche.

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Kritikerrezensionen

  • Tatort: Der schwarze Troll: Drehbuch-Debüt von Krimiautorin Thea Dorn, Fernseh-Debüt von Regisseurin Vanessa Jopp: Eine zarte, ungeheuer selbstlose Blondine verliert auf ganz unzarte Weise ihren Ehemann...

    Leichen pflastern ihren Weg: Wer immer auch sich all zu lange in der Nähe von Laura Kern aufhält, muss damit rechnen, alsbald das Zeitliche zu segnen. Eines Tages liegt auch ihr aktueller Gatte in seinem Blute, gemeuchelt angeblich von maskierten Männern, die das Lokal des Ehepaars überfallen haben. Zum Beweis ihrer Unschuld hat auch Laura Kern eine klaffende Wunde vorzuweisen. Vielleicht hätte das Ermittler-Team den Fall gleich zu den Akten gelegt, wenn Kommissar Stedefreund (Oliver Mommsen) sich nicht gerade mitten in seiner Scheidung befände und daher allen Frauen mit gesunder Skepsis begegnet. Auch wenn sich seine Chefin Inga Lürsen (Sabine Postel) zunächst gegen den Sexismus des Assistenten wehrt: Nach und nach kratzen die beiden den Lack von der gutbürgerlichen Fassade. Sie entdecken, dass Frau Kern ein Verhältnis mit einem Apotheker (Marek Harloff) hat und stoßen zudem auf weitere Leichen; zwar nicht im Keller, aber in den Akten.

    Dieser „Tatort“ aus Bremen, „Der schwarze Troll“, basiert auf dem ersten verfilmten Drehbuch von Romanautorin Thea Dorn. Die Geschichte von der stillen Killerin ist nicht ganz neu, wartet aber immerhin mit einer originellen psychischen Krankheit auf: dem Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom. Menschen, die daran leiden, morden leise, aber präzise; anschließend verdrängen sie die Tat derart erfolgreich, dass sie jeden Test mit einem Lügendetektor spielend bestehen würden. Dorn bettet den Krimi in ein Beziehungsgeflecht, das mitunter allerdings allzuweit von der eigentlichen Handlung fortführt. Da muss dann auch die Tochter der Kommissarin im Krankenhaus liegen, damit ihre Mutter immer wieder telefonisch vom Krankenbett gerufen wird und Laura Kern zufällig begegnen kann. Die wiederum ist angeblich erst Ende zwanzig, sieht aber mindestens zehn Jahre älter aus; dass der doch noch sehr junge Apotheker ihr dermaßen verfällt, akzeptiert man nur mit Mühe.

    Ohnehin muss die Theaterschauspielerin Judith Engel in ihrer ersten TV-Hauptrolle derart verhärmt, verhuscht, zerbrechlich und wie das typische Opfer aussehen, dass man schon allein vom Zuschauen ganz zappelig wird. Wenn schon Krimi, dann wäre es eindeutig glaubhafter gewesen, diese Person hätte dran glauben müssen. „Laura ist ein Engel“, säuselt der Apotheker zwar, doch dieser Engel hat’s faustdick hinter den Flügeln. Außerdem inszeniert Vanessa Jopp ihren ersten „Tatort“ derart düster und freudlos, dass man den Darbietungen nicht immer mit rechter Hingabe folgen mag. tpg.

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