Filmhandlung und Hintergrund

Mit seinem "Tatort"-Debüt ist Nicolai Rohde ein bemerkenswerter Rachekrimi gelungen - 9. Fall für das Duo Müller/Klare.

Als ein Bauunternehmer durch die Schaufel eines Baufahrzeugs zerquetscht wird, stehen die Stuttgarter Kommissare vor einem Rätsel. Der Fall wird noch undurchsichtiger, als kurz darauf eine gefesselte Frau auf einem Feldweg von einem Auto überrollt wird. Der Mörder hat an beiden Tatorten das Foto eines Mädchens zurückgelassen. Lange suchen die Ermittler in den Biografien der beiden Mordopfer vergeblich nach einer Überschneidung ihrer Lebenswege. Aber dann dämmert ihnen, dass Opfer auch Täter sein können.

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Kritiken und Bewertungen

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Kritikerrezensionen

  • Tatort: Das erste Opfer: Mit seinem "Tatort"-Debüt ist Nicolai Rohde ein bemerkenswerter Rachekrimi gelungen - 9. Fall für das Duo Müller/Klare.

    Ein richtig guter Krimi ist wie das griechische Sagenwesen Hydra. Hatte ein tollkühner Held der Schlange mit den neun Köpfen ein Haupt abgeschlagen, wuchsen ihr prompt zwei neue.

    Übertragen auf den Krimi heißt das: Jede Antwort führt zu neuen Fragen. Auf diese Weise entwickelt dieser „Tatort“ aus Stuttgart eine überraschende Komplexität, denn je mehr Fakten die beiden Kommissare und ihre Sonderkommission zusammentragen, um so verzwickter wird der Fall. Selbst versierte Krimifans werden erst spät auf die verblüffende Lösung kommen (Buch: Stephan Brüggenthies, Leo P. Ard, Birgit Grosz).

    Davon abgesehen fällt „Das erste Opfer“ auch durch eine fesselnde Umsetzung aus dem Rahmen. Gemeinsam mit Musik (Johannes Kobilke) und Bildgestaltung (Jürgen Carle) erzeugt Regisseur Nicolai Rohde in seinem „Tatort“-Debüt eine intensive Spannung. Nicht nur deshalb werden zartbesaitete Zuschauer zwischendurch wegschauen: Das erste Opfer wird durch die Schaufel eines Baufahrzeugs zerquetscht. Das ist natürlich nicht zu sehen, aber die Bilder im Kopf sind ja in der Regel ungleich schlimmer als das Geschehen auf dem Bildschirm. Das gilt auch für den zweiten Mord: Eine Frau kommt gefesselt und geknebelt auf einem Feldweg zu sich und wird von einem Auto überrollt.

    Trotzdem hat Rohde den Film nicht plakativ inszeniert. Seinen Reiz bezieht der Krimi ohnehin nicht aus der Brutalität der Morde, sondern aus der Frage, wie sie zusammenhängen. Dass sie beide vom selben Täter begangen worden sind, steht bald außer Zweifel, zumal bei beiden Leichen das Foto einer jungen Frau gefunden wird. Lange suchen die Ermittler vergeblich nach einer Überschneidung der Lebensläufe des Bauunternehmers und der Restaurantbesitzerin. Noch unklarer ist die Rolle, die Anwalt Joswig (Hans-Werner Meyer) in dem Fall spielt: Ihm galt der letzte Anruf des ersten Opfers, obwohl Joswig sagt, er habe den Mann seit seiner Studienzeit nicht mehr gesehen. Das mobile Telefon des Toten wird schließlich auf dem Grundstück eines früheren Staatsanwalts (Peter Kremer) gefunden. Endlich dämmert den Polizisten, dass Opfer auch Täter sein können.

    Mit zunehmender Dauer werden Geschichten und Figuren immer undurchsichtiger, bis die Kommissare schließlich doch entdecken, an welchem Punkt sich die Lebenswege der Personen auf fatale Weise gekreuzt haben. Dank ihrer Komplexität hätte die Krimiebene daher als Handlung völlig genügt. Dass sich Lannert (Richy Müller) allmorgendlich über einen Nachbarn ärgert und Bootz (Felix Klare) allabendlich seine Kinder ins Bett bringen muss, ist völlig überflüssig. Klare Schwächen zeigt Regisseur Rohde auch in der mitunter ungelenk wirkenden Führung der Nebendarsteller. Ein Flirt zwischen Kriminaltechnikerin Nika (Miranda Leonhardt) und einem Software-Spezialisten (Johannes Allmayer) ist zwar wichtig für die Geschichte, aber ihre Dialoge klingen ziemlich aufgesagt. Trotzdem: ein überdurchschnittlich guter „Tatort“. tpg.

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