Tatort: Das namenlose Mädchen

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   2006
Tatort: Das namenlose Mädchen Poster
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Filmhandlung und Hintergrund

Tatort: Das namenlose Mädchen: Charlotte Lindholm versucht den Mord an einer jungen Babysitterin sowie deren wirkliche Identität aufzuklären.

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Kritikerrezensionen

  • Erneut wagt sich der NDR mit dem „Tatort“ aus Niedersachsen auf neue Wege: Charlotte Lindholm ist schwanger, was sich bei der Suche nach dem Mörder eines Mädchens nicht immer als hilfreich erweist.

    Vom Ende her betrachtet ist die Geschichte dieses „Tatorts“ aus Niedersachsen eine zutiefst ergreifende Verkettung unglücklicher Umstände. Aus Sicht von Charlotte Lindholm aber präsentiert sich der Fall als komplettes Rätsel: In Osnabrück ist eine junge Frau tot in einem leeren Güterwaggon gefunden worden. Sie war Irin und Gast an der Fachhochschule; allerdings stimmten weder Name noch Alter. Das Interesse des Mädchens galt offenbar vor allem einem bestimmten Dozenten (Martin Feifel). Ihren Aufenthalt hat sie sich als Babysitterin bei einer Familie verdient, die gerade einen furchtbaren Schicksalsschlag verkraften muss: Der kleine hyperaktive Sohn ist beim Frühstück an seinem Toast erstickt.

    Gerade im Vergleich zu diesen düsteren Momenten wirkt der parallel erzählte Strang mit der Ermittlerin (Maria Furtwängler) wie ein heiterer Kontrapunkt: Charlotte Lindholm ist schwanger. Beim Apotheker bekommt sie kaum das Wort „Schwangerschaftstest“ über die Lippen, daheim lässt sie das Gerät ins Klo fallen. In Osnabrück macht sie sich im Büro des Staatsanwalts (Bjarne Mädel) breit, der prompt sein Revier in Gefahr sieht. Später wird er die LKA-Beamtin für unfähig halten und damit gar nicht so falsch liegen. Als die Spuren der toten Irin zu den Eltern des toten Jungen führen, tritt die ahnungslose Lindholm ins nächste Fettnäpfchen, als sie wissen will, warum die Familie denn keinen Babysitter mehr braucht. Fast zu weit treibt es das Autorenpaar Matthias Keilich und Khyana el Bitar mit dem Einfall, Charlottes Mitbewohner Martin (Ingo Naujoks) ein Techtelmechtel just mit Lindholms eifriger Osnabrücker Kollegin (Henriette Heinze) anzudichten, was zu weiteren Verwicklungen führt. So steht schließlich die Mutter (Ulrike Krumbiegel) des toten Jungen entsetzt vor einem leeren Grab: Niemand hatte sie über die Exhumierung informiert.

    Dank der Inszenierung Michael Gutmanns aber liegt jeder Gedanke an Slapstick fern. Ausgerechnet die sonst so kühle, souveräne Charlotte Lindholm wirkt regelrecht fragil; Furtwänglers Idee mit der Schwangerschaft entpuppt sich als äußerst reizvoll. Geschickt und keineswegs plump macht sich die Geschichte die Sensibilität der Kommissarin zunutze: Natürlich geht ihr das Schicksal des Jungen nun besonders nahe. Furtwängler wiederum hat einen ausgezeichneten Mit- und Gegenspieler: Martin Brambach, derzeit im Kino als KZ-Mörder zu sehen („Die Fälscher“), verkörpert die Verzweiflung des tief getroffenen Vaters ungemein überzeugend; und Charlotte Lindholm bricht angesichts des Leids der Eltern in Tränen aus. Ein mutiger und faszinierender Versuch des NDR, die gewohnten „Tatort“-Pfade zu verlassen. tpg.

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