Filmhandlung und Hintergrund

Klara Blums jüdischer Freund Jakob, der in seiner Heimatgemeinde Straßburg das Amt des Schächters ausübt, gerät unter Mordverdacht.

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Kritikerrezensionen

  • Tatort: Der Schächter: Klara Blums jüdischer Freund Jakob, der in seiner Heimatgemeinde Straßburg das Amt des Schächters ausübt, gerät unter Mordverdacht.

    „Die hohe Schule des Dilettantismus“, schimpft der Staatsanwalt, und man kann ihm beim besten Willen nicht widersprechen; selbst wenn er der Widerling in dieser Geschichte ist und die Kommissarin die klare Sympathieträgerin. Weil die Dame ihre Mobiltelefone zu verlieren pflegt, muss ihre Assistentin jedesmal ins Auto steigen und die Chefin irgendwo am See suchen: lächerlich. Außerdem rächt es sich selbstredend.

    Doch der Reihe nach. Auf einem Campingplatz am Bodensee ist angeblich die Leiche eines Kindes gesehen worden. Hauptkommissarin Klara Blum (Eva Mattes) eilt zum Tatort, findet jedoch nichts. In den Notizen des etwas beschränkten Zeltplatzwächters (Ulrich Bähnk) stößt sie allerdings auf einen Hinweis. In einer menschenleeren Gegend entdeckt sie tatsächlich den toten Jungen. Da sie kein Telefon dabei hat, muss sie erst eine Zelle suchen. Künstlerpech: Als sie mit der Spurensicherung zum Fundort zurückkehrt, ist die Leiche erneut verschwunden.

    Kurz darauf taucht der leblose Körper wieder auf, und zwar auf dem Grundstück von Jakob Leeb, einem Juden (Nikolaus Paryla), mit dem Klara innig befreundet ist. Als einziger aus seiner Familie überlebte er einst die Deportation in ein Konzentrationslager; seither lebt er in Straßburg. Die ganze umständliche Einführung entpuppt sich als mutwilliges Konstrukt: Da der Junge mit einem Schnitt ermordet wurde, der an die Praktiken des Schächtens erinnert, und Klaras Freund zufälligerweise eben dieser Tätigkeit in seiner Heimatgemeinde nachgeht, hat Staatsanwalt Bux (Hannes Hellmann) seinen Hauptverdächtigen.

    Jetzt endlich wird klar, worauf Autor Fred Breinersdorfer hinauswollte: keinen Krimi erzählen, sondern eine Geschichte über Antisemitismus. Natürlich bezieht der Film einen Großteil seines Reizes daraus, dass Klara Blum gegen einen Freund ermitteln soll; natürlich weigert sie sich. Und damit auch jeder Zuschauer mitbekommt, wer in dieser Geschichte die Guten und wer die Bösen sind, darf der Staatsanwalt im Verein mit der örtlichen Presse demonstrative Antisemitismen von sich geben.

    Gegen diese Übermacht steht die Kommissarin auf verlorenem Posten. All dies aber ist nötig, weil Breinersdorfer unbedingt eine Geschichte nach dem Motto „Der Schoß ist fruchtbar noch“ erzählen wollte. Staatsanwalt, Richterin, selbst die Menschen auf der Straße: Sie alle scheinen nun gegen Jakob Leeb zu sein.

    Immerhin: Die Darsteller sind ausgezeichnet, allen voran Hellmann als Staatsanwalt und Ulrich Bähnk als vermeintlich gutmütiger Autist. Allein Eva Mattes gibt mitunter zu sehr das große Mädchen. Und ein bisschen weniger Zeitlupe bei der Inszenierung (Jobst Oetzmann) hätt’s auch getan. tpg.

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